Netzwerk geht in die Innovations-Offensive

Additive Fertigung in der Medizintechnik: „MedPrint“ vereint 24 Partner aus Wirtschaft und Wissenschaft

Timo Bausert vom 3D-Labor der Hochschule Furtwangen (HFU), Campus Tuttlingen, entnimmt einem Drucker ein additiv gefertigtes Kunststoffteil: In dem von der MedicalMountains GmbH federführend geleiteten ZIM-Netzwerk MedPrint haben sich Partner aus Forschung und Wirtschaft zusammengefunden, um die Potenziale des 3D-Drucks für die Medizintechnik auszubauen. Foto: MedicalMountains

Inno­va­tio­nen ent­ste­hen heu­te nicht mehr im stil­len Käm­mer­lein, son­dern im Zusam­men­spiel sehr unter­schied­li­cher Quel­len und Erfah­rungs­wer­te: Unter der Feder­füh­rung von Medi­cal­Moun­tains zie­hen jetzt 24 Unter­neh­men und For­schungs­ein­rich­tun­gen an einem Strang, um die Poten­zia­le der addi­ti­ven Fer­ti­gung für die Medi­zin­tech­nik aus­zu­bau­en. Dar­über berich­tet Medi­cal­Moun­tains in einer Pres­se­mit­tei­lung:

Das Vor­ha­ben hat auf höchs­ter Stel­le über­zeugt: Med­Print zählt zu den erfolg­reich aus­ge­wähl­ten Netz­werk­pro­jek­ten des bun­des­wei­ten Pro­gramms „Zen­tra­les Inno­va­ti­ons­pro­gramm Mit­tel­stand“ (ZIM) und wird vom Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Wirt­schaft und Ener­gie geför­dert.

Der soge­nann­te 3D-Druck hat in der jüngs­ten Ver­gan­gen­heit einen enor­men Auf­schwung erlebt. Neue Ver­fah­ren und Mate­ria­li­en erwei­tern nahe­zu täg­lich die Gren­zen des tech­nisch Mach­ba­ren. Dar­aus erwach­sen ins­be­son­de­re für die Medi­zin­tech­nik vie­le Chan­cen. Zum einen ste­hen den Pro­dukt­ent­wick­lern For­men und Geo­me­tri­en zur Ver­fü­gung, die bis vor kur­zem noch unvor­stell­bar waren. Zum ande­ren besteht die Mög­lich­keit der indi­vi­du­el­len Gestal­tung: Instru­men­te, Gerä­te und Implan­ta­te kön­nen je nach Anwen­der oder Pati­ent in der „Los­grö­ße 1“, als ange­pass­te Ein­zel­stü­cke ent­ste­hen.

Ange­sicht der bestehen­den Chan­cen und Per­spek­ti­ven zäh­len addi­ti­ve Fer­ti­gungs­ver­fah­ren zu den welt­wei­ten Mega­trends der Bran­che. „Unser Ziel ist es, vor allem klei­ne und mitt­le­re Unter­neh­men mit­zu­neh­men, damit sie den Fort­schritt tech­nisch und wirt­schaft­lich für sich nutz­bar machen kön­nen“, umreißt Julia Ste­cke­ler, Geschäfts­füh­re­rin der Medi­cal­Moun­tains GmbH den Ansatz von Med­Print.

Das Kern­an­lie­gen ist klar defi­niert: „Es geht um die Nut­zung neu­er Tech­no­lo­gi­en zum Ziel einer fort­schritt­li­chen Pati­en­ten­ver­sor­gung.“ Um dies zu errei­chen, steht die anwen­der­na­he Wei­ter­ent­wick­lung ent­spre­chen­der Mate­ria­li­en, Werk­zeu­ge und Ver­fah­ren im Vor­der­grund. „Med­Print soll sei­nen Teil­neh­mern zu Inno­va­ti­ons­sprün­gen ver­hel­fen, um im inter­na­tio­na­len Wett­be­werb nicht nur mit­zu­hal­ten, son­dern eine Füh­rungs­rol­le ein­zu­neh­men“, ergänzt Mein­rad Kempf, Netz­werk­ma­na­ger von Med­Print. Schließ­lich soll die baden-würt­tem­ber­gi­sche Medi­zin­tech­nik­bran­che rund um den Raum Tutt­lin­gen auch in Zukunft sei­nem Ruf als Welt­zen­trum der Medi­zin­tech­nik stand­hal­ten.

Das Netz­werk ist breit auf­ge­stellt. Indus­trie­sei­tig sind klas­si­sche Her­stel­ler von medi­zin­tech­ni­schen Instru­men­ten, Anbie­ter von 3D-Dru­ckern und Mate­ria­li­en, Her­stel­ler von Rei­ni­gungs­an­la­gen und Rei­ni­gungs­mit­teln sowie Ent­wick­lungs­dienst­leis­ter betei­ligt. Die For­schungs­land­schaft wird durch das Insti­tut für Laser­tech­no­lo­gi­en in der Medi­zin und Mess­tech­nik (ILM) der Uni­ver­si­tät Ulm, das Natur­wis­sen­schaft­li­che und Medi­zi­ni­sche Insti­tut (NMI) an der Uni­ver­si­tät Tübin­gen, das Insti­tut für Mikro­in­te­gra­ti­on (IFM) der Uni­ver­si­tät Stutt­gart, die Hahn-Schickard Gesell­schaft für ange­wand­te For­schung e.V., das Kom­pe­tenz­zen­trum für spa­nen­de Fer­ti­gung (KSF), die Hoch­schu­le Furt­wan­gen (HFU), die Tech­ni­sche Uni­ver­si­tät Mün­chen sowie durch das For­schungs­in­sti­tut Edel­me­tal­le und Metall­che­mie (FEM) reprä­sen­tiert.

Nach dem Auf­tak­tref­fen haben sich drei Arbeits­grup­pen gebil­det. Um die dort ent­ste­hen­den Pro­jekt­ide­en in zukunfts­fä­hi­ge Pro­duk­te zu gie­ßen, braucht es krea­ti­ve Ent­wick­lungs­an­sät­ze. „Die ers­ten Schrit­te sind viel­ver­spre­chend“, freut sich Julia Ste­cke­ler. „Wenn sich das Wis­sens­spek­trum der For­scher mit dem prak­ti­schen Know-how der Indus­trie ver­eint, kann Gro­ßes ent­ste­hen.“ Med­Print ver­fügt über das Poten­zi­al, auch über den Pro­jekt­zeit­raum hin­aus ein Exper­ten- und Kom­pe­tenz­zen­trum zu wer­den, das als Vor­rei­ter in der Erschlie­ßung addi­ti­ver Fer­ti­gungs­tech­no­lo­gi­en agiert und bekannt ist.