IHK fordert Versorgungssicherheit und wettbewerbsfähige Energiepreise

IHK-Vizepräsidentin Bettina Schuler-Kargoll: „Die Unternehmen machen sich zunehmend Sorge, wie es mit der Versorgungssicherheit weitergeht.“ Foto: pm

Ange­sichts der Ergeb­nis­se der vom Land Baden-Würt­tem­berg vor­ge­leg­ten Stu­die zur Sicher­heit der Strom­ver­sor­gung for­dert die Indus­trie- und Han­dels­kam­mer (IHK) Schwarz­wald-Baar-Heu­berg wei­ter einen zügi­gen Aus­bau der Über­tra­gungs­net­ze, ins­be­son­de­re der für Baden-Würt­tem­berg so wich­ti­gen Strom­au­to­bahn Süd­link, heißt es in einer IHK-Pres­se­mit­tei­lung.

Der Süd­link soll­te eigent­lich nach dem Abschal­ten des letz­ten Kern­kraft­werks im Land im Jahr 2022 den Wind­strom aus dem Nor­den in den Süden trans­por­tie­ren. Aber die Netz­be­trei­ber wer­den erst Ende Febru­ar den bereits bekann­ten Vor­schlag für einen mög­li­chen Tras­sen­ver­lauf bei der Bun­des­netz­agen­tur zur Prü­fung ein­rei­chen. Zwi­schen­zeit­lich gehen die Pla­ner der Tras­se davon aus, dass die­se nicht vor 2025 fer­tig­ge­stellt sein wird.

Zwar gilt laut der Stu­die des Lan­des die Strom­ver­sor­gung bis zum Jahr 2025 wei­test­ge­hend als gesi­chert, aber den­noch macht sich ange­sichts sol­cher Tat­sa­chen in den Rei­hen der Unter­neh­men zuneh­mend die Sor­ge breit, wie es in den nächs­ten Jah­ren mit der Ver­sor­gungs­si­cher­heit wei­ter­ge­hen wird. Das zumin­dest hat unse­re Unter­neh­mens­be­fra­gung im Rah­men unse­res Ener­gie­wen­de­ba­ro­me­ters auf­ge­deckt“, sagt IHK-Vize­prä­si­den­tin Bet­ti­na Schuler-Kar­goll.

Daher ist nach Aus­sa­gen der IHK bereits seit gerau­mer Zeit eine der Top-For­de­run­gen der hei­mi­schen Unter­neh­men an die Lan­des- und Bun­des­re­gie­rung, gera­de den Netz­aus­bau wei­ter zügig vor­an­zu­trei­ben. Bei die­ser ein­mal jähr­lich statt­fin­den­den Unter­neh­mens­be­fra­gung zur Ein­schät­zung der Ener­gie­wen­de hat zwi­schen­zeit­lich jedes vier­te der befrag­ten Unter­neh­men aus dem Länd­le ange­ge­ben, in den letz­ten zwölf Mona­ten Pro­ble­me mit der Strom­ver­sor­gung gehabt zu haben. Wie die IHK wei­ter­hin berich­tet, hat das bei eini­gen Betrie­ben auch zu einer Beein­träch­ti­gung der Pro­duk­ti­on geführt. Dabei waren gera­de die sta­tis­tisch nicht erfass­ten Strom­aus­fäl­le unter drei Minu­ten ein häu­fi­ge­res Pro­blem als die Aus­fäl­le über drei Minu­ten.

Doch die IHK sieht neben der Ver­sor­gungs­si­cher­heit noch ein wei­te­res wich­ti­ges The­ma, näm­lich die Ener­gie­prei­se: „Die EU-Kom­mis­si­on hat in ihrem Ener­gie­preis­be­richt jüngst erst bestä­tigt, dass sowohl die Unter­neh­men wie auch pri­va­ten Haus­hal­te in Deutsch­land im euro­päi­schen Ver­gleich zwi­schen­zeit­lich die höchs­ten Prei­se für Strom zah­len. Aber gera­de unse­re Unter­neh­men, die sehr häu­fig im inter­na­tio­na­len Wett­be­werb ste­hen, brau­chen nicht nur eine siche­re Strom­ver­sor­gung, son­dern die­se auch zu wett­be­werbs­fä­hi­gen Prei­sen“, so Bet­ti­na Schuler-Kar­goll.