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Samstag, 22. Februar 2020

Konjunktureller Abschwung in der Breite angekommen

Der konjunkturelle Abschwung ist in der Breite der Schwarzwald AG angekommen – das zeigen die Zahlen aus der aktuellen Konjunkturumfrage der wvib Schwarzwald AG. Für das Jahr 2019 meldeten die Mitgliedsunternehmen insgesamt einen leichten Umsatzrückgang von 0,12 Prozent. Das ist weit entfernt vom Umsatzplus der Vorjahresperiode von 8 Prozent.

wvib-Hauptgeschäftsführer Dr. Christoph Münzer: „Wir blicken – historisch einmalig – auf zehn Jahre konjunkturelle Hochphase zurück. Handelskriege, anwachsender Populismus und internationale Abschottung, Brexit, der Iran-Konflikt und jetzt auch das Coronavirus nagen seit kurzem an der Stimmung. Auch die sich abzeichnende kostenbedingte Verlagerung von Teilen unserer Automobilindustrie ins Ausland wirft ihre Schatten voraus. Der Absturz ist bei weitem nicht so steil wie 2009, könnte aber länger dauern.“

Diese negative Tendenz wird durch die Frage nach der Kapazitätsauslastung der Unternehmen bestätigt. 49 Prozent der befragten Unternehmer antworteten mit „Vollausgelastet“ – ein deutlich niedrigerer Wert im Vergleich zur Vorjahresperiode (2018: 73 Prozent). Mit „Überausgelastet“ antworteten drei Prozent der Befragten (2018: sieben Prozent), mit „Unterausgelastet“ 48 Prozent (2018: 20 Prozent).

Die Umfrage zeigt, dass die konjunkturelle Talsohle möglicherweise erreicht ist. 26 Prozent der befragten Unternehmer erwarten in den nächsten sechs Monaten eine steigende Umsatzentwicklung, 49 Prozent gleichbleibende, und lediglich 25 Prozent sinkende Umsätze.

Der Umsatz ist bei 45 Prozent (Vorjahreszeitraum 77 Prozent) der Unternehmen gewachsen, bei vier Prozent ist er gleich geblieben. 51 Prozent mussten einen Rückgang hinnehmen (2018: 19 Prozent).

Bei den Auftragseingänge für 2019 meldeten lediglich 29 Prozent der Unternehmen gestiegene Auftragseingänge. Im Vorjahreszeitraum lag dieser Wert noch bei 61 Prozent. 18 Prozent der Befragten gaben gleichbleibende,

53 Prozent gefallene Auftragseingänge an (2018: 19 Prozent). Insgesamt fielen die Auftragseingänge um fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr. In der Vorjahresperiode wuchsen diese noch um fünf Prozent. „Vermutlich sind wir im Tal angekommen und fragen uns, wie breit die Talsohle diesmal sein wird“, so Dr. Christoph Münzer.

Die aktuelle Einschätzung bei der Ertragslage: 25 Prozent der Unternehmen berichten derzeit von einer guten Ertragslage (2018: 42 Prozent) und 52 Prozent schätzen diese als befriedigend ein (2018: 49 Prozent). 22 Prozent schätzen die Ertragslage als schlecht ein (2018: 9 Prozent). Die Befragten zeigen für die Ertragslage in den kommenden sechs Monaten verhaltenen Optimismus. 17 Prozent rechnen mit steigenden Erträgen (2018: 18 Prozent). 66 Prozent schätzen, dass diese sich nicht verändern (2018: 66 Prozent). Nur 17 Prozent der Unternehmer rechnen mit einer sinkenden Ertragslage.

Der Personalaufbau in der Südwestindustrie hält trotz der Abkühlung der Konjunktur an. Insgesamt beschäftigten die befragten Unternehmen noch rund 300 Mitarbeiter mehr als im Vorjahreszeitraum. 44 Prozent der Unternehmen haben ihre Belegschaft vergrößert, 16 Prozent haben ihre Mitarbeiterzahl im Vergleich zu 2018 konstant gehalten.

Die Lage beim Mitarbeiter-Recruiting wird sich aus Sicht der Unternehmer der Schwarzwald AG in den kommenden Monaten entspannen: Rund 80 Prozent der Unternehmen planen gleichbleibende Mitarbeiterzahlen oder gar weitere Einstellungen – ein moderater Rückgang im Vergleich zum Vorjahr (2018: 89 Prozent).

Die Investitionsneigung bei den Unternehmen bleibt im Vergleich zum Vorjahr halbwegs konstant, was am besten die grundsätzliche Zuvesicht illustriert. Die durchschnittliche Investitionsquote gemessen am Umsatz ist im Vergleich zum Vorjahr mit sechs Prozent leicht rückläufig (2018: sieben Prozent). Bei der erwarteten Entwicklung für die Investitionen in den nächsten sechs Monaten ist ein leichter Rückgang zu verzeichnen. 31 Prozent der befragten Unternehmen rechnen mit sinkender Entwicklung (2018: 20 Prozent), 24 Prozent planen steigende Investitionen (2018: 30 Prozent). Rund die Hälfte der Befragten geht von gleichbleibenden Investitionen aus, was dem Vorjahreswert entspricht.

Zusätzlich haben wir uns mit dem Dauerbrenner Nachhaltigkeit beschäftigt.

Die gute, aber nicht überraschende Nachricht: 46 Prozent der Befragten haben in ihrem Unternehmen bereits eine Nachhaltigkeitsstrategie ent wickelt.

Bei den konkreten Maßnahmen zur Umsetzung der Nachhaltigkeitsstrategie gaben 47 Prozent der Befragten an, im Bereich Energieeffizienz bereits tätig geworden zu sein. 37 Prozent der Unternehmen mit Nachhaltig keitsstrategie setzen zudem im Bereich des Abfall- und Entsorgungsmanagement konkrete Maßnahmen um. Bei der Ressourceneffizienz liegt der Wert bei 30 Prozent. Rund fünf Prozent kompensieren ihren CO2-Ausstoß durch den Kauf von Zertifikaten.

27 Prozent der befragten Unternehmen fordern von ihren Lieferanten Nachhaltigkeit ein.

Die Konjunkturzahlen der Schwarzwald AG wurden im Rahmen der Pressekonferenz der wvib Schwarzwald AG beim Mitgliedsunternehmen KNF Neuberger GmbH in Freiburg vorgestellt. In einer Online-Umfrage ermittelt die wvib Schwarzwald AG zweimal jährlich die Konjunkturdaten ihrer mehr als 1000 Mitgliedsunternehmen. Rund 400 Mitglieder gaben ihre Zahlen pünktlich ab.

 

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