Das Inkom-Südwest. Archiv-Foto: Detlef Berndt
Das Inkom-Südwest. Archiv-Foto: Detlef Berndt

Zim­mern (här). Die Maschi­nen­fa­brik Herm­le AG, eines der erfolg­reichs­ten Unter­neh­men in Baden-Würt­tem­berg, setzt bei ihrer Expan­si­on auf einen zwei­ten Stand­ort neben dem Stamm­sitz Gos­heim: Noch in die­sem Jahr sol­len die Bau­ar­bei­ten für eine 100 Meter lan­ge Fabrik­hal­le im „Inkom“, dem gemein­sa­men Gewer­be­ge­biet von Rott­weil und Zim­mern begin­nen.

Auch die Aus­ma­ße sind rekord­ver­däch­tig: Mit vier Hekt­ar, das ent­spricht etwa der Grö­ße von sechs Sport­plät­zen, ist Herm­le die bis­her größ­te Ansied­lung im Inter­kom­mu­na­len Gewer­be­ge­biet Inkom.

Das Gebäu­de soll 100 Meter lang und 20 Meter hoch wer­den. Zum Ver­gleich: Die dor­ti­ge Hal­le mit von Bucher-Stahl mit einem Hoch­rea­gal-Lager ist 18 Meter hoch. Herm­le will etwa acht Mil­lio­nen Euro inves­tie­ren. Dass neue Arbeits­plät­ze ent­ste­hen ist sicher, schon weil der Kon­zern sei­ne Pro­dukt­pa­let­te erwei­tert. Wie vie­le es aller­dings sein wer­den. ist noch unge­wiss.

Der Maschi­nen­bau­er aus Gos­heim ist seit den 90er-Jah­ren unent­wegt auf Rekord­kurs und über­bie­tet Jahr für Jahr sei­ne eige­nen Zah­len. 2015 stieg der Umsatz auf den neu­en Höchst­wert von 356 Mil­lio­nen Euro. Der Jah­res­über­schuss nach Steu­ern wuchs auf eben­falls noch nie erreich­te 59,2 Mil­lio­nen Euro an. Und in den ers­ten fünf Mona­ten 2016 ging der Höhen­flug wei­ter: Der Umsatz nahm um wei­te­re acht Pro­zent auf 151 Mil­lio­nen Euro zu.

Davon pro­fi­tie­ren nicht nur die Aktio­nä­re, son­dern auch die Mit­ar­bei­ter, deren Zahl sich inzwi­schen auf knapp tau­send erhöht hat. Neben einer Basis­di­vi­den­de von 0,80 Euro je Stamm- und 0,85 Euro je Vor­zugs­ak­tie schüt­tet Herm­le einen Bonus von je zehn Euro aus. Alle Mit­ar­bei­ter erhal­ten erneut eine Prä­mie in Höhe von 70 Pro­zent eines Monats­ge­halts plus eine fes­te Ein­mal­zah­lung.

Um wei­ter wach­sen zu kön­nen, hat sich Herm­le für das Inkom ent­schie­den, an dem dem sich Rott­weil und Zim­mern Inves­ti­tio­nen und Gewin­ne zu je 50 Pro­zent tei­len. 1999 haben sie einen gemein­sa­men Zweck­ver­band gegrün­det, die ers­ten Fir­men sie­del­ten sich 2004 an. Der Anfang war eher zäh, aber in den ver­gan­ge­nen vier Jah­ren sei es sehr gut gelau­fen, berich­tet Geschäfts­füh­rer Chris­ti­an Drie­ver, der sich als Wirt­schafts­för­de­rer ver­steht Inzwi­schen gebe es noch knapp 20 Hekt­ar freie Flä­che, berich­tet er und freut sich: „Herm­le war schon ein dicker Fisch.“

Günther Beck. Foto: pm
Gün­ther Beck. Foto: pm

Gün­ther Beck, Spre­cher des Herm­le-Vor­stands, ist über­zeugt von der Wahl des neu­en Stand­orts: „Ent­schei­dend waren die für uns güns­ti­ge geo­gra­fi­sche Lage – nahe bei Gos­heim und zugleich an der Auto­bahn gele­gen – sowie das erwei­ter­te Ein­zugs­ge­biet für neue Mit­ar­bei­ter.“ Außer­dem befin­de sich das Grund­stück in einem rei­nen Indus­trie­ge­biet und ver­fü­ge daher nicht nur über eine her­vor­ra­gen­de In­frastruktur, son­dern unter­lie­ge auch deut­lich weni­ger Auf­la­gen als der Stand­ort in Gos­heim, wo es immer wie­der zu Bau­ver­zö­ge­run­gen und Mehr­kos­ten kom­me.

Der Maschi­nen­bau­er plant in Zim­mern zunächst eine neue Pro­duk­ti­ons­hal­le für eine eige­ne Fer­ti­gung von Maschi­nen­ge­rüs­ten aus Mine­ral­guss. In der Ver­gan­gen­heit konn­te Herm­le die Ver­sor­gungs­si­cher­heit für die­se wich­ti­gen Bau­tei­le nach Anga­ben von Beck trotz zwei­er Zulie­fe­rer nur durch ein gro­ßes Vor­rats­la­ger gewähr­leis­ten. Um die Situa­ti­on zu ver­bes­sern, soll jetzt par­al­lel zur fort­ge­setz­ten Zusam­men­ar­beit mit Zulie­fe­rern eine eige­ne Mine­ral­guss­bet­ten-Fer­ti­gung auf­ge­baut und so zugleich inter­nes Know-how in die­sem Bereich ent­wi­ckelt wer­den, um die Bau­tei­le wei­ter zu opti­mie­ren.

Der neue Stand­ort im Inkom wer­de kei­ne Kon­kur­renz zu Gos­heim, son­dern soll im Gegen­teil zu des­sen Zukunfts­si­che­rung bei­tra­gen, betont Beck. So soll dort die spa­nen­de Fer­ti­gung, eine der ältes­ten Pro­duk­ti­ons­hal­len von fünf auf 12,5 Meter Raum­hö­he auf­ge­stockt wer­den. Neben der geplan­ten Hal­le für die Maschi­nen­ge­rüs­te-Pro­duk­ti­on blei­be zudem „noch viel Platz für wei­te­re Akti­vi­tä­ten mit neu­en Pro­duk­ten und Dienst­leis­tun­gen“. Und wei­te­res Wachs­tum.