Start Wirt­schaft Inspi­rie­ren­der Tag in der Bil­dungs­aka­de­mie

Inspirierender Tag in der Bildungsakademie

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ROTTWEIL – Die Geräusch­ku­lis­se im Raum schwillt an, fast 30 Frau­en reden gleich­zei­tig über ihre Grün­dungs­idee, ihre Zie­le und den eige­nen beruf­li­chen Hin­ter­grund. Für den Start des Frau­en­wirt­schafts­tags in Rott­weil hat­ten sich die bei­den Initia­to­rin­nen Ange­la Imdahl und Mar­ti­na Kuhl­mann etwas Beson­de­res aus­ge­dacht: „Speed-Dating“ zum Ken­nen­ler­nen.

„Vie­le Frau­en haben Hem­mun­gen, über die eige­nen Ide­en und ihr Ange­bot zu spre­chen oder mei­nen, ihre Grün­dungs­idee inter­es­sie­re ohne­hin nie­man­den“, so Mar­ti­na Kuhl­mann von der Erfolgs­frau­en Schmie­de in Balingen. Mit dem Speed-Dating war inner­halb weni­ger Minu­ten das Eis gebro­chen. „Ein unge­wöhn­li­cher Start und ein gran­dio­ser Ein­stieg, vor allem für Frau­en, die nicht so geübt sind im Netz­wer­ken und Kon­tak­ten“, fand Mari­na Berg­mann von der Kon­takt­stel­le Frau und Beruf Schwarz­wald Baar Heu­berg, die die Ver­an­stal­tung unter­stützt hat­te. „Das ers­te Gespräch war noch etwas komisch, aber dann hat es rich­tig Spaß gemacht und es war span­nend zu hören, was für tol­le Din­ge ange­bo­ten wer­den,“ bestä­tig­te auch Ulla-Britt Voigt, Netz­werk Fort­bil­dung und eben­falls Spon­so­rin von „Weck die Unter­neh­me­rin in dir!“

Auf das Speed-Dating folg­ten in einer Podi­ums­dis­kus­si­on vier Grün­dungs­ge­schich­ten. Bet­ti­na Schuler-Kar­goll berich­te­te über ihren Ein­stieg ins elter­li­che Unter­neh­men als Sei­ten­ein­stei­ge­rin. Die Nach­fol­ge­rin der Schuler-Roh­­stof­­fe in Deiß­lin­gen hat­te Musik und Eng­lisch stu­diert; ihr Vater warb die Toch­ter ab und hol­te sie ins eige­ne Unter­neh­men. „Mein Vater mein­te, dass ich als Leh­re­rin alle Kom­pe­ten­zen hät­te, um erfolg­reich ein Unter­neh­men füh­ren zu kön­nen“.

Ange­li­ka Kai­­ser-Sbrzes­­ny fas­zi­nier­te die Zuhö­re­rin­nen mit der bewe­gen­den Geschich­te einer gro­ßen Hut-Lei­­den­­schaft und wie sie vor 20 Jah­ren ohne Busi­ness­plan oder Start­ka­pi­tal das Casa Cap­pel­li gestar­tet hat­te. Eines ihrer Erfolgs­ge­heim­nis­se: „Sich durch Sicht­bar­keit wie Mode­schau­en und Aktio­nen immer wie­der in Erin­ne­rung brin­gen“. Eine außer­ge­wöhn­li­che Grün­dungs­ge­schich­te steu­er­te die 32jährige Lisa Wei­gert aus Bisin­gen bei. Die gelern­te Alten­pfle­ge­rin grün­de­te 2017 ihr „Care-und Case-Mana­ge­­ment“ wo sie Men­schen nach Krank­heit, Unfall oder im Alter durch den Dschun­gel der Geset­ze führt und ihnen zu einer opti­ma­len Ver­sor­gung und ihnen zuste­hen­den Hil­fen ver­hilft. Bei ihrer Grün­dungs­idee habe sie zwar viel Gegen­wind bekom­men, aber schnell gemerkt, dass es hier eine ech­te Nische gibt. „Mein nächs­ter Schritt ist, dar­aus ein Fran­chise­un­ter­neh­men zu ent­wi­ckeln.“

Die stu­dier­te Betriebs­wir­tin Andrea Tem­me schließ­lich beton­te die Chan­ce von Men­to­ring für ange­hen­de Unter­neh­me­rin­nen. „Ein Men­tor ist kein Bera­ter, son­dern ein Ansprech­part­ner in Situa­tio­nen, in denen man ihn wirk­lich braucht.“ Fazit der Mode­ra­to­rin Ange­la Imdahl vom Imdahl-Insti­­tut in Rott­weil: „Lei­den­schaft und Begeis­te­rung schei­nen die wich­tigs­ten Zuta­ten für eine erfolg­rei­che Grün­dung zu sein. Und jede ein­zel­ne Geschich­te macht Mut, sich auf den Weg zu machen.“

Nach der Mit­tags­pau­se ging es dann ans Arbei­ten. Vier Work­shops mit zwei The­men wur­den jeweils im Tan­dem ange­bo­ten, sodass jede Besu­che­rin die Chan­ce hat­te, alle Inhal­te mit­zu­neh­men. Der Work­shop „Digi­ta­le Sicht­bar­keit“ mach­te klar, dass Unter­neh­me­rin­nen heu­te ihre Kun­den „in der Hosen­ta­sche“ haben. „Alle Men­schen haben ein Smart­pho­ne und nut­zen es“, so Mar­ti­na Kuhl­mann. „Wenn poten­zi­el­le Kun­den etwas nicht wis­sen oder etwas suchen, dann goo­geln sie und eine Grün­de­rin, die nicht bei Goog­le auf­taucht, ist im Grun­de schon wie­der raus bevor sie rich­tig ange­fan­gen hat.“ Im Mit­tel­punkt des Work­shop stand das so genann­te „digi­ta­le Mind­set“: Frau muss sich trau­en sich zu zei­gen. In beruf­li­chen Netz­wer­ken wie Xing oder Lin­kedin aber auch auf Platt­for­men wie face­book, Insta­gram oder Tik­Tok.

Beim Sto­­ry­­tel­­ling-Work­­shop ging es um die Fra­ge, wel­che Geschich­te eine Unter­neh­me­rin erzäh­len soll. „Schon Pla­ton wuss­te, dass, wer die bes­ten Geschich­ten erzählt, die Welt regiert“, so Mode­ra­to­rin Ange­la Imdahl. Die span­nends­te Fra­ge dabei sei die nach dem Hel­den. „Sein eige­nes Unter­neh­men zum Hel­den machen ist unge­fähr so span­nend, wie sich in die Lob­by eines Hotels zu stel­len und zu brül­len, man sei der Größ­te. Beim Sto­ry­tel­ling geht dar­um, die Wün­sche und Bedürf­nis­se sei­ner Ziel­grup­pe wahr­zu­neh­men und davon zu erzäh­len. Dann füh­len sich die Kun­den ange­spro­chen.“ – Der Held dei­ner Sto­ry ist dein Kun­­­de- lau­te­te die für die meis­ten Frau­en über­ra­schen­de Bot­schaft des Work­shops. Mit­hil­fe eines Sto­­ry-Bau­­plans ent­wi­ckel­ten die ange­hen­den Unter­neh­me­rin­nen in Teams die eige­ne Sto­ry für ihre Web­site oder Fly­er. „Ein dich­ter Tag mit viel Mehr­wert und Wis­sen, vie­len Ein­drü­cken, Kon­tak­ten und einer wun­der­ba­ren Atmo­sphä­re“, freu­te sich Mari­na Berg­mann über die gelun­ge­ne Ver­an­stal­tung und ver­si­chert: „Die Kon­takt­stel­le Frau und Beruf wird bei den nächs­ten Frau­en­wirt­schafts­ta­gen gern wie­der mit dabei sein“

Der Lan­des­wei­te Frau­en­wirt­schafts­tag, der im Rah­men einer akti­ven Frau­en­för­der­po­li­tik die gleich­be­rech­tig­te Betei­li­gung von Frau­en am Erwerbs­le­ben und in der Wirt­schaft unter­stützt, fin­det unter der Feder­füh­rung des Minis­te­ri­ums für Wirt­schaft, Arbeit und Woh­nungs­bau jedes Jahr im Herbst in zahl­rei­chen Kom­mu­nen Baden-Wür­t­­te­m­bergs statt und ist eine Initia­ti­ve der Lan­des­re­gie­rung von Baden-Wür­t­­te­m­berg.

 

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