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Montag, 24. Februar 2020

IHK-Exportanalyse: Rekordausfuhr im letzten Jahr

Hohe Zuwachsraten außerhalb des EU-Binnenmarktes

Die Exportwirtschaft in der Region Schwarzwald-Baar-Heuberg konnte erneut das Außenhandelsvolumen im letzten Jahr im Vergleich zum Vorjahr mit sehr starken Zuwächsen steigern trotz schwierigen wirtschaftspolitischen Umfeld. Dass geht aus einer Pressemitteilung der IHK hervor:

„Wichtige Absatzmärkte für die baden-württembergischen Betriebe außerhalb der Europäischen Union waren im letzten Jahr Nordamerika, Volksrepublik China, Japan, Mexiko, Australien und überraschend Russland“, sagt Jörg Hermle, Außenwirtschaftsexperte bei der Industrie- und Handelskammer (IHK) Schwarzwald-Baar-Heuberg. Starke Wachstumsimpulse, so die IHK-Exportanalyse, kamen auch aus kleineren Märkten, wie zum Beispiel von Taiwan und die Schweiz. Innerhalb der Europäischen Union konnten die Unternehmen zusätzlich von der erhöhten Nachfrage aus Frankreich, Österreich, Italien, Niederlande, Finnland, Rumänien, Slowenien, und Polen profitieren.

Das Statistische Landesamt Baden-Württemberg hat einen regionalen Auslandsumsatz für Waren und Dienstleistungen in Höhe von rund 8,3 Milliarden Euro für das Verarbeitende Gewerbe ab 50 Mitarbeiter ermittelt. Das ist ein Zuwachs von 7,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Regionale Unterschiede

Im Landkreis Rottweil nahmen die Exporte um 7,7 Prozent auf 2,34 Milliarden Euro zu. Der sehr exportstarke Landkreis Tuttlingen konnte wie schon im Vorjahr ein weiteres starkes Plus von 7,4 Prozent auf 3,79 Milliarden Euro verzeichnen. Der Schwarzwald-Baar Kreis konnte mit einem außerordentlichen Plus von acht Prozent bei den Auslandsumsätzen auf 2,16 Milliarden Euro aufwarten.

Die regionale Exportquote, also der Anteil des Auslandsumsatzes an den Gesamtverkäufen, betrug im Landkreis Rottweil 47 Prozent und im Landkreis Tuttlingen 54 Prozent. Der Schwarzwald-Baar-Kreis verzeichnete eine Exportquote von 40 Prozent. Nur der Landkreis Tuttlingen kommt somit annähernd an die baden-württembergische Exportquote von 57 Prozent heran. Gegenüber dem Vorjahr ist die Exportquote im Landkreis Rottweil gestiegen, während sie im Landkreis Tuttlingen und im Schwarzwald-Baar-Kreis stagnierte.

Viel Arbeit für die IHK

Die hohen Zuwachsraten außerhalb des EU-Binnenmarktes spiegeln sich auch im Aufkommen bei der Ausstellung von Ursprungszeugnissen und Bescheinigungen für den Außenwirtschaftsverkehr wieder. So wurden allein im letzten Jahr von der IHK rund 30.000 Außenwirtschaftsdokumente ausgestellt. Darüber hinaus wurde das Zollpassierscheinheft CARNET ATA von den Mitgliedsunternehmen wieder rege nachgefragt, da es ideal geeignet ist, Waren für Messezwecke oder auch für die Berufsausrüstung zoll- und steuerfrei vorübergehend in das Ausland ein- und wieder auszuführen.

Die Brexitverhandlungen, die Fortführung der Sanktionspolitik gegenüber Russland und Iran, die wirtschaftspolitischen Risiken im Außenhandel mit der Türkei und dem Mittleren und Nahen Osten, aber auch die Vermeidung eines offenen Handelskrieges zwischen den USA, der Europäischen Union und der Volksrepublik China werden über den Erfolg des Wirtschaftsjahres dieses Jahr entscheiden.

„Wichtig ist sich mit seinen Produkten möglichst nicht auf den ‚einzigen Markt‘ zu konzentrieren, sondern sich mit mehreren Märkten zu beschäftigen und auseinander zu setzen. Dazu möchte der Fachbereich International der IHK mit seinen unterschiedlichen Veranstaltungen und Veranstaltungsformen zu einer weiteren internationalen Vernetzung der Unternehmen beitragen“, sagt Jörg Hermle.

Exportorientierte Unternehmen können bei der IHK vielfältige Unterstützung bekommen, bietet Jörg Hermle an. So veranstaltet die IHK am 13. Juni in Donaueschingen ein Außenwirtschaftsforum, mit dem Ziel, weitere Marktpotenziale für die heimische Industrie zu erschließen. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, sich an Arbeitskreisen, wie zum Beispiel der Arbeitskreis für Exportleiter oder Arbeitskreis globaler Einkauf zu beteiligen, um Erfahrungen auszutauschen.

 

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