Viele Unternehmen sind Betreiber von sogenannten Verdunstungskühlanlagen und Nassabscheidern. Wie die Industrie- und Handelskammer (IHK) Schwarzwald-Baar-Heuberg mitteilt, sollten sich diese Unternehmen nun den 19. August im Kalender dick markieren: Denn spätestens bis dahin müssen ihre Anlagen mittels einem eigens eingerichteten Onlineportal gegenüber den zuständigen Behörden gemeldet sein.

„Unserer Erfahrung nach werden solche Anlagen häufig in der Industrie und Energiewirtschaft, aber auch im Handel, der Gastronomie sowie an Hotel- oder Bürogebäuden genutzt. Betroffen sind dabei aber nur Rückkühlwerke, die durch Verdunstung von Wasser Wärme an die Umgebungsluft abführen“, so IHK-Umweltreferent Marcel Trogisch.

Verantwortlich dafür ist eine neue Verordnung, welche die Anforderungen an den Aufbau, den Betrieb und die Überwachung von schätzungsweise mehr als 30.000 Anlagen in Deutschland erstmals rechtlich festgelegt.  Und dabei ist, laut IHK, die Meldung solcher Anlagen bei den zuständigen Behörden durch den Betreiber nur der erste Schritt: „Zusätzlich zur Meldung bis Mitte August kommen dann künftig noch regelmäßige betriebsinterne Prüfungen, Laboruntersuchungen und Dokumentationspflichten auf die Anlagenbetreiber zu. Außerdem müssen die betroffenen Anlagen alle fünf Jahre zum Beispiel von einem Sachverständigen überprüft werden“, so der Umweltreferent weiter. Betreiber können ihre Bestands- und Neuanlagen den Behörden über das Onlineportal www.kavka.bund.demelden.

Zum Hintergrund:
In der Vergangenheit kam es in Deutschland mehrfach zu Legionellen-Ausbrüchen, wie etwa der in Ulm, in dessen Folge fünf Menschen starben und 59 in Krankenhäusern behandelt werden mussten. Ein weiterer Vorfall ereignete sich in Warstein mit insgesamt 165 Erkrankten, von denen drei verstarben. Als Ursache wurden Legionellen unter anderem aus Verdunstungskühlanlagen angegeben.

Diese stäbchenförmigen Bakterien sind natürlich vorkommende Wasserbakterien, die aus der Umwelt in geringen Konzentrationen in technische Wassersysteme gelangen können. Bei einer Wassertemperatur von rund 30 bis 45 Grad Celsius vermehren sie sich dann besonders gut. Werden solche Anlagen dann nicht ordentlich gewartet und tritt dieses Wasser außerdem in Form von kleinen Wassertröpfchen (Aerosole) in unsere Lungen ein, kann dies insbesondere bei Menschen mit einem geschwächten Immunsystem zu Lungenerkrankungen führen. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch findet nicht statt.

Diese neue Verordnung über Verdunstungskühlanlagen, Kühltürme und Nassabscheider (kurz 42. BImSchV) schafft daher zukünftig technische und organisatorische Regeln, um das Risiko zu minimieren, dass solche Anlagen unter bestimmten Bedingungen legionellenhaltige Wassertröpfchen emittieren, die dann vom Menschen eingeatmet werden könnten.