TUTTLINGEN (pm) — Auf die pro­du­zie­ren­den Unter­neh­men der Regi­on war­ten vie­le Ver­än­de­run­gen und Her­aus­for­de­run­gen durch die schnell fort­schrei­ten­de Digi­ta­li­sie­rung der Indus­trie. Doch das macht den Tech­no­lo­gie­fir­men der Regi­on kei­ne Angst, wie die IHK in einer Pres­se­mit­tei­lung berich­tet.

Im Gegen­teil: „Wenn wir uns gut ver­net­zen und unse­re Stär­ken bün­deln, sind wir fast unschlag­bar“, rück­te Dr. Harald Stall­forth, Vor­stands­vor­sit­zen­der der Clus­ter­or­ga­ni­sa­ti­on Tech­no­lo­gy­Moun­tains, die Chan­cen für die Regi­on in den Mit­tel­punkt. Das Mega­the­ma „Indus­trie 4.0“ bewegt Wirt­schaft, Poli­tik und Gesell­schaft. Das zeig­te die gro­ße Teil­nah­me an den „Gesprä­che zur Zukunft“, die die IHK Schwarz­wald-Baar-Heu­berg in Zusam­men­ar­beit mit der Inno­va­ti­ons­of­fen­si­ve Tech­no­lo­gy­Moun­tains in der Stadt­hal­le Tutt­lin­gen anbot.

Trotz hohen Tem­pe­ra­tu­ren war die Hal­le voll­be­setzt, ent­wi­ckel­ten sich am Ran­de der Vor­trä­ge enga­gier­te Dis­kus­sio­nen. Ist Indus­trie 4.0 eine Revo­lu­ti­on oder doch eher eine Evo­lu­ti­on, die aber zu revo­lu­tio­nä­ren Umwäl­zun­gen füh­ren kann? Genau lässt sich dies der­zeit nicht abschät­zen, waren sich die Red­ner einig, die grund­sätz­lich von evo­lu­tio­nä­ren Ent­wick­lun­gen spra­chen. Schließ­lich sind Com­pu­ter und Ver­net­zung schon heu­te in vie­len Pro­duk­ti­ons­hal­len Stan­dard.

Der Lan­des­mi­nis­ter für Länd­li­chen Raum und Ver­brau­cher­schutz, Alex­an­der Bonde, Die Grü­nen, stell­te fest: „Die Digi­ta­li­sie­rung hat das Poten­zi­al, Pro­duk­ti­ons­pro­zes­se und auch die Gesell­schaft zu ver­än­dern. Des­halb nimmt die Lan­des­re­gie­rung das The­ma auch so ernst.“ Gene­rell sieht er die Regi­on bes­tens auf­ge­stellt: „Sie sind mit der aus­ge­zeich­ne­ten Clus­ter­or­ga­ni­sa­ti­on Tech­no­lo­gy­Moun­tains auf einem her­vor­ra­gen­den Weg.“ Dies bestä­tig­te Staats­se­kre­tär Peter Hof­e­lich, der dem Vor­stand­vor­sit­zen­den von Tech­no­lo­gy­Moun­tains, Dr. Harald Stall­ford, die Aus­zeich­nung „Clus­ter-Exzel­lenz“ des Lan­des für den Tech­no­lo­gie­ver­bund über­reich­te.

Tech­no­lo­gy­Moun­tains erhielt 143 von 150 mög­li­chen Punk­ten und hat damit ein abso­lu­tes Spit­zen­er­geb­nis rea­li­siert. Gleich­zei­tig trägt Tech­no­lo­gy­Moun­tains damit das Gold-Label der euro­päi­schen Platt­form ESCA. Die­se Abkür­zung steht für „European Secre­ta­ri­at for Clus­ter Ana­ly­sis“, und es geht dar­um, „Welt­klas­se-Clus­ter“ innern­halb der EU zu bil­den, zu för­dern und wei­ter­zu­ent­wi­ckeln. Stall­forth berich­te­te, dass es „EU-weit der­zeit ledig­lich 51 Gold-Clus­ter, davon elf in der Bun­des­re­pu­blik, gibt. Und ein her­aus­ra­gen­des nun in der Regi­on Schwarz­wald-Baar-Heu­berg“.

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Eines der High­lights der Ver­an­stal­tung war der Air­Jel­ly: Die Luft­qual­le mit elek­tri­schem Antrieb von Festo begeis­ter­te das Publi­kum.

Bei den Vor­trä­gen beleuch­te­te Dr. Vol­ker Nest­le (Head of Future Tech­no­lo­gy der Festo AG und Vor­stands­vor­sit­zen­der der Hahn-Schickard-Gesell­schaft) die Aus­wir­kun­gen der Digi­ta­li­sie­rung auf die Wirt­schaft und Dr. Chris­toph Zan­ker (Pro­jekt­lei­ter Alli­anz Indus­trie 4.0 Baden-Würt­tem­berg) beschrieb die Akti­vi­tä­ten des Lan­des. Micha­el Licke­fett (Fraun­ho­fer Insti­tut für Pro­duk­ti­ons­tech­nik und Auto­ma­ti­sie­rung IPA) stell­te wis­sen­schaft­li­che Erkennt­nis­se und zukünf­ti­ge Ein­satz­mög­lich­kei­ten von Indus­trie 4.0 vor.

In einer abschlie­ßen­den Dis­kus­si­ons­run­de erläu­ter­te Dr. Joa­chim Schulz, Vor­stand der Aes­cu­lap AG in Tutt­lin­gen, wie das The­ma Indus­trie 4.0 bereits den Bau der Inno­va­ti­on-Fac­to­ry beein­flusst hat. „Das The­ma ist in der Regi­on nicht nur ange­kom­men, son­dern es wird inten­siv in den Unter­neh­men bear­bei­tet“, resü­mier­ten Tech­no­lo­gy­Moun­tains-Geschäfts­füh­rer Yvon­ne Gli­en­ke und Tho­mas Wolf. Sehr wich­tig sei die wei­te­re Bot­schaft des Abends, die von allen Red­nern ange­spro­chen wor­den ist: „Die Alter­na­tiv­lo­sig­keit qua­li­ta­tiv hoch­wer­ti­ger Ver­net­zung wur­de mehr­mals am Abend sowohl von Poli­tik, Wis­sen­schaft, For­schung und Unter­neh­mens­ver­tre­tern betont“, unter­stri­chen Gli­en­ke und Wolf. „Indus­trie 4.0 und Ver­net­zung sind zwei Sei­ten der­sel­ben Medail­le.“