NRWZ.de, 3. Mai 2021, Autor/Quelle: Martin Himmelheber (him)

Lithium in Bolivien: ACISA verfolgt andere Technologie

Interview mit ACISA-Sprecherin / „Finanzierung war/ist gesichert“

In Bolivien hat die neue Regierung bei der Lithiumgewinnung wohl eine neue Partnersuche gestartet. Laut bolivianischem Kohlenstoff- und Energieministerium gab es letzte Woche ein Seminar zur Lithiumgewinnung. Wir haben darüber und die Beziehungen der Zimmerner Firma ACISA nach Bolivien und deren Projekt dort heute berichtet. Mit einer Sprecherin von ACISA haben wir am Montagnachmittag ein Interview geführt:

NRWZ: Beteiligt an dem Seminar in Bolivien seien Diplomaten und Firmen auch Russland, China und USA gewesen. Trifft es zu, dass ACISA nicht beteiligt war?

ACISA-Sprecherin: Es ist richtig, dass ACISA an dieser Veranstaltung nicht beteiligt war.

Warum?

Es ging dabei um eine Ausschreibung für ein Projekt zur Gewinnung von Lithium in einem Direkt-Extraktions-Verfahren aus Sole. Wir kennen die derzeit auf dem Markt verfügbaren Technologien dafür und halten diese für nicht ausgereift genug, um sie großtechnisch anzuwenden.

Acisa hat seit 2018 einen Vertrag mit YBL, ist dieser noch gültig?

Der Vertrag wurde im November 2019 noch von der Regierung Morales per Dekret annulliert. Inzwischen hat die neue Regierung mehrfach die Absicht geäußert, das Projekt mit ACISA fortzusetzen und uns auch zu Gesprächen darüber eingeladen.

Wenn der Vertrag noch gültig ist, weshalb dann die neue Ausschreibung?

Die neue Ausschreibung ist unabhängig von dem Projekt, über das Ende 2018 ein Vertrag zwischen YLB und ACISA geschlossen wurde und bei dem es um die Gewinnung aus der Restsole der von YLB betriebenen Kaliumchloridproduktion geht.

Wird sich ACISA an der neuen Ausschreibung beteiligen?  

An der neuen Ausschreibung zur Direkt-Extraktion von Lithium aus Sole wird sich ACISA aus den oben genannten Gründen nicht beteiligen. Wir arbeiten jedoch ebenfalls an entsprechenden Technologien, werden diese aber erst propagieren, wenn wir sicher sein können, dass ein großtechnischer Einsatz erfolgreich sein wird.

Welche Alternativen sieht ACISA zu Bolivien? Im Zusammenhang mit der europäischen Batterieinitiative erwähnt das Unternehmen bereits  „südamerikanische“ Länder, nicht nur Bolivien.

Durch das Projekt in Bolivien wurden Lithium-Unternehmen aus anderen Ländern auf uns aufmerksam und haben uns angesprochen, unser Know-how und unser Netzwerk in Projekte in anderen südamerikanischen Ländern einzubringen.

Wie weit wäre die Finanzierung des bolivianischen Projektes gediehen gewesen?

Die Finanzierung des Projekts ist/war sichergestellt. Die Verhandlungen mit unseren Partnern waren abgeschlossen und entsprechende Verträge in der Ausarbeitung, jedoch – aus heutiger Sicht glücklicherweise – noch nicht rechtsverbindlich abgeschlossen.

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