Die Versorgung mit Liquidität bei weniger Kundenfrequenz und gleichbleibender Kostensituation: Das war Dreh- und Angelpunkt eines politischen Austauschs des Handelsausschusses der Industrie- und Handelskammer (IHK) Schwarzwald-Baar-Heuberg mit Staatssekretärin Katrin Schütz. Über das Treffen berichtet die IHK in einer Pressemitteilung:

Drei Punkte standen im Mittelpunkt des telefonischen Hintergrundgesprächs: das Vermeiden drohender Unternehmensinsolvenzen, die Erfahrungswerte zur Kurzarbeit und Soforthilfe sowie die aktuelle Situation am Ausbildungsmarkt.

„Die Einnahmensituation im regionalen Handel ist nicht stabil“, so Thomas Weisser, Ausschussvorsitzender und Inhaber des Triberger Haus der 1000 Uhren. Je nach Wetter unterscheide sich die Kundenfrequenz in den Innenstädten, je nach Handelsbranche variiere die Nachfrage nach den Produkten. „Die Situation in Autohäusern ist eine andere als in der Textilbranche oder im Geschäft mit ausländischen Gästen“, so Thomas Weisser.

Die Sicherung der Liquidität sei deshalb in allen Branchen das Gebot der Stunde. Auch deshalb, weil viele Abgaben, Steuern und Zahlungen in den Betrieben nur auf einen späteren Zeitpunkt verschoben sind und im weiteren Jahresverlauf fällig werden. „Das dritte Quartal wird noch einmal eine echte Bewährungsprobe: auch weil fest geplante Umsätze aus verkaufsoffenen Sonntagen oder Weihnachtsmärkten aufgrund des geltenden Anlassbezugs dieses Jahr unrealistisch sind.“

Staatssekretärin Katrin Schütz betonte den engen Kontakt zu den mittelständischen Händlern in den vergangenen Wochen: „Der Draht zwischen Betrieben und unserem Ministerium war in letzter Zeit so intensiv wie nie. Damit konnten wir schnell tragfähige und praxisnahe Lösungen schaffen, beispielsweise bei der Soforthilfe oder der Verschiebung zur Nachrüstung der Registrierkassen auf März 2021.“

Das Ministerium bewerte die Lage in den einzelnen Wirtschaftsbranchen täglich neu und habe jetzt vor allem einen Blick auf den kommenden Ausbildungsstart. Katrin Schütz: „Ausbildungsbetriebe können das Ausbildungsjahr auch noch nach dem September starten. Dieses Signal ist wichtig, damit wir Jugendlichen und Schulabgängern weiter eine Chance zum Berufseinstieg geben. Jeder einzelne Ausbildungsvertrag ist ein Gewinn für die berufliche Zukunft junger Menschen und die Fachkräftesicherung in Baden-Württemberg.“ Wer sich zu seinem diesjährigen Ausbildungsengagement noch unsicher sei, solle sich unbedingt an die Ausbildungsberater der regionalen Kammern wenden.

Abschließend wurden die Erfahrungswerte bei Kurzarbeit, Home-Office und betrieblicher Organisation geschildert. Mitarbeiter wurden zum Gesundheitsschutz in Schichten aufgeteilt, Arbeit in das Eigenheim verlagert und Arbeitsumfänge nach Möglichkeit reduziert. Thomas Weisser: „Die Leistungsfähigkeit überhaupt aufrecht zu halten, ist für alle Betriebe eine zusätzliche interne Herausforderung.“ Deshalb bleibe die Situation im Handel auf absehbare Zeit angespannt.