Grafik: IHK

Die Export­wirt­schaft in der Regi­on Schwarz­wald-Baar-Heu­berg konn­te im ver­gan­ge­nen Jahr im Ver­gleich zum Vor­jahr erneut das Außen­han­dels­vo­lu­men mit sehr star­ken Zuwäch­sen stei­gern, und das trotz eines schwie­ri­gen wirt­schafts­po­li­ti­schen Umfelds. „Wich­ti­ge Absatz­märk­te für die baden-würt­tem­ber­gi­schen Betrie­be außer­halb der Euro­päi­schen Uni­on waren in 2018 Nord­ame­ri­ka, Volks­re­pu­blik Chi­na, Süd­ko­rea, Japan und über­ra­schend Bra­si­li­en“, sagt Jörg Herm­le, Außen­wirt­schafts­ex­per­te bei der Indus­trie- und Han­dels­kam­mer (IHK) Schwarz­wald-Baar-Heu­berg laut einer IHK-Pres­se­mit­tei­lung.

Star­ke Wachs­tums­im­pul­se kamen auch aus klei­ne­ren Märk­ten, wie zum Bei­spiel aus Sin­ga­pur und Thai­land. Inner­halb der Euro­päi­schen Uni­on konn­ten die Unter­neh­men zusätz­lich von der erhöh­ten Nach­fra­ge in den Län­dern, Öster­reich, Ita­li­en, Nie­der­lan­de, Slo­we­ni­en, Luxem­burg und Tsche­chi­sche Repu­blik pro­fi­tie­ren. Das ergab die aktu­el­le IHK-Export­ana­ly­se.

Das Sta­tis­ti­sche Lan­des­amt Baden-Würt­tem­berg hat einen regio­na­len Aus­lands­um­satz für Waren und Dienst­leis­tun­gen in Höhe von rund 8,8 Mil­li­ar­den Euro für das Ver­ar­bei­ten­de Gewer­be ab 50 Mit­ar­bei­ter ermit­telt. Das ist ein Zuwachs von 5,5 Pro­zent gegen­über dem Vor­jahr.

Im Land­kreis Rott­weil nah­men die Expor­te um 4,3 Pro­zent auf 2,44 Mil­li­ar­den Euro zu. Der sehr export­star­ke Land­kreis Tutt­lin­gen konn­te wie schon im Vor­jahr ein wei­te­res star­kes Plus von 7,9 Pro­zent auf 4,09 Mil­li­ar­den Euro ver­zeich­nen. Der Schwarz­wald-Baar-Kreis konn­te mit einem leich­ten Zuwachs von 2,6 Pro­zent bei den Aus­lands­um­sät­zen auf 2,22 Mil­li­ar­den Euro auf­war­ten.

Die hohen Zuwachs­ra­ten außer­halb des EU-Bin­nen­mark­tes spie­geln sich auch im Auf­kom­men bei der Aus­stel­lung von Ursprungs­zeug­nis­sen und Beschei­ni­gun­gen für den Außen­wirt­schafts­ver­kehr wie­der, wofür die IHK zustän­dig ist. So wur­den allein im letz­ten Jahr rund 28.000 Außen­wirt­schafts­do­ku­men­te aus­ge­stellt. Dar­über hin­aus wur­de das Zoll­pas­sier­schein­heft Car­net ATA/CPD von den Mit­glieds­un­ter­neh­men wie­der rege nach­ge­fragt, da es ide­al geeig­net ist, Waren für Mes­se­zwe­cke oder auch für die Berufs­aus­rüs­tung zoll- und steu­er­frei vor­über­ge­hend in das Aus­land ein- und wie­der aus­zu­füh­ren.

Die regio­na­le Export­quo­te, also der Anteil des Aus­lands­um­sat­zes an den Gesamt­ver­käu­fen, betrug 2018 im Land­kreis Rott­weil 45,9 Pro­zent und im Land­kreis Tutt­lin­gen 55,4 Pro­zent. Der Schwarz­wald-Baar-Kreis ver­zeich­ne­te eine Export­quo­te von 40 Pro­zent. Nur der Land­kreis Tutt­lin­gen kommt somit annä­hernd an die baden-würt­tem­ber­gi­sche Export­quo­te von 56,8 Pro­zent her­an. Gegen­über dem Vor­jahr ist die Export­quo­te nur in Tutt­lin­gen gestie­gen, wäh­rend sie in dem Land­kreis Rott­weil leicht rück­läu­fig war und im Schwarz­wald-Baar-Kreis sta­gnier­te.

Der Ver­fall der tür­ki­schen Wäh­rung, die wei­te­re Sank­ti­ons­po­li­tik gegen­über Russ­land, die Han­dels­kon­flik­te zwi­schen USA und Chi­na bezie­hungs­wei­se USA und Euro­päi­sche Uni­on sowie ver­stärk­te Ten­den­zen zum Pro­tek­tio­nis­mus mit dem Ziel, die Fer­ti­gungs­tie­fe in ein­zel­nen Län­der zu erhö­hen, um für die wach­sen­de Bevöl­ke­rung zusätz­li­che Arbeits­plät­ze zu schaf­fen, haben noch bes­se­re Wirt­schafts­er­geb­nis­se in der Regi­on ver­hin­dert.

Die Fra­gen, wie die Bre­x­it­ver­hand­lun­gen wer­den, ob die Sank­ti­ons­po­li­tik gegen­über Russ­land und Iran fort­ge­führt wer­den, die wirt­schafts­po­li­ti­schen Risi­ken mit der Tür­kei, die Bei­le­gung der Kri­sen im Mitt­le­ren und Nahen Osten und die Ver­mei­dung eines offe­nen Han­dels­krie­ges zwi­schen den USA, und Chi­na sowie zwi­schen USA und der Euro­päi­schen Uni­on wer­den über den Erfolg des lau­fen­den Jah­res ent­schei­den.

Wich­tig ist sich mit sei­nen Pro­duk­ten mög­lichst nicht auf den ‚ein­zi­gen Markt‘ zu kon­zen­trie­ren, son­dern sich mit meh­re­ren Märk­ten zu beschäf­ti­gen und aus­ein­an­der zu set­zen. Dazu möch­te der IHK-Fach­be­reich Inter­na­tio­nal mit sei­nen unter­schied­li­chen Ver­an­stal­tun­gen und Ver­an­stal­tungs­for­ma­ten zu einer wei­te­ren inter­na­tio­na­len Ver­net­zung der Unter­neh­men bei­tra­gen“, sagt Jörg Herm­le.

Export­ori­en­tier­te Unter­neh­men kön­nen bei der IHK viel­fäl­ti­ge Unter­stüt­zung bekom­men, bie­tet Jörg Herm­le an. So ver­an­stal­tet die IHK am 15. Mai in Donau­eschin­gen ein Außen­wirt­schafts­fo­rum mit dem Ziel, wei­te­re Markt­po­ten­zia­le für die Indus­trie zu erschlie­ßen. Zusätz­lich besteht die Mög­lich­keit sich an Arbeits­krei­sen, wie zum Bei­spiel der Arbeits­kreis für Export­lei­ter oder Arbeits­kreis glo­ba­ler Ein­kauf zu betei­li­gen, um Erfah­run­gen aus­zu­tau­schen.