Besuch der äthiopischen Delegation bei Helios Ventilatoren in Villingen-Schwenningen: Exportdirektor Thorsten Keßler, Jörg Hermle (IHK), Wirtschaftskonsul Asfaw Seta Wardlo, Generalkonsul Mehreteab Mulugeta Haile und Helios-Geschäftsführer Gunther Müller (von links). Foto: pm

REGION (pm) – Bis­lang haben die wenigs­ten deut­schen Mit­tel­ständ­ler den afri­ka­ni­schen Markt auf dem Schirm, da die Markt­er­schlie­ßung eine ganz beson­de­re Her­aus­for­de­rung ist. Über einen Besuch aus Äthio­pi­en berich­tet die IHK in einer Pres­se­mit­tei­lung:

Zwar scheint der Afri­ka­hype der ver­gan­ge­nen Jah­re auf den ers­ten Blick vor­bei zu sein, die Volks­wirt­schaf­ten in Afri­ka sind aber sehr in Bewe­gung“, sagt Jörg Herm­le, Außen­wirt­schafts­ex­per­te der Indus­trie- und Han­dels­kam­mer (IHK) Schwarz­wald-Baar-Heu­berg anläss­lich des Besuchs einer äthio­pi­schen Dele­ga­ti­on in der IHK.

Beim Tref­fen mit Gene­ral­kon­sul Meh­re­te­ab Mulu­ge­ta Hai­le und Wirt­schafts­kon­sul Asfaw Seta Ward­lo ging es dar­um, aus­zu­lo­ten, wel­che Inves­ti­ti­ons­chan­cen vor­han­den sind und wie die IHK regio­na­le Unter­neh­men bei der Mar­kerschlie­ßung des afri­ka­ni­schen Kon­ti­nents noch bes­ser unter­stüt­zen kann. IHK-Geschäfts­be­reichs­lei­ter Tho­mas Wolf stell­te der äthio­pi­schen Dele­ga­ti­on die hohe Leis­tungs­fä­hig­keit der Regi­on mit sei­nen exzel­len­ten Unter­neh­men, Hoch­schu­len und For­schungs­in­sti­tu­ten vor. „Davon kön­nen künf­tig bei­de Sei­ten pro­fi­tie­ren“, so Tho­mas Wolf. 40 Unter­neh­men, vor­wie­gend aus der Medi­zin­tech­nik, Elek­tro­nik, IT, Pum­pen­tech­nik pfleg­ten bereits Geschäfts­kon­tak­te in Rich­tung Äthio­pi­en, so Wolf.

Wie leis­tungs­fä­hig regio­na­le Unter­neh­men sind, dar­über konn­te sich die Dele­ga­ti­on bei Heli­os Ven­ti­la­to­ren, einem der füh­ren­den euro­päi­schen Her­stel­ler der Ven­ti­la­to­ren­tech­nik, infor­mie­ren. Mit mehr als 350 Mit­ar­bei­tern am Haupt­sitz in Vil­lin­gen-Schwen­nin­gen pro­du­ziert und ver­treibt Heli­os Pro­duk­te und Lüf­tungs­sys­te­me für viel­fäl­ti­ge Ein­satz­ge­bie­te welt­weit. Gun­ther Mül­ler, Geschäfts­füh­ren­der Gesell­schaf­ter von Heli­os, beton­te, dass die über 3.000 kata­log­mä­ßi­gen Gerä­te­ty­pen auch pas­sen­de Lösun­gen für kom­pli­zier­te Betriebs­be­din­gun­gen, wie man sie in Afri­ka vor­fin­det, anbie­ten.

Wie Export­lei­ter Thors­ten Keß­ler sag­te, umfas­se das Seri­en­pro­gramm kom­pak­te Klein­raum­ven­ti­la­to­ren im Bade­zim­mer, Lüf­tungs­sys­te­me mit und ohne Wär­me­rück­ge­win­nung, Be- und Ent­lüf­tungs­an­la­gen in grö­ße­ren Gebäu­den wie Thea­ter­sä­len, Restau­rants oder Muse­en bis hin zu spe­zi­el­len Indus­trie­pro­jek­ten sowie sicher­heits­re­le­van­te Lösun­gen der tech­ni­schen Gebäu­de­aus­rüs­tung, wie Brand­gas- und Ent­rau­chungs­ven­ti­la­to­ren.

Für Unter­neh­men, die sich für den äthio­pi­schen Markt oder Märk­te in ande­ren afri­ka­ni­schen Län­dern inter­es­sie­ren, steht der IHK-Fach­be­reich Inter­na­tio­nal für Bera­tun­gen zur Ver­fü­gung. Er orga­ni­siert bei Bedarf Busi­ness Round Table Gesprä­che, um Erfah­run­gen zwi­schen den Unter­neh­men aus­zu­tau­schen.

Äthio­pi­en
Äthio­pi­en zählt mit Wachs­tums­ra­ten von bis zu zehn Pro­zent zu den expan­sivs­ten Län­dern der Welt. Pro­duk­ti­ons­schwer­punk­te sind bis­lang die Agro­in­dus­trie, die Leder-, die Tex­til- und die Schuh­in­dus­trie sowie der Berg­bau. Indi­sche, chi­ne­si­sche und tür­ki­sche Unter­neh­men enga­gie­ren sich in die­sen Wirt­schafts­sek­to­ren und nut­zen die ver­schie­de­nen Frei­han­dels­ab­kom­men, die auch deut­schen Unter­neh­men offen ste­hen.

Der äthio­pi­sche Staat hat die letz­ten Jah­re genutzt, um eine moder­ne Infra­struk­tur auf­zu­bau­en. So wur­den die Ver­kehrs­we­ge, der Ener­gie­sek­tor, die Tele­kom­mu­ni­ka­ti­on und die Errich­tung von Indus­trie­zo­nen stark vor­an­ge­trie­ben nach dem Vor­bild ehe­ma­li­ger Ent­wick­lungs­staa­ten, wie Chi­na und Süd­ko­rea. Aus­län­di­sche Inves­to­ren, die am Auf­bau einer Prä­senz oder Pro­duk­ti­ons­stät­te in Äthio­pi­en sind, kön­nen in einem Groß­teil der Wirt­schafts­sek­to­ren ohne loka­le Betei­li­gung über eine Fir­men­grün­dung geschäft­lich tätig wer­den. Hier­zu bie­tet die äthio­pi­sche Regie­rung für Inter­es­sen­ten einen One-Stop-Shop an, der auch über staat­li­che För­der­mög­lich­kei­ten infor­miert.