Heckler & Koch kündigt Rating Agenturen

Unternehmen: "Brauchen keine Ratings"

Die Firmenzentrale in Oberndorf. Foto: him

Seit Jahr und Tag muss sich der Obern­dor­fer Waf­fen­her­stel­ler mit schlech­ten Bewer­tun­gen durch Rating-Agen­tu­ren befas­sen. Jetzt hat das Unter­neh­men zwei Agen­tu­ren kur­zer­hand gekün­digt. Man brau­che kei­ne Ratings mehr, heißt es in einer Pres­se­mit­tei­lung vom Mitt­woch.

Erst vor andert­halb Mona­ten hat­te Moody’s sein Rating für die Obern­dor­fer auf Caa1 abge­senkt. Das heißt, die Schuld­pa­pie­re sei­en „spe­ku­la­tiv, nied­ri­ge Ein­nah­men des Schuld­ners“. Desi­rée Back­haus schrieb in „finance.de“,  die Bilanz­kenn­zah­len sei­en kata­stro­phal: „Das liegt vor allem am extrem schwa­chen ope­ra­ti­ven Geschäft: Allein in den ers­ten vier Mona­ten die­ses Jah­res ist das Ebit­da der Waf­fen­schmie­de um 60 Pro­zent gegen­über dem ver­gleich­ba­ren Vor­jah­res­zeit­raum gesun­ken.“

Moody‘s und S&P als zwei­te Rating­agen­tur hat­ten sol­che Pro­ble­me den HK-Mana­gern und der Finanz­welt immer wie­der auf­ge­zeigt. Damit soll nun Schluss sein. In einer weni­ge Zei­len umfas­sen­den, in eng­li­scher Spra­che ver­öf­fent­lich­ten, Mit­tei­lung heißt es:

H&K deci­ded to ter­mi­na­te the Group’s rating agree­ments with Moody’s and S&P sin­ce none of our new finan­cing agree­ments requi­re the Group to be rated any lon­ger and we cur­r­ent­ly do not expect to want to issue a listed bond requi­ring rating in the future eit­her; con­se­quent­ly the­re is no need for us to con­ti­nue to be rated.

(Heck­ler und Koch ent­schied, die Rating Ver­trä­ge der Grup­pe mit Moody’s und S&P zu been­den, weil kei­ne unse­rer neu­en Finan­zie­rungs­ver­ein­ba­run­gen es nötig machen, dass die Grup­pe wei­ter­hin bewer­tet wird und wir gegen­wär­tig nicht erwar­ten, dass wir in der Zukunft eine gelis­te­te Anlei­he aus­ge­ben wol­len, die ein Rating erfor­der­lich machen wür­de; kon­se­quen­ter­wei­se besteht für uns kei­ne Not­wen­dig­keit, wei­ter­hin bewer­tet zu wer­den. Über­set­zung: him )

Da auch die bis­he­ri­gen Anlei­hen des Unter­neh­mens nicht an der Bör­se gehan­delt wer­den und sich mut­maß­lich nur in den Hän­den weni­ger Leu­te befin­den, hat HK schon bis­her eigent­lich kei­ne Bewer­tun­gen gebraucht. Ins­be­son­de­re das letz­te „Caa1-Rating“ dürf­te die Mana­ger sehr geär­gert haben. Die Rating­agen­tu­ren hät­ten in der Ver­gan­gen­heit bei den HK-Finan­zie­run­gen „für Sicht­bar­keit und Trans­pa­renz gesorgt, die das Unter­neh­men nicht so schätzt“,  sagt, jemand, der das Unter­neh­men seit län­ge­rem beob­ach­tet.

Wel­che „neu­en Finan­zie­rungs­ver­ein­ba­run­gen“  HK getrof­fen hat, ist aller­dings unklar. Und wird es womög­lich auch blei­ben, denn nun ent­fal­len die pro­fes­sio­nel­len Beob­ach­ter von Moody’s und S&P.