Die Wirt­schaft in der Grenz­re­gi­on zur Schweiz befür­wor­tet den Abschluss des Insti­tu­tio­nel­len Abkom­mens (Ins­tA) zwi­schen der Schweiz und der EU. Der Erhalt und der Aus­bau des gegen­sei­ti­gen Markt­zu­gangs sei von zen­tra­ler Bedeu­tung, so die Indus­trie- und Han­dels­kam­mern (IHK) Schwarz­wald-Baar-Heu­berg und Hoch­rhein-Boden­see in ihrer gemein­sa­men Stel­lung­nah­me an das Eid­ge­nös­si­sche Depar­te­ment für aus­wär­ti­ge Ange­le­gen­hei­ten im Rah­men der lau­fen­den Anhö­rung.

Dr. Stef­fen P. Würth, Geschäfts­füh­rer der Straub-Ver­pa­ckun­gen und Vize­prä­si­dent der IHK Schwarz­wald-Baar-Heu­berg: „Das Rah­men­ab­kom­men schafft Rechts- und Pla­nungs­si­cher­heit. Es bün­delt den ohne­hin bestehen­den Zugang von schwei­ze­ri­schen Unter­neh­men auf den euro­päi­schen Bin­nen­markt und umge­kehrt. Der­zeit sind die engen wirt­schaft­li­chen Bezie­hun­gen in über 120 Ein­zel­ver­trä­gen fest­ge­hal­ten, die bei Ände­run­gen in Brüs­sel oft­mals ein­zeln ange­passt wer­den müs­sen. Von einer Har­mo­ni­sie­rung pro­fi­tie­ren des­halb Unter­neh­men in der Schweiz genau­so wie in Deutsch­land und ganz Euro­pa.“

Was pas­siert bei einem Schei­tern der Ver­hand­lun­gen? „Die gül­ti­gen Ver­trä­ge blie­ben zwar bestehen“, so Dr. Uwe Böhm, Geschäfts­füh­rer Inter­na­tio­nal bei der IHK Hoch­rhein-Boden­see. „Aber ein Schei­tern des Rah­men­ab­kom­mens wür­de den bestehen­den gegen­sei­ti­gen Markt­zu­gang ero­die­ren und zu mehr Hete­ro­ge­ni­tät in den gegen­sei­ti­gen Wirt­schafts­be­zie­hun­gen füh­ren.

Der büro­kra­ti­sche Auf­wand und die Unsi­cher­hei­ten bei den Unter­neh­men wür­den stei­gen. Allein der Abbau tech­ni­scher Han­dels­hemm­nis­se durch die gegen­sei­ti­ge Aner­ken­nung von Kon­for­mi­täts­be­wer­tun­gen in der­zeit 20 Pro­dukt­be­rei­chen ermög­lich­te im Jahr 2016 Expor­te aus der Schweiz im Umfang von über 74 Mil­li­ar­den CHF.“

Direkt betrof­fen sei bei­spiels­wei­se die in der Regi­on Schwarz­wald-Baar-Heu­berg star­ke Indus­trie und Medi­zin­tech­nik­bran­che. Ein Schei­tern der Ver­hand­lun­gen wür­de die anste­hen­de Aktua­li­sie­rung von Kon­for­mi­täts­be­wer­tun­gen im Bereich Medi­zin­pro­duk­te gefähr­den. Von den Fort­schrit­ten und Erleich­te­run­gen wür­de die deutsch-schwei­ze­ri­sche Grenz­re­gi­on mit Tutt­lin­gen als Welt­zen­trum der Medi­zin­tech­nik auf deut­scher Sei­te und etwa 14.000 Unter­neh­men mit über 58.000 Arbeits­plät­zen auf schwei­ze­ri­scher Sei­te direkt pro­fi­tie­ren.

Dar­über hin­aus beein­flus­se das Ins­tA auch zukünf­ti­ge Markt­zu­gangs­ab­kom­men. Blei­be eine Eini­gung aus, kämen auch die Ver­hand­lun­gen zum künf­ti­gen Strom­ab­kom­men ins Sto­cken – mit inves­ti­ti­ons­hem­men­den Fol­gen für die indus­trie­star­ke Wirt­schaft im Süd­wes­ten Deutsch­lands und in der Schweiz, die auf ver­läss­li­che Rah­men­be­din­gun­gen, nied­ri­ge Ener­gie­prei­se und Ver­sor­gungs­si­cher­heit ange­wie­sen ist.

Dr. Stef­fen Peter Würth Foto: pm

IHK-Vize­prä­si­dent Dr. Stef­fen P. Würth hofft daher, dass die Schweiz mit der Anhö­rung betrof­fe­ner Krei­se offe­ne, poli­ti­sche Fra­gen klärt und sich letzt­lich doch noch für das Rah­men­ab­kom­men ent­schei­det: „Bereits heu­te fin­det auf Basis der bila­te­ra­len Ver­trä­ge ein Waren­aus­tausch zwi­schen der Schweiz und Euro­pa im Umfang von eine Mil­li­ar­de CHF pro Tag statt. Allein in der Regi­on Schwarz­wald-Baar-Heu­berg expor­tie­ren aktu­ell knapp 900 Unter­neh­men Waren in den eid­ge­nös­si­schen Wirt­schafts­raum. Im gegen­sei­ti­gen Inter­es­se soll­ten daher der Erhalt der eta­blier­ten deutsch-schwei­ze­ri­schen Wirt­schafts­be­zie­hun­gen und der Aus­bau des gegen­sei­ti­gen Markt­zu­gangs im Vor­der­grund ste­hen.“