REGION (pm) – Der InfoTruck der Metall- und Elek­tro­in­dus­trie (M+E) setzt ab sofort neue Maß­stä­be in jugend­ge­rech­ter Berufs­in­for­ma­ti­on. „Damit bie­ten wir eine kraft­vol­le Nach­wuchs­wer­bung für die Metall- und Elek­tro­in­dus­trie, ins­be­son­de­re auch hier in der Regi­on“, sag­te Ralph Wurs­ter, Geschäfts­füh­rer der Süd­west­me­tall-Bezirks­grup­pe Schwarz­wald-Hegau, laut Pres­se­mit­tei­lung des Ver­ban­des im Rah­men der erst­ma­li­gen Prä­sen­ta­ti­on des neu­en InfoTrucks der Metall- und Elek­tro­in­dus­trie in der Regi­on Schwarz­wald-Baar-Heu­berg auf dem Gelän­de der Con­ti­nen­tal Auto­mo­ti­ve in Vil­lin­gen.

Auf zwei Eta­gen mit etwa 80 m² Prä­sen­ta­ti­ons­flä­che wer­ben der Arbeit­ge­ber­ver­band Süd­west­me­tall und sei­ne Mit­glieds­un­ter­neh­men damit ein­drucks­voll an Schu­len und öffent­li­chen Ein­rich­tun­gen für Nach­wuchs­kräf­te im größ­ten Indus­trie­zweig Deutsch­lands.

Der InfoTruck ist das ers­te fer­tig­ge­stell­te von zehn bau­glei­chen Infor­ma­ti­ons­fahr­zeu­gen, die von den M+E‑Arbeitgeberverbänden bun­des­weit ein­ge­setzt wer­den. Ihre Auf­ga­be: Schü­le­rin­nen und Schü­ler über die Aus­bil­dungs­mög­lich­kei­ten in der M+E‑Industrie infor­mie­ren, Per­spek­ti­ven auf­zei­gen und zukünf­ti­ge Fach­kräf­te gewin­nen.

Die­ser neue InfoTruck kommt nun erst­ma­lig in unse­rer Süd­west­me­tall-Bezirks­grup­pe Schwarz­wald-Hegau und damit in der Regi­on Schwarz­wald-Baar-Heu­berg zum Ein­satz. Bei der an die­sem Wochen­en­de statt­fin­den­den Mes­se für Arbeits­plät­ze, Aus- und Wei­ter­bil­dung, der Jobs for Future in Schwen­nin­gen, wird der InfoTruck vor allem Jugend­li­chen die Mög­lich­keit geben, sich über inter­es­san­te Beru­fe in der Metall und Elek­tro­in­dus­trie zu infor­mie­ren“, so Wurs­ter wei­ter.

Mit etwa 3,75 Mil­lio­nen Beschäf­tig­ten – dar­un­ter 210.000 Aus­zu­bil­den­den – gehört die M+E‑Industrie zu den leis­tungs­star­ken, inno­va­ti­ven Indus­tri­en Deutsch­lands. Doch vor allem M+E‑Unternehmen abseits der gro­ßen Städ­te und Bal­lungs­ge­bie­te sowie klei­ne und mit­tel­stän­di­sche Betrie­be haben schon heu­te Pro­ble­me, den pas­sen­den Nach­wuchs zu fin­den. Das Insti­tut der deut­schen Wirt­schaft Köln erwar­tet laut sei­nem „MINT-Früh­jahrs­re­port 2014“ bis zum Ende die­ses Jahr­zehnts in Deutsch­land eine Lücke von bis zu 1,4 Mil­lio­nen feh­len­der MINT-Fach­kräf­te mit Berufs­aus­bil­dung. Die eige­ne Aus­bil­dung beson­ders von MINT-Fach­kräf­ten ist und bleibt daher der Schwer­punkt in der Nach­wuchs­si­che­rung der Betrie­be.

Um die Attrak­ti­vi­tät ihrer Aus­bil­dung her­vor­zu­he­ben, setzt Süd­west­me­tall seit mehr als 25 Jah­ren auf mobi­le Berufs­in­for­ma­ti­on. Zen­tra­les Medi­um sind die „Info­Mo­bi­le der M+E‑Industrie“: Zwei von ins­ge­samt neun Infor­ma­ti­ons­bus­sen sind in Baden-Würt­tem­berg und damit auch in der Regi­on unter­wegs und infor­mie­ren Schü­ler, Leh­rer und Eltern sowie die inter­es­sier­te Öffent­lich­keit über die Beru­fe und Beschäf­ti­gungs­mög­lich­kei­ten in der M+E‑Industrie.

An vie­len Haupt‑, Real- und Gesamt­schu­len sind sie schon lan­ge selbst­ver­ständ­li­cher Bestand­teil des Berufs­kun­de­un­ter­richts. Rund 1,4 Mil­lio­nen Besu­cher waren bis­lang zu Gast an Bord der bei­den 18 Meter lan­gen Infor­ma­ti­ons­bus­se – im Jahr 2013 allein rund 33.000, davon etwa 18.500 Jugend­li­che wäh­rend des Schul­un­ter­richts und wei­te­re 15.500 Inter­es­sier­te bei öffent­li­chen Ver­an­stal­tun­gen. Zahl­rei­che Medi­en und Inter­net­por­ta­le beglei­ten die Kam­pa­gne.

Von 2014 bis 2016 wer­den bun­des­weit die bis­he­ri­gen Info­Mo­bi­le (Bau­jahr 1995/96) durch zehn hoch­mo­der­ne M+E‑InfoTrucks ersetzt. Mit den zwei­ge­schos­si­gen Fahr­zeu­gen und einem neu­en Kon­zept der Berufs­in­for­ma­ti­ons-Kam­pa­gne set­zen die Arbeit­ge­ber­ver­bän­de ihr gro­ßes Enga­ge­ment zur Siche­rung des Fach­kräf­te­nach­wuch­ses fort. Bei der Ent­wick­lung des neu­en Fahr­zeugs und des Ein­satz­kon­zep­tes haben Exper­ten aus den Berei­chen Fahr­zeug­bau, IT- und Medi­en­tech­nik sowie Päd­ago­gen und Aus­bil­dungs­lei­ter von Beginn an mit­ge­ar­bei­tet.

Auf der etwa 80 m² gro­ßen Prä­sen­ta­ti­ons­flä­che des zwei­ge­schos­si­gen Trucks set­zen neu­es­te Mul­ti­me­dia-Anwen­dun­gen und anschau­li­che Expe­ri­men­tier­sta­tio­nen Maß­stä­be für moder­ne Berufs­in­for­ma­ti­on. Jugend­li­che ler­nen an M+E‑typischen Arbeits­plät­zen tech­ni­sche Zusam­men­hän­ge ken­nen und erle­ben die Fas­zi­na­ti­on Tech­nik pra­xis­nah und intui­tiv. So kön­nen sie unter Anlei­tung eine com­pu­ter­ge­steu­er­te CNC-Fräs­ma­schi­ne pro­gram­mie­ren und ein Werk­stück selbst fer­ti­gen. Ein Auf­zug­mo­dell demons­triert anschau­lich, war­um eine intel­li­gen­te IT-Steue­rung die War­te­zeit für die Nut­zer deut­lich redu­ziert. Beglei­tet wer­den die Expo­na­te durch inter­ak­ti­ve Auf­ga­ben­stel­lun­gen und Hin­ter­grund­in­fos auf Tablets.

Die zwei­te Fahr­zeu­ge­be­ne bie­tet Raum für tie­fer­ge­hen­den Berufs­kun­de­un­ter­richt. Eine eigens für die InfoTrucks ent­wi­ckel­te mul­ti­me­dia­le Welt­neu­heit ist die Ant­wort auf das sich ver­än­dern­de Infor­ma­ti­ons- und Medi­en­nut­zungs­ver­hal­ten der Schüler/innen: Auf einem 1,5 Qua­drat­me­ter gro­ßen Mul­ti­toucht­able läuft eine ani­mier­te 3D-Soft­ware­an­wen­dung und lädt bis zu sechs Besu­cher gleich­zei­tig auf eine inter­ak­ti­ve Erkun­dungs­rei­se durch ein vir­tu­el­les M+E‑Unternehmen ein. Schü­le­rin­nen und Schü­ler ler­nen hier spie­le­risch und intui­tiv Arbeits­plät­ze und Beru­fe aus der M+E‑Industrie ken­nen. Sie kön­nen am Pro­duk­ti­ons­pro­zess eines Autos mit­wir­ken und typi­sche Auf­ga­ben­stel­lun­gen erle­di­gen.

Ein erfah­re­nes zwei­köp­fi­ges päd­ago­gi­sches Bera­ter­team beglei­tet die Schul­klas­sen wäh­rend ihres Besuchs im InfoTruck. Sie wer­den dabei häu­fig unter­stützt von Aus­bil­dern und Aus­zu­bil­den­den aus den Betrie­ben der Regi­on, die pra­xis­nah aus ihrem Arbeits­all­tag berich­ten. Nicht sel­ten ent­ste­hen dabei kon­kre­te Kon­tak­te zwi­schen den Jugend­li­chen und den Unter­neh­men.

Das gemein­sam mit Päd­ago­gen und Exper­ten ent­wi­ckel­te Ein­satz­kon­zept erfüllt alle Erwar­tun­gen der Schu­len an moder­ne Berufs­in­for­ma­ti­on. So bie­tet der neue M+E‑InfoTruck nun Platz für eine gan­ze Klas­se und ermög­licht es den Lehr­kräf­ten, die Klas­se bei ihrem Besuch zu beglei­ten. Mit den zwei Eta­gen hat das Bera­ter­team zudem die Mög­lich­keit, die hand­lungs­ori­en­tier­ten und theo­re­ti­schen Inhal­te stär­ker zu tren­nen.

Das didak­ti­sche Kon­zept umfasst in der Regel 90-minü­ti­ge Unter­richts­ein­hei­ten pro Klas­se. Als außer­schu­li­scher Lern­ort kann der M+E‑InfoTruck orga­ni­sa­to­risch gut in den Schul­lall­tag ein­ge­bun­den wer­den. Ziel­grup­pe sind die 7. bis 10. Klas­se an Werkreal‑, Real- und Gemein­schafts­schu­len sowie an Gym­na­si­en. Die Schüler/innen wer­den abhän­gig von ihrem Lern­le­vel und Alter in drei Ent­wick­lungs­stu­fen ein­ge­teilt und indi­vi­du­ell bera­ten.

Wir sind begeis­tert von den Mög­lich­kei­ten, die der neue InfoTruck bie­tet“, lau­tet auch das Fazit von Cle­mens Boog, Aus­bil­dungs­lei­ter bei der Con­ti­nen­tal Auto­mo­ti­ve. „Da wir uns wie kaum ein ande­res indus­tri­el­les Unter­neh­men in der Regi­on für die Aus­bil­dung von Fach­kräf­ten enga­gie­ren, ist es für uns sehr wich­tig, dass sich Schul­ab­gän­ger gene­rell für die MINT-Fächer inter­es­sie­ren. Wir bie­ten zwar zahl­rei­che Chan­cen in der Berufs­ent­wick­lung für ange­hen­de Fach­ar­bei­ter und Inge­nieu­re, aller­dings müs­sen die­se auch wol­len und sich für einen der Beru­fe in der Metall- und Elek­tro­in­dus­trie ent­schei­den“. Die Con­ti­nen­tal Auto­mo­ti­ve GmbH bie­tet neben zwei Stu­di­en­gän­gen die klas­si­sche Aus­bil­dung zum Fach­ar­bei­ter in ins­ge­samt sechs Aus­bil­dungs­gän­gen, als Mecha­tro­ni­ker, Elek­tro­ni­ker für Gerä­te und Sys­te­me, Fach­in­for­ma­ti­ker, Indus­trie­elek­tri­ker, Werk­zeug­me­cha­ni­ker und Ver­fah­rens­me­cha­ni­ker für Kunst­stoff und Kau­tschuk.

Gera­de für die in der brei­ten Öffent­lich­keit der­zeit dis­ku­tier­ten Ent­gelt­un­ter­schie­de zwi­schen Frau­en und Män­nern ist das Berufs­wahl­ver­hal­ten ent­schei­dend. Die­ses lässt sich nicht per Gesetz ver­än­dern. Viel wich­ti­ger ist eine ver­nünf­ti­ge Berufs­ori­en­tie­rung in den Schu­len, die auch jun­gen Frau­en Per­spek­ti­ven auf­zeigt. Hier­zu sol­len die InfoTrucks bei­tra­gen“, so Wurs­ter im Hin­blick auf poli­ti­sche Plä­ne für ein Ent­gelt­gleich­heits­ge­setz. „Wir wol­len, dass auch ver­mehrt jun­ge Frau­en sich für die MINT-Beru­fe ent­schei­den. Dafür müs­sen wir früh und anschau­lich die Mög­lich­kei­ten prä­sen­tie­ren.“