Grafik: IHK

Die Export­wirt­schaft in der Regi­on Schwarz­wald-Baar-Heu­berg konn­te erneut das Außen­han­dels­vo­lu­men im letz­ten Jahr im Ver­gleich zum Vor­jahr mit sehr star­ken Zuwäch­sen stei­gern trotz schwie­ri­gen wirt­schafts­po­li­ti­schen Umfeld. Dass geht aus einer Pres­se­mit­tei­lung der IHK her­vor:

Wich­ti­ge Absatz­märk­te für die baden-würt­tem­ber­gi­schen Betrie­be außer­halb der Euro­päi­schen Uni­on waren im letz­ten Jahr Nord­ame­ri­ka, Volks­re­pu­blik Chi­na, Japan, Mexi­ko, Aus­tra­li­en und über­ra­schend Russ­land“, sagt Jörg Herm­le, Außen­wirt­schafts­ex­per­te bei der Indus­trie- und Han­dels­kam­mer (IHK) Schwarz­wald-Baar-Heu­berg. Star­ke Wachs­tums­im­pul­se, so die IHK-Export­ana­ly­se, kamen auch aus klei­ne­ren Märk­ten, wie zum Bei­spiel von Tai­wan und die Schweiz. Inner­halb der Euro­päi­schen Uni­on konn­ten die Unter­neh­men zusätz­lich von der erhöh­ten Nach­fra­ge aus Frank­reich, Öster­reich, Ita­li­en, Nie­der­lan­de, Finn­land, Rumä­ni­en, Slo­we­ni­en, und Polen pro­fi­tie­ren.

Das Sta­tis­ti­sche Lan­des­amt Baden-Würt­tem­berg hat einen regio­na­len Aus­lands­um­satz für Waren und Dienst­leis­tun­gen in Höhe von rund 8,3 Mil­li­ar­den Euro für das Ver­ar­bei­ten­de Gewer­be ab 50 Mit­ar­bei­ter ermit­telt. Das ist ein Zuwachs von 7,6 Pro­zent gegen­über dem Vor­jahr.

Regionale Unterschiede

Im Land­kreis Rott­weil nah­men die Expor­te um 7,7 Pro­zent auf 2,34 Mil­li­ar­den Euro zu. Der sehr export­star­ke Land­kreis Tutt­lin­gen konn­te wie schon im Vor­jahr ein wei­te­res star­kes Plus von 7,4 Pro­zent auf 3,79 Mil­li­ar­den Euro ver­zeich­nen. Der Schwarz­wald-Baar Kreis konn­te mit einem außer­or­dent­li­chen Plus von acht Pro­zent bei den Aus­lands­um­sät­zen auf 2,16 Mil­li­ar­den Euro auf­war­ten.

Die regio­na­le Export­quo­te, also der Anteil des Aus­lands­um­sat­zes an den Gesamt­ver­käu­fen, betrug im Land­kreis Rott­weil 47 Pro­zent und im Land­kreis Tutt­lin­gen 54 Pro­zent. Der Schwarz­wald-Baar-Kreis ver­zeich­ne­te eine Export­quo­te von 40 Pro­zent. Nur der Land­kreis Tutt­lin­gen kommt somit annä­hernd an die baden-würt­tem­ber­gi­sche Export­quo­te von 57 Pro­zent her­an. Gegen­über dem Vor­jahr ist die Export­quo­te im Land­kreis Rott­weil gestie­gen, wäh­rend sie im Land­kreis Tutt­lin­gen und im Schwarz­wald-Baar-Kreis sta­gnier­te.

Viel Arbeit für die IHK

Die hohen Zuwachs­ra­ten außer­halb des EU-Bin­nen­mark­tes spie­geln sich auch im Auf­kom­men bei der Aus­stel­lung von Ursprungs­zeug­nis­sen und Beschei­ni­gun­gen für den Außen­wirt­schafts­ver­kehr wie­der. So wur­den allein im letz­ten Jahr von der IHK rund 30.000 Außen­wirt­schafts­do­ku­men­te aus­ge­stellt. Dar­über hin­aus wur­de das Zoll­pas­sier­schein­heft CARNET ATA von den Mit­glieds­un­ter­neh­men wie­der rege nach­ge­fragt, da es ide­al geeig­net ist, Waren für Mes­se­zwe­cke oder auch für die Berufs­aus­rüs­tung zoll- und steu­er­frei vor­über­ge­hend in das Aus­land ein- und wie­der aus­zu­füh­ren.

Die Bre­x­it­ver­hand­lun­gen, die Fort­füh­rung der Sank­ti­ons­po­li­tik gegen­über Russ­land und Iran, die wirt­schafts­po­li­ti­schen Risi­ken im Außen­han­del mit der Tür­kei und dem Mitt­le­ren und Nahen Osten, aber auch die Ver­mei­dung eines offe­nen Han­dels­krie­ges zwi­schen den USA, der Euro­päi­schen Uni­on und der Volks­re­pu­blik Chi­na wer­den über den Erfolg des Wirt­schafts­jah­res die­ses Jahr ent­schei­den.

„Wich­tig ist sich mit sei­nen Pro­duk­ten mög­lichst nicht auf den ‚ein­zi­gen Markt‘ zu kon­zen­trie­ren, son­dern sich mit meh­re­ren Märk­ten zu beschäf­ti­gen und aus­ein­an­der zu set­zen. Dazu möch­te der Fach­be­reich Inter­na­tio­nal der IHK mit sei­nen unter­schied­li­chen Ver­an­stal­tun­gen und Ver­an­stal­tungs­for­men zu einer wei­te­ren inter­na­tio­na­len Ver­net­zung der Unter­neh­men bei­tra­gen“, sagt Jörg Herm­le.

Export­ori­en­tier­te Unter­neh­men kön­nen bei der IHK viel­fäl­ti­ge Unter­stüt­zung bekom­men, bie­tet Jörg Herm­le an. So ver­an­stal­tet die IHK am 13. Juni in Donau­eschin­gen ein Außen­wirt­schafts­fo­rum, mit dem Ziel, wei­te­re Markt­po­ten­zia­le für die hei­mi­sche Indus­trie zu erschlie­ßen. Zusätz­lich besteht die Mög­lich­keit, sich an Arbeits­krei­sen, wie zum Bei­spiel der Arbeits­kreis für Export­lei­ter oder Arbeits­kreis glo­ba­ler Ein­kauf zu betei­li­gen, um Erfah­run­gen aus­zu­tau­schen.