NRWZ.de, 30. September 2021, Autor/Quelle: Pressemitteilung (pm)

Herbstbelebung am Arbeitsmarkt

596 Arbeitslose weniger als im Vormonat / Arbeitslosenquote sinkt auf 3,4 Prozent / 6.90 Arbeitsstellen zu besetzen

Im September nahm die Arbeitslosigkeit  laut Pressemitteilung der Agentur für Arbeit in der Region Schwarzwald-Baar-Heuberg ab. Die Zahl der Arbeitslosen sank um 596 auf 9556 Personen. Das sind 5,9 Prozent weniger Arbeitslose als im August und rund 25 Prozent weniger als vor einem Jahr. Mit der einsetzenden Herbstbelebung gab es reichlich Bewegung am Arbeitsmarkt: 2285 Menschen mussten sich im September erstmals oder erneut arbeitslos melden, 1045 davon nach einer Erwerbstätigkeit.

Dagegen konnten sich 2870 Personen aus der Arbeitslosigkeit abmelden, 1165 von ihnen haben einen neuen Job gefunden, 760 haben eine Ausbildung oder eine Fördermaßnahme begonnen. Der stärkste Rückgang der Arbeitslosigkeit wurde in der Altersgruppe der Jugendlichen unter 25 Jahre verzeichnet. Hier sank mit dem Ende der Ferien und dem Beginn des Ausbildungsjahres auch die Arbeitslosigkeit um 16,6 Prozent gegenüber dem Vormonat. Die Arbeitslosenquote im Agenturbezirk hat sich um zwei Zehntel auf 3,4 Prozent verringert.

Fachkräfte gesucht

„Die Arbeitskräftenachfrage zieht weiter an und die Beschäftigungsaussichten in der Region haben sich verbessert“, kommentiert Sylvia Scholz, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Rottweil – Villingen-Schwenningen die erfreuliche Entwicklung. Die Zahl der gemeldeten Arbeitsstellen nimmt seit Jahresbeginn zu. Im September wurden 6390 Angebote gezählt, das sind 2301 mehr offene Stellen als vor einem Jahr. Über die Hälfte der Angebote richtet sich mit ihrem Anforderungsniveau an Fachkräfte, bei den Arbeitslosen dagegen sind mehr Helfer gemeldet.

„Wir möchten die Menschen frühzeitig dazu bewegen, sich weiterzubilden. Durch die Förderung beruflicher Weiterbildung schaffen wir die Voraussetzung, geringqualifizierte Arbeitslose dauerhaft ins Erwerbsleben zu integrieren und ihre Arbeitsplatzsicherheit zu erhöhen.“ Ein weiteres präventives Angebot ist die Berufsberatung für Erwerbstätige.

Damit sollen Menschen erreicht werden, deren Arbeitsplätze vom Strukturwandel am Arbeitsmarkt betroffen sind. Sie können mit einer abschlussbezogenen Weiterbildung oder Anpassungsqualifizierung gefördert und ihre Erwerbsverläufe stabilisiert werden. Neue Online-Angebote zur beruflichen Orientierung ergänzen die Beratung – beispielsweise das Selbsterkundungstool für Menschen im Erwerbsleben „New Plan“.

Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt in den Landkreisen

Im Landkreis Tuttlingen sank die Zahl der Arbeitslosen: 2889 Männer und Frauen waren arbeitslos gemeldet, 165 weniger als im Vormonat. Die Arbeitslosenquote fiel in Tuttlingen auf 3,5 Prozent. Auch im Kreis Rottweil sank die Zahl der Arbeitslosen: Im September waren 2197 Personen arbeitslos, 128 weniger als im Vormonat. Die Arbeitslosenquote im Kreis Rottweil sank auf 2,7 Prozent. Im Schwarzwald-Baar-Kreis ist die Zahl der Arbeitslosen ebenfalls zurückgegangen: 4470 Menschen waren arbeitslos, 303 weniger als im Vormonat. Die Arbeitslosenquote lag bei 3,7 Prozent.

Entwicklung nach Rechtskreisen

Während die Menschen in der Arbeitslosenversicherung deutlich von der besseren Arbeitsmarktlage profitieren, ist die Arbeitslosigkeit in der Grundsicherung nur leicht gesunken: Im September wurden 4865 Arbeitslose von der Agentur für Arbeit betreut. Die Arbeitslosigkeit sank um 10,6 Prozent (minus 574 Personen) gegenüber dem Vormonat. In der Arbeitslosenversicherung verteilen sich die Arbeitslosen wie folgt auf die Landkreise: 1286 Personen im Kreis Rottweil, 2147 Personen im Schwarzwald-Baar-Kreis und 1432 im Kreis Tuttlingen.

4691 Personen waren im Berichtsmonat bei den Jobcentern arbeitslos gemeldet. Die Arbeitslosigkeit in der Grundsicherung ging um 0,5 Prozent zurück (minus 22 Personen). Von den Jobcentern wurden 911 Arbeitslose im Kreis Rottweil, 2323 im Schwarzwald-Baar-Kreis und 1457 Arbeitslose im Landkreis Tuttlingen betreut.

 

Stellenmarkt

Die regionalen Betriebe meldeten den Arbeitgeber-Services der Agentur für Arbeit im September noch einmal 1408 freie Arbeitsplätze. Der Bestand an offenen Stellen in der Region Schwarzwald-Baar-Heuberg steigt somit auf 6390 Angebote.

 

Kurzarbeit

Der erleichterte Zugang zum Kurzarbeitergeld wurde von der Bundesregierung bis Jahresende verlängert. „Es ist sinnvoll, die Zeit der Kurzarbeit für eine betriebliche Weiterbildung zu nutzen“, rät Scholz. „Die Agentur für Arbeit kann Betriebe dabei mit einer Qualifizierungsberatung und Zuschüssen zu den Lehrgangskosten unterstützen.“ Für interessierte Unternehmen ist der Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit der richtige Ansprechpartner. Weitere Informationen gibt es unter https://www.arbeitsagentur.de/unternehmen/finanziell/foerderung-von-weiterbildung

Im September sind bei der Agentur für Arbeit acht neue Anzeigen auf Kurzarbeit für maximal 1128 Beschäftigte eingegangen. Für März 2021 liegen die Daten zur tatsächlich realisierten Kurzarbeit vor. Demnach haben im März 2251 Betriebe Kurzarbeit umgesetzt und mit der Agentur für Arbeit abgerechnet. Es befanden sich 17.598 Frauen und Männer in Kurzarbeit (Kurzarbeiter-Quote 8,3 Prozent).

 

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