Wer macht’s für weni­ger? Der Strom­markt ist hart umkämpft. Die Ener­gie­ver­sor­gung Rott­weil (ENRW) hat nun nach eige­nen Anga­ben einen Wett­be­wer­ber abge­mahnt. Die­ser hat­te offen­bar ver­sucht, ENRW-Kun­den mit fal­schen Behaup­tun­gen und Ver­spre­chen zu einem Wech­sel des Strom­an­bie­ters zu bewe­gen. Ein Kurz­check zeigt der­weil: allein preis­lich ist im ENRW-Tarif noch Luft.

Die Kun­den­wer­bung des Kon­kur­ren­ten soll mit wett­be­werbs­wid­ri­gen Metho­den gesche­hen sein, erklärt die ENRW in einer Pres­se­mit­tei­lung. Per Tele­fon sei­en per­sön­li­che Daten abge­fragt und unwah­re Behaup­tun­gen auf­ge­stellt wor­den. Statt der ver­spro­che­nen „Ange­bo­te“ sei­en unmit­tel­bar nach den Gesprä­chen Ver­trags­ab­schlüs­se über­mit­telt wor­den. Den Namen des mut­maß­lich unse­riö­sen Wett­be­wer­bers nennt das Rott­wei­ler Unter­neh­men nicht.

Wie die ENRW berich­tet, hät­ten sich die Tele­fon­wer­ber ohne das Ein­ver­ständ­nis der Kun­den gemel­det. Der Anru­fer habe Zäh­ler- sowie Kun­den­num­mer, Kon­takt­da­ten und die Bank­ver­bin­dung gefor­dert. Mit der Aus­sicht auf eine „lebens­lan­ge Strom­preis­ga­ran­tie“ unter dem Preis der ENRW sei den Kun­den ein sofor­ti­ger Wech­sel nahe­ge­legt wor­den, berich­tet Dr. Jochen Schicht, Spre­cher der ENRW. Außer­dem sei behaup­tet wor­den, die ENRW wer­de zeit­nah die Prei­se erhö­hen. Dar­über hin­aus hät­ten die Tele­fon­wer­ber behaup­tet, ein Ver­trags­ver­hält­nis zur ENRW zu unter­hal­ten, die auch nach dem Anbie­ter­wech­sel wei­ter­hin den Strom lie­fern wür­de.

Die Aus­sa­ge, „nur ein Ange­bot erstel­len zu wol­len“, habe sich für die Ange­ru­fe­nen als Trug­schluss erwie­sen. Spre­cher Schicht: „E‑Mails bestä­tig­ten kurz nach Ende der Tele­fo­na­te den voll­zo­ge­nen Anbie­ter­wech­sel. Die ENRW-Kun­den waren gezwun­gen, frist­ge­recht zu wider­ru­fen, was vor allem älte­ren Men­schen gro­ße Schwie­rig­kei­ten berei­te­te.”

Unseriöse Telefonwerbung. Symbolfoto: pm
Unse­riö­se Tele­fon­wer­bung. Sym­bol­fo­to: pm

59 günstigere Anbieter

Der Strom­markt ist wei­ter heiß umkämpft. Ein Online-Ver­gleich des Stan­dard-Tarifs der Rott­wei­ler ENRW mit dem Wett­be­werb lis­tet 59 güns­ti­ge­re Ver­trä­ge auf, bis zu etwa 300 Euro kön­ne der Kun­de im ers­ten Ver­trags­jahr so spa­ren, rech­net das Ver­gleichs­por­tal vor. Im deut­lich güns­ti­ge­ren Tarif ENRW-Fami­ly sind es immer noch 45 offen­bar bil­li­ge­re Anbie­ter und eine Ein­spar­mög­lich­keit von knapp 190 Euro im ers­ten Jahr. Die Daten­grund­la­ge: eine drei­köp­fi­ge Fami­lie mit einem Jah­res­ver­brauch von  4250 kWh. Boni und Rabat­te wur­den nicht ein­ge­rech­net.

Die ENRW setzt dage­gen:

Un­ser Leis­tungs­spek­trum in Sa­chen Strom ist eben­so viel­fäl­tig wie der Be­darf un­se­rer Kun­den: Ob Sie Mie­ter oder Haus­ei­gen­tü­mer sind oder be­son­de­ren Wert auf um­welt­freund­lich er­zeug­ten Strom le­gen – mit kom­pe­ten­ter Be­ra­tung und at­trak­ti­ven Prei­sen sind wir da, wenn man uns braucht – vor Ort und un­kom­pli­ziert.

Unse­re Kun­den wer­den ver­mehrt mit unse­riö­sen Wer­be­an­ru­fen kon­fron­tiert. In vie­len Fäl­len geben sich die Wer­ber als ‚Part­ner‘ oder sogar ENRW-Mit­ar­bei­ter aus und ver­su­chen so, sich das Ver­trau­en der Kun­den zu erschlei­chen“, erklärt dazu Edel­traut Mar­tin­ke­witz, Ver­triebs­chefin der ENRW. „Allein die münd­li­che Zusa­ge für eine Ange­bots­er­stel­lung wird schon als Ver­trags­ab­schluss gewer­tet“, sagt sie. Die inso­fern unse­riö­sen Anbie­ter sei­en offen­bar mit nur weni­gen Anga­ben in der Lage, den Strom­ver­trag eines Kun­den zu kün­di­gen, ohne dass der Kun­de dies unmit­tel­bar fest­stel­len kann.

Keine lebenslange Preisgarantie möglich

Auf­grund der sich per­ma­nent ändern­den Steu­ern und Umla­gen, die den Strom­preis in Deutsch­land zu einem Groß­teil bestim­men, kann kein Strom­an­bie­ter eine lebens­lan­ge Preis­ga­ran­tie aus­lo­ben“, so Mar­tin­ke­witz. Zudem pla­ne die ENRW weder eine Preis­er­hö­hung, noch unter­hal­te sie Ver­trags­ver­hält­nis­se mit Wett­be­wer­bern.

Die Ver­triebs­ex­per­tin warnt ein­dring­lich davor, am Tele­fon Daten preis­zu­ge­ben oder gar Ver­trä­ge abzu­schlie­ßen. Sie ergänzt: „Die ENRW betreibt kei­ne tele­fo­ni­sche Kun­den­wer­bung.“ Sie emp­fiehlt wei­ter­hin, sich den Namen des Unter­neh­mens und des Anru­fers zu notie­ren und mög­lichst schnell zu über­prü­fen: „Wer unsi­cher ist, ob ein Anruf seri­ös war, darf sich jeder­zeit ger­ne an uns wen­den.“ Die ENRW berät Kun­den, die an der Haus­tür oder am Tele­fon zu einem Anbie­ter­wech­sel gedrängt wer­den.

Info: Unter der Ruf­num­mer 0741 / 472–222 ste­hen die ENRW-Kun­den­be­ra­ter für Aus­künf­te bereit.

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