Gute Zahlen: Kreissparkasse Rottweil legt Bilanz vor – und schimpft auf EZB und EU

Geldinstitut hat Bilanzpressekonferenz abgehalten

Zufriedene Gesichter (von links): Kreissparkaassen-Vorstandsmitglied Christian Kinzel, Landrat Wolf-Rüdiger Michel als Vorsitzender des Verwaltungsrates, Vorstandsvorsitzender Matthäus Reiser und sein Stellvertreter, Roland Eckhardt. Foto: pm

Das Geschäftsvolumen der Kreissparkasse Rottweil ist um 37 Millionen Euro auf 3,110 Milliarden angestiegen. Die Bilanzsumme betrug zum 31. Dezember 2017 rund 2,822 Milliarden Euro. Diese Zahlen nannten Vertreter der Kreissparkasse bei deren Bilanzpressekonferenz. Allerdings ist nicht alles Friede, Freude, Eierkuchen. Vorstandschef Reiser wetterte vehement gegen Europa.

Seit 161 Jahren sei die Kreissparkasse Rottweil ein wesentlicher Bestandteil der Region und stehe in einer engen Verbindung zu ihren Kunden, hieß es dort. Dabei gehe es der Sparkasse nicht nur darum, Sicherheit zu vermitteln, sondern gegenseitiges Vertrauen aufzubauen und nachhaltige Werte für die Zukunft zu schaffen.

So machte das Institut beim Geschäftsvolumen ein Plus von 37 Millionen Euro. Das  berichtete der Vorsitzende des Vorstands, Matthäus Reiser, am Donnerstag im Rahmen eines Bilanzpressegespräches zusammen mit dem stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden, Roland Eckhardt, und dem Vorstandsmitglied Christian Kinzel. Er nannte dies eine erfolgreiche, solide Arbeit im abgelaufenen Geschäftsjahr. In allen wichtigen Geschäftsfeldern seien gute Ergebnisse erzielt worden, hieß es.

Die Einlagen von größeren institutionellen Kunden seien spürbar zurückgegangen – als „planmäßig“ ist das bezeichnet worden. Dagegen seien die Einlagen im  Privatkundengeschäft weiter deutlich gestiegen (+3,8 Prozent). „Dies freut uns sehr, da es das große Vertrauen unserer Kunden in die Kreissparkasse Rottweil wiederspiegelt“, sagte Reiser. In der Summe aber seien die Gesamteinlagen um 43 Millionen Euro auf 1,945 Milliarden gesunken.

Niedrige Zinsen ließen offenbar die Nachfrage nach Wertpapieren seitens der Kunden steigen. Sie kauften Wertpapiere für 126 Millionen Euro Wertpapiere gekauft und verkauften für 105 Millionen. Zum Jahresende verfügten die Kunden über ein Vermögen in Höhe von rund 628 Millionen Euro auf ihren Depotkonten.

Auch im Kreditgeschäft seien im abgelaufenen Jahr erfreuliche Zuwächse zu verzeichnen gewesen. Wieder sei es gelungen, das Darlehensvolumen insgesamt um deutliche 4,4 Prozent beziehungsweise um 67 Millionen Euro auf 1,594 Milliarden zu steigern. Im Vorjahr lag die Summe bei 1,527 Milliarden Euro.

Im vergangenen Jahr hat die Sparkasse im Rahmen ihres Kreditgeschäfts rund 350 Millionen Euro neu verliehen. Parallel dazu sind 229 Millionen Euro an Krediten getilgt worden. In den vergangenen 10 Jahren seien damit mehr als drei Milliarden Euro an neuen Krediten vergeben worden. „Damit ist die Sparkasse größter Mittelstandsfinanzierer in der Region“, hieß es auf der Bilanzpressekonferenz.

Mittlerweile werden mehr als 50 Prozent der Konten bei der Kreissparkasse Rottweil online geführt und über 9000 Kunden nutzen die Sparkassen-App für die Kontoführung. Die Mobile-Banking-Möglichkeiten will das Geldinstitut stetig weiterentwickeln. „Die Sparkasse versucht, den Zugang zu Bankdienstleistungen ihren Kunden so einfach wie möglich zu machen,“ so Vorstandschef Reiser.

Trotz eines schwierigem Marktumfelds sei es der Kreissparkasse Rottweil gelungen, ein ordentliches Ergebnis zu erwirtschaften. Dabei lag das Betriebsergebnis vor Bewertung bei 24,8 Millionen Euro oder 0,88 Prozent der durchschnittlichen Bilanzsumme.

„Wir werden uns wehren“

Matthäus Reiser betont, dass „die völlig überzogene Regulierung zu enormen Kostensteigerungen führt und gemeinsam mit der immer noch andauernden expansiven Geldpolitik der Europäischen Zentralbank die regionalen Kreditinstitute vor große Herausforderungen stellt.“ Es sei „höchste Zeit, dass dieser eingeschlagene Weg verlassen wird.“

Für „absolut inakzeptabel“ halte er auch die Pläne der EU zur Einführung der europäischen Einlagensicherung. „Wir Sparkassen haben ein solides und sicheres Geschäftsmodell. Es kann nicht sein, dass die Ersparnisse unserer Kunden als Haftungsmasse für Banken im Ausland herangezogen werden. Dagegen werden wir uns wehren“, so Reiser.

KSK als Arbeitgeber

Die Kreissparkasse Rottweil ist in der Region auch ein größerer Arbeitgeber. Die Anzahl der Mitarbeiter lag zum Jahresende bei 480 Beschäftigten, davon 174 Männer und 306 Frauen. Um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu gewährleisten, sind zum Jahresende 153 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf flexiblen Teilzeitarbeitsplätzen beschäftigt gewesen. Die Teilzeitquote liegt somit bei über 30 Prozent.

15 junge Kolleginnen und Kollegen haben 2017 eine Ausbildung bei der Kreissparkasse Rottweil begonnen. Mit insgesamt 43 Auszubildenden sei die Kreissparkasse Rottweil einer der größten kaufmännischen Ausbildungsbetriebe im Geschäftsgebiet.

KSK als Förderer

Gesellschaftliches Engagement genießt bei der Kreissparkasse Rottweil einen großen Stellenwert, so das Institut in einer Pressemitteilung. Mit fast 447.000 Euro seien mehr als 450 Veranstaltungen und Projekte in der Region gefördert und unterstützt worden.