Neue Geschäftsmodelle sind gefragt

Experten begeistern bei erstem IHK-Futurewalk: Arbeitswelt wird sich spürbar verändern -

Business Model Engineering, das Gestalten von Geschäftsmodellen, ist eine der wesentlichen Herausforderungen, denen sich Unternehmen in Zukunft stellen müssen, so die IHK in einer Pressemitteilung. Vor allem auch angesichts der zunehmenden Digitalisierung. In vielen Branchen entstehen vollkommen neue Geschäftsmodelle: alte Strukturen müssen vielfach geändert werden, will man am Markt weiter mithalten.



Der erste „Futurewalk“ der Industrie- und Handelskammer (IHK) Schwarzwald-Baar-Heuberg widmete sich diesem Thema. In den Räumen der „Szene 64“ in Schramberg erhielten die Teilnehmer viele Antworten und inspirierende Anregungen. Nach der Begrüßung von IHK-Digitalisierungsmanagerin Simone Mader, brannten die Referenten, Professor Marc Rüger und Dr. Jürgen Schüppel, ein regelrechtes Feuerwerk an Informationen ab, zeigten Möglichkeiten und Modelle auf, gespickt mit vielen Beispielen aus Praxis und der Wirtschaft.

Marc Rüger, Mitglied des Direktoriums des Fraunhofer Instituts für Arbeitswissenschaft und Organisation in Stuttgart, erläuterte an großen Namen wie Kodak oder Nokia, was passiert, wenn man keine passenden Antworten auf Marktentwicklungen geben will oder kann. „Wichtig sind vor allem Fachleute, die in den Unternehmen das Geschäftsmodel dann auch umsetzen können. Motivieren Sie die Mitarbeiter und machen Sie die Betroffenen zu Beteiligten des Prozesses.“

Trotz noch guter Auftragslage sollten die Unternehmen überlegen, wo die Reise hingeht und wie bereits vorhandene Daten als Rohstoff genutzt werden können. „Werden Sie sich ihrer Stärken bewusst und lassen sie diese in neue Geschäftsmodelle münden“, riet der Experte.

In kleinen Gruppen setzten die Teilnehmer anschließend das theoretische Wissen in die Praxis um. Es galt, ein bestehendes Business Model darzustellen, daraus eine neue Idee zu generieren und auszugestalten.

Danach lag es an Schüppel zu zeigen, wie ein Wechsel ganz konkret aussehen könnte. „Wir erleben einen tiefgreifenden Wandel bei internen Prozessen, das geht an die kulturelle DNA der Unternehmen“. Schüppel ist Geschäftsführender Partner der Change Factory in München. Das mittelständische Unternehmen befasst sich mit Veränderungen in Unternehmen und der Entwicklung von Führungsqualitäten. Und er beschönigte nichts.

„Durch die Digitalisierung werden Berufszweige verschwinden, Berufsfelder überflüssig, die kognitive Arbeit und Arbeitsinhalte ändern sich. Wir sprechen hier von einem Zeitraum von fünf bis zehn Jahren,“ blickte er voraus und zeigte anhand von neurobiologischen Fakten, warum Menschen oft keine Veränderung wollen und lieber in ihrer Sicherheitszone blieben. Schüppel forderte: „Fangen Sie gleich morgen an, die digitale Kompetenz Ihrer Mitarbeiter zu verbessern.“

Aber nicht durch Anweisungen und Vorschriften, sondern mit kleinen Dingen, beispielsweise einer Chatgruppe. „Lust auf Veränderungen schaffe ich, wenn ich den Mitarbeitern einen guten Grund dafür liefere es zu tun“, brachte es Schüppel auf den Punkt. Mit einem „Transformations-Check“ gab er den Teilnehmern eine praktische Übersicht für den Wechsel an die Hand und beantwortete zahlreiche Fragen. Noch ganz angetan von den Vorträgen, gab es natürlich beim abschließenden Netzwerken einiges zu bereden.


 

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