Donnerstag, 7. Dezember 2023
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Rottweil

„Hier kann ich verpackungsarm einkaufen“

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Laut Bundesumweltamt fallen pro Kopf rechnerisch 227,5 Kilogramm Verpackungsabfall pro Tag in Deutschland an. Eine besorgniserregende Bilanz für unsere Umwelt und unser Klima. Glücklicherweise gibt es auch im Landkreis Rottweil immer mehr nachhaltige Möglichkeiten für den unverpackten Einkauf. Um ein Zeichen gegen die Verpackungsflut zu setzen, hat die Umweltgruppe Tennenbronn, die Lokale Agenda 21 Rottweil und der Landkreis Rottweil ein Abfallvermeidungslabel entwickelt, welches Läden sichtbar macht, in denen Waren unverpackt erworben werden können.

2 Milliarden Plastiktüten verbrauchen die Deutschen pro Jahr nach Aussage des Umweltbundesamtes, das sind mehr als sechs Millionen Stück pro Tag. Diesen Müll zu vermeiden ist denkbar einfach, ein Stoffbeutel oder ein Rucksack sind ein passender Ersatz für jede Plastik- oder Papiertüte. Doch wie sieht es eigentlich mit Lebensmitteln wie Fleisch, Fisch, Wurst oder Käse aus, welche an den Frischetheken der Lebensmittelgeschäfte verkauft und in Folie gewickelt werden. Zusammen gesehen mit Coffee-to-go-Bechern oder Take-away-Essensverpackungen entstehen hierbei riesige Abfallmengen. 

Viele Menschen sehen darin kein Problem, verspricht die Mülltrennung doch einwandfreie Recyclingquoten. Doch Abfälle erst gar nicht entstehen zu lassen, ist in jedem Fall nachhaltiger als sie zu recyceln oder gar zu entsorgen. Grund genug, sich ein paar Gedanken zu machen, wie sich Wegwerf-Verpackungen bereits beim Einkauf vermeiden lassen. Darüber hinaus ist Abfallvermeidung aktiver Klimaschutz. Erstaunlich viel für die Rettung des Klimas können wir bewirken, wenn wir unsere Einkaufs- und Konsumgewohnheiten verändern. 

Wer zu Hause zum Beispiel nicht nur an einen Rucksack, sondern auch an Frischhalteboxen und saubere Leinentaschen denkt, kann Wurst, Käse und Brot darin nach Hause transportieren. Auch Einwegbecher für Kaffee lassen sich durch Tassen und Mehrwegbecher vermeiden. In vielen Geschäften ist bereits genau dieses Nutzen von Mehrwegverpackungen möglich. Damit in Zukunft auf Anhieb ersichtlich ist, in welchen Geschäften verpackungsarmes Einkaufen möglich ist, haben Geschäfte im Landkreis Rottweil nun die Möglichkeit, ein Abfallvermeidungslabel zu erhalten: Auf diesem Aufkleber, der außen am Geschäft sichtbar angebracht ist, steht der Schriftzug „Hier kann ich verpackungsarm einkaufen“. Dadurch wird fortan darauf hingewiesen, dass Mehrwegverpackungen akzeptiert werden. 

Ein Unternehmen, das schon seit Langem auf Nachhaltigkeit setzt, ist der Culinara Neukauf Maier aus Rottweil. Zum Beispiel wurde die Aktion Baumpflanzkarten eingeführt. Hierbei bekommt der Kunde für jeden Artikel aus der Obst- und Gemüseabteilung, der nicht in Plastiktüten, sondern in Einkaufsnetzen verpackt ist, ein gelbes Herz auf seine Sammelkarte geklebt. Wenn die Karte voll ist, wird ein Baum gepflanzt. Daher stand bei Culinara auch schon recht schnell fest, sich auch an der neuen Abfallvermeidungskampagne zu beteiligen.

Übergabe des Abfallvermeidungslabels vor der Petite Confiserie Graf in Rottweil: von links: Landrat Dr. Michel, Tina Graf (Inhaberin), Brigitte Bruker (Umweltgruppe Tennenbronn), Irmgard Kolb (Arbeitskreis Umwelt der Lokalen Agenda 21 Rottweil). Quelle: Landratsamt Rottweil 

Ein sehr junges Unternehmen, welches sich an der Kampagne beteiligt und von Anfang an voll auf Umweltschutz setzt, ist die Petite Confiserie Graf. Tina Graf, die junge Konditorin, hat erst Anfang 2020 ihre Confiserie in Rottweil eröffnet, wofür ihr Landrat Dr. Michel seinen Respekt aussprach, denn mitten in der Corona-Krise ein Unternehmen zu eröffnen, war sicherlich nicht einfach. 

Der Landrat dankte Herrn Maier und Frau Graf sowie allen weiteren Geschäften, die sich an der Kampagne beteiligen und somit ein wichtiges Zeichen für die Abfallvermeidung im Landkreis Rottweil setzen. 

Folgende weitere Läden und Höfe im Landkreis Rottweil beteiligen sich ebenfalls an der Kampagne: Bauernhof Weisser (Schramberg), Bäckerei Brantner (Schramberg), Bäckerei Eugen Mink (Rottweil), Bäckerei Felsenbeck (Spaichingen), Bäckerei Fleig (Villingen-Schwenningen), b2 bio Pur GmbH (Rottweil), Café zur Bienenkönigin (Zimmern o.R.), Café Herz (Rottweil), Fritze-Bäck (Schramberg), Landbäckerei Geiger (Villingendorf), Metzgerei Haas (Rottweil), Mooshof in Schwarzenbach (Tennenbronn), Naturladen Schramberg, Prima GbR (Zimmern o.R.), Schweizer Lädle (Rottweil), Unverpackt Zimmern. 

Die Kampagne wird auf Landkreisebene vom Klimaschutzmanagement und dem Eigenbetrieb Abfallwirtschaft unterstützt und begleitet. Unternehmen welche bei der Abfallvermeidungskampagne mitmachen möchten, können sich gerne bei Roland Stolarczyk vom Klimaschutzmanagement der Kreisverwaltung Rottweil unter folgenden Kontaktdaten informieren und der Kampagne beitreten: 

E-Mail:  Klimaschutzmanagement@landkreis-rottweil.de
Telefon: 0741-244-8168 

Pressemitteilung (pm)
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2 Kommentare
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Rottweiler Adler
2 Jahre her

Wow, wir haben noch einen Landrat …… Wo war er die ganze Zeit? Man hätte das Gefühl mit Corona war er weg und wenn er da war …. immer schön den Zeigefinger erheben ….

Rottweiler Adler
Antwort auf  Rottweiler Adler
2 Jahre her

Den kennt aber unser LR nicht …..