„Der Wohlstand unserer Region basiert auch auf den Verflechtungen zu China und den USA“, so das Fazit von IHK Präsidentin Birgit Hakenjos-Boyd im Hinblick auf den andauernden Zollkonflikt zwischen den beiden Ländern. In einer IHK-Pressemitteilung heißt es weiter zum Thema:

Viele mittelständische Unternehmen pflegten starke Partnerschaften in beide Märkte, gerade in den Bereichen Automotiv und Medizintechnik. Die Region und die Bundespolitik hätten ein originäres Interesse an einer Normalisierung dieser Außenhandelsbeziehungen. „Die Spirale aus Abschottung und Zollschikanen ist Unsinn! Es ist höchste Zeit, sie zu durchbrechen und den gegenseitigen Austausch zu stärken“, so die IHK-Präsidentin.

 Birgit Hakenjos-Boyd verweist auf die Exportquote der Region von 47 Prozent. Diese liegt in Reichweite zur Exportquote des Landes Baden-Württemberg mit 54,9 Prozent. Aktuell wird jeder fünfte Euro Baden-Württembergs (20,2 Prozent des Außenhandelsumsatzes) mit China oder den USA verdient. In der IHK-Region Schwarzwald-Baar-Heuberg exportieren aktuell 454 Mitgliedsunternehmen ihre Waren und Dienstleistungen ohne Zwischenhandel nach Amerika, 281 sind direkt in China aktiv.

China ist enorm wichtig

Die Wirtschaftslage der IHK-Betriebe sei deshalb stark vom Außenhandel abhängig. „Die Abschottungspolitik von China und den USA trifft unsere Mitglieder im Mark“, sagt Birgit Hakenjos-Boyd. Anzeichen dafür gibt auch die jüngste IHK-Konjunkturumfrage vom Frühsommer. Darin bezeichneten 27 Prozent der befragten Unternehmen ihr Auslandsgeschäft als tendenziell fallend, ein Plus von zehn Prozentpunkten im Vergleich zum Jahresanfang.

Gleichzeitig spürt nach einer aktuellen Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) in Berlin deutschlandweit jedes zweite exportaktive Unternehmen eine Zunahme von politisch motivierten Geschäftshemmnissen. Sanktionen, Zertifizierungsauflagen und Zölle bilden die Top drei der konkreten Erschwernisse.

 „Diese Entwicklung, wozu auch der ungeklärte Brexit gehört, ist ein Spiel mit dem Feuer“, betont Hakenjos-Boyd. Die Entwicklung der Geschäftsbeziehung zu Amerika und China sei eine Erfolgsgeschichte für den deutschen Mittelstand gewesen. Alleine das Ausfuhrvolumen Baden-Württembergs nach China habe sich in den vergangenen 20 Jahren um das 15-fache gesteigert, das Ausfuhrvolumen in die USA in dieser Zeit immer noch verdoppelt. „Dahinter stecken ganz konkrete Geschäftsbeziehungen, Firmenpartnerschaften, Werkseröffnungen und Arbeitsverhältnisse. Dahinter steckt Wertschöpfung und Wertschätzung.“ Es sei höchste Zeit auf eine Normalisierung der politischen Beziehungen zwischen den USA und China hinzuwirken.

 

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