IHK: Wandel in der Automobilwirtschaft lässt sich nicht auf Elektromobilität und Jobverluste reduzieren

Die Fokussierung auf Elektromobilität und der Verlust von Arbeitsplätzen ist nur die halbe Wahrheit bei der Diskussion um die Zukunftsfähigkeit der deutschen Automobil- und Zuliefererindustrie. So schätzt die Industrie- und Handelskammer (IHK) Schwarzwald-Baar-Heuberg laut Pressemitteilung den beinahe aggressiven Kurswechsel von VW hin zu Elektromobilität und aktuelle Studienergebnisse zum Strukturwandel in der Automobilwirtschaft ein.

IHK-Hauptgeschäftsführer Thomas Albiez: „Einmal mehr verkürzt sich die aktuelle Berichterstattung leider auf Elektromobilität und Jobverluste. Dass in Baden-Württemberg knapp die Hälfte der Ausgaben für Forschung und Entwicklung aus dem Automotive-Sektor kommen und die Branche vom weltweit weiterhin wachsenden PKW-Markt profitiert, ist in der aktuellen Strukturstudie von e-mobil BW genauso wenig zu lesen wie die Tatsache, dass die Zuliefererindustrie heute 80 Prozent der Wertschöpfung in der Automobilindustrie übernommen hat und für den Großteil der Produktinnovationen verantwortlich ist.“

In Bezug auf die aktuelle Studie der Landesagentur gehe in der Berichterstattung völlig unter, dass es sich bei den aktuellen Szenarien lediglich um Schätzungen und explizit nicht um Prognosen handele. Hinweise auf die Komplexität gesellschaftlicher, marktwirtschaftlicher, technologischer und gesetzlicher Rahmenbedingungen würden medial ebenso ausgeklammert wie der begrenzte Fokus auf den europäischen Markt. Laut Studie könnte sich bis zum Jahr 2030 je nach Szenario ein Beschäftigungsplus von 1,9 Prozent (knapp 9.000 mehr Beschäftigte) bzw. ein Beschäftigungsminus von 6,6 Prozent (knapp 31.000 weniger Beschäftigte) in Baden-Württemberg ergeben.

„Die Zulieferer auch aus der Region Schwarzwald-Baar-Heuberg sind inzwischen vielfach Teil eines globalen Produktions- und Innovationsetzwerkes und bereiten sich natürlich auf den Strukturwandel in der Automobilwirtschaft vor“, so Albiez. „Als IHK wollen wir alles vermeiden, um medial verkürzte Debatten weiter anzufachen. Vielmehr geht es darum, gerade unsere kleinen und mittelständischen Automobilzulieferer mit Formaten und Informationen zu Technologien und Strategien beim Strukturwandel im eigenen Unternehmen zu unterstützen. Die nächste Gelegenheit bietet dafür unser Automotive-Gipfel im Dezember.“

 

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