Intelligent Manufacturing Conference 2019 (IMC 2019, im historischen Kraftwerk in Rottweil. Foto: pm

ROTTWEIL – Die Intel­li­gent Manu­fac­tu­ring Con­fe­rence (IMC) 2019 im Kraft­werk Rott­weil hielt laut Pres­se­mit­tei­lung alles, was sie ver­spro­chen hat­te. Eine beein­dru­cken­de Rie­ge an Exper­ten sprach dar­über, wie die Mobi­li­tät der Zukunft aus­se­hen könn­te und wie die Bran­che die vor ihr lie­gen­den Her­aus­for­de­run­gen meis­tern kann. Die Ver­an­stal­tung wur­de vom Schwei­zer Werk­zeug­ma­schi­nen­her­stel­ler Tor­nos orga­ni­siert und war nach eige­ner Aus­sa­ge ein gro­ßer Erfolg.

Die 150 Teil­neh­mer waren sowohl von den Vor­trä­gen der Exper­ten als auch vom anschlie­ßen­den inter­es­san­ten Mei­nungs- und Gedan­ken­aus­tausch sehr ange­tan. Dank der anwe­sen­den Exper­ten konn­ten sie bei vier sehr inter­es­sant gestal­te­ten Prä­sen­ta­tio­nen an einem ein­zi­gen Tag umfas­sen­de Ein­bli­cke in die mobi­li­täts­be­zo­ge­ne For­schung vie­ler Jah­re gewin­nen. Im Anschluss an die Prä­sen­ta­tio­nen erfuh­ren die Besu­cher bei einer Podi­ums­dis­kus­si­on – die von der Jour­na­lis­tin und Digi­tal­öko­no­min Kat­rin-Céci­le Zieg­ler mode­riert wur­de – viel Wis­sens­wer­tes und Inter­es­san­tes über diver­se Sicht­wei­sen. Die­ser Ver­an­stal­tungs­teil run­de­te den hoch­in­for­ma­ti­ven Vor­mit­tag per­fekt ab.

Wie wer­den wir uns in Zukunft fort­be­we­gen? Sind die heu­ti­gen Trans­port­mit­tel ver­al­tet? Soll­ten wir künf­tig auf Kraft­stof­fe wie Die­sel, die man­che für höchst schäd­lich hal­ten, ver­zich­ten? Braucht neue Mobi­li­tät neue Zulie­fe­rer? Eröff­net wur­de die Kon­fe­renz mit einem Vor­trag von Dr. Rolf Bulan­der, ehe­mals Mit­glied der Geschäfts­lei­tung der Robert Bosch GmbH und dort ver­ant­wort­lich für den Bereich Mobi­li­ty Solu­ti­ons, der über die neu­es­ten Mobi­li­täts­trends refe­rier­te. Dem­nach gibt es nicht nur einen Mobi­li­täts­trend der Zukunft, son­dern meh­re­re, wel­che durch den Kon­su­men­ten beein­flusst wer­den. Dies war eines der wich­ti­gen The­men, die bei der IMC 2019 dis­ku­tiert wur­den.

Bestehen­de Kom­pe­ten­zen auch in der Elek­tro­mo­bi­li­tät nut­zen
M. Sc. . Jan­na Hof­mann war die zwei­te Exper­tin, die das The­ma Mobi­li­tät der Zukunft bei der Intel­li­gent Manu­fac­tu­ring Con­fe­rence 2019 auf­griff. Sie ist am Karls­ru­her Insti­tut für Tech­no­lo­gie beschäf­tigt, wo sie Unter­neh­men mit dem Pro­jekt Fit4E bei der Ent­wick­lung von Metho­den und Ansät­zen unter­stützt. Sie beton­te, wel­che Her­aus­for­de­run­gen der Wan­del mit sich bringt und wie Teams inner­halb eines Unter­neh­mens die neu­en Anfor­de­run­gen gemein­sam bewäl­ti­gen kön­nen.

Den Druck des Mark­tes zum Vor­teil nut­zen – die drit­te Prä­sen­ta­ti­on des Tages von Prof. Dr.-Ing. Sieg­fried Schmalz­ried stieß bei den Teil­neh­mern der Tor­nos Intel­li­gent Manu­fac­tu­ring Con­fe­rence auf gro­ßes Inter­es­se. Durch sei­nen intel­li­gen­ten Ansatz konn­ten die Teil­neh­mer nach­voll­zie­hen, dass der Kol­ben­mo­tor noch lan­ge nicht Geschich­te ist. Auf­grund des Wachs­tums in Märk­ten außer­halb der EU und der USA wird der Peak bis 2030 erwar­tet. Bei der Stei­ge­rung der Leis­tungs­fä­hig­keit und Wirt­schaft­lich­keit durch ange­pass­te Pro­duk­ti­ons­pro­zes­se besteht noch Ver­bes­se­rungs­po­ten­zi­al, meint Sieg­fried Schmalz­ried. Effi­zi­en­ter zu sein ist das Ziel!

Eine sach­li­che Bewer­tung der Die­sel­tech­no­lo­gie : Prof. Dr. sc. techn. Tho­mas Koch war der vier­te Red­ner auf dem Podi­um. Sein Ansatz hat basie­rend auf den Erfah­run­gen der Ver­gan­gen­heit gezeigt, dass die Die­sel­tech­nik nicht so teuf­lisch ist, wie man­che Leu­te glau­ben. Tho­mas Koch ist Insti­tuts­lei­ter für Kol­ben­ma­schi­nen am Karls­ru­her Insti­tut für Tech­no­lo­gie. Aus sei­ner Sicht kann man das Abgas­pro­blem tech­nisch lösen. Die Luft­ver­bes­se­rung ist eine wich­ti­ge The­ma­tik in Deutsch­land. Der Ver­bren­nungs­mo­tor ist bes­ser als sein Ruf. Und die Elek­tro­mo­bi­li­tät? Sie ist für ihn aktu­ell nicht die bes­te Lösung, weil sie ein­fach zu teu­er sei.

Der Nach­mit­tag bei der IMC 2019 stand vor allem im Zei­chen diver­ser Round­ta­bles, bei denen die Ver­an­stal­tungs­part­ner zusam­men­ge­bracht wur­den. Zu die­sen zähl­ten Gras­sin­ger, Gol­ten­bo­dt, SCHmolz + Bicken­bach, Schlen­ker, Wal­ter sowie Tor­nos. Jeder die­ser Part­ner prä­sen­tier­te wäh­rend die­ses Tags der Mobi­li­tät spe­zi­fi­sche Pro­duk­te und Lösun­gen. Die Teil­neh­mer hat­ten bei die­sen Sit­zun­gen und im eigens ein­ge­rich­te­ten Aus­stel­lungs­be­reich Gele­gen­heit, Fra­gen zu stel­len und pro­duk­ti­ons­re­le­van­te The­men zu erör­tern.

Ein wei­te­res High­light der IMC 2019 war der Vor­trag von Micha­el Hau­ser, dem CEO von Tor­nos, der die gro­ße Bedeu­tung des deut­schen Markts für die Werk­zeug­ma­schi­nen­in­dus­trie beton­te. Ein Bei­spiel: Tor­nos hat kürz­lich in Pforz­heim ein Grund­stück gekauft und wird dem­nächst mit dem Bau des neu­en Custo­mer Cen­ter begin­nen. Dies ist ein deut­li­ches Signal für Tor­nos’ Wunsch, die eige­ne Prä­senz in dem Land zu stär­ken.

Der Tag ende­te, wie er begon­nen hat­te, mit den Rap­pern Toba & Pheel die mit Rhyth­mus­ge­fühl und Humor die ver­schie­de­nen Abschnit­te der IMC 2019 Revue pas­sie­ren lie­ßen. Der Auf­tritt, der von Fines­se, Esprit und Kön­nen zeug­te, fand gro­ßen Anklang. Am Ende der IMC 2019 ging jeder Teil­neh­mer mit neu­en, umfas­sen­de­ren und brei­ter gefä­cher­ten Ein­drü­cken und Kennt­nis­sen von der Mobi­li­tät von mor­gen nach Hau­se. Neben den Work­shops und Aus­stel­lun­gen bot der Tag dar­über hin­aus die wich­ti­ge Gele­gen­heit, sich mit Bran­chen­ver­tre­tern und inter­es­sier­ten Per­so­nen zu ver­net­zen.