„Der Verwaltungsaufwand vieler Betriebe ist ebenso gestiegen, wie das Papierwerk für den Kunden. Diese Richtlinie ist dringend verbesserungsbedürftig“, so das Fazit von Michael Steiger, Vorsitzender des Tourismusausschusses der Industrie- und Handelskammer (IHK) Schwarzwald-Baar-Heuberg zum einjährigen Bestehen der EU-Pauschalreiserichtlinie. Weiter heißt es in einr IHK-Pressemitteilung:

Demnach haften Reiseveranstalter seit 2018 für sämtliche Einzelleistungen einer gebuchten Reise. IHK-Mitgliedsbetriebe sind zu mehr Aufklärung und zu einer längeren Aufbewahrung entsprechender Unterlagen verpflichtet. Bei Verstoß drohen Bußgelder.

„Der Schutz der Verbraucher stand bei der Neuregelung an erster Stelle“, bilanziert Steiger. Dieser verteure die Leistung für die Bevölkerung und belaste gerade kleine und mittlere Betriebe im Tagesgeschäft. „Pro Reisebuchung muss ein Betrieb in der Regel mindestens zehn Minuten zusätzlich für Erklärungen, Haftungsausschlüsse und die Aushändigung der Formblätter an den Kunden kalkulieren“, bestätigt auch IHK-Branchenexpertin Daniela Oklmann.

Zusammen mit der Buchungsdokumentation, Ablage und Aufbewahrung summiere sich dieser Zeitaufwand zu einer Kostensumme, die der Betrieb an vielen Stellen nicht auf den Kunden umlegen könne.

Die IHK rät ihren Mitgliedern, sich bei Fragen direkt mit ihr in Verbindung zu setzen. IHK-Rechtsreferentin Carmen Herzberg: „Die Handhabung der Informationspflicht ist weder klar geregelt noch leicht verständlich. Gleiches gilt für das entsprechende Formularwesen.“ Die Gefahr für Fehler sei ein ständiger Begleiter. Die IHK helfe hier mit entsprechenden Hinweisen und Empfehlungen.

 

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