Neue Stahlkolben für PKW made in Rottweil sollen bis zu fünf Prozent Kraftstoff reduzieren

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ROTTWEIL (pm) Ohne sie kann kein Fahr­zeug mit Ver­bren­nungs­mo­tor fah­ren: Kol­ben. Letz­te Woche konn­ten die Teil­neh­mer des Inno­va­ti­ons­netz­werks live und vor Ort erle­ben, wie eine Kol­ben-Inno­va­ti­on, von der ältes­ten Stadt Baden-Würt­tem­bergs und zukünf­ti­gen Turm­stadt aus, den Sie­ges­zug in die Welt antritt, heißt es in einer Pres­se­mit­tei­lung der Fir­ma Mah­le.

Die Rede ist von dem neu­en PKW-Stahl­kol­ben der ab 2015 bei MAHLE in Rott­weil in Groß­se­ri­en­fer­ti­gung vom Band läuft. „Im Werk Rott­weil ent­ste­hen Kol­ben aller Art für PKW und Nutz­fahr­zeu­ge“, so Werks­lei­ter Dr. Nor­bert Dicks bei sei­ner Begrü­ßung. „Hier indus­tria­li­sie­ren wir die Pro­duk­te, die zuvor in unse­ren For­schung- und Ent­wick­lungs­ab­tei­lun­gen ent­stan­den sind.“

Nach lan­gen und posi­ti­ven Erfah­run­gen im Nutz­fahr­zeug­ein­satz hat MAHLE die Stahl­kol­ben nun auch für den Pkw-Die­sel­mo­tor zur Seri­en­rei­fe ent­wi­ckelt. In einem hoch inno­va­ti­ven Fer­ti­gungs­pro­zess sol­len die neu­en Stahl­kol­ben den stei­gen­den glo­ba­len Anfor­de­run­gen an Lang­le­big­keit, Fes­tig­keit und vor allem Emis­si­ons­min­de­rung im Auto­ver­kehr gerecht wer­den. Drei bis fünf Pro­zent Redu­zie­rung des Kraft­stoff­ver­brauchs ver­spricht der Ein­satz des neu­en Stahl­kol­bens. Geplan­te Inves­ti­ti­ons­sum­me im Werk Rott­weil: 30 – 40 Mil­lio­nen Euro.

Obwohl erst eine der zwei geplan­ten Pro­duk­ti­ons­li­ni­en steht, ist der neue Stahl­kol­ben aus Rott­weil schon jetzt ein Ver­kaufs­ren­ner. Die Grün­de für die wach­sen­de Nach­fra­ge sind die poli­ti­schen Kli­ma­zie­le, die die euro­päi­schen Auto­her­stel­ler in die Enge trei­ben. Bis 2015 müs­sen die Her­stel­ler den durch­schnitt­li­chen CO2-Aus­stoß ihrer Neu­wa­gen­flot­ten auf 130 Gramm pro Kilo­me­ter sen­ken, bis 2020 sol­len es nur noch 95 Gramm sein, sonst fal­len Straf­zah­lun­gen an. Zwar gilt das 2008 unter dem Druck der Auto­lob­by von der EU fest­ge­leg­te Ziel als wenig ambi­tio­niert, denn ange­sichts des tech­ni­schen Fort­schritts bei der Moto­ren­ent­wick­lung wird wohl kaum ein Her­stel­ler die Vor­ga­be ver­feh­len. „Doch der Trend ist gesetzt und die Mess­lat­te wird wei­ter stei­gen“, beton­te Armin Frank, Vor­stand des Inno­va­ti­ons­netz­werks.

Nach einem span­nen­den Ein­blick in die Inno­va­ti­ons­pro­zes­se von MAHLE beka­men die Ver­an­stal­tungs­teil­neh­mer beim obli­ga­to­ri­schen Betriebs­rund­gang einen tie­fen Ein­blick in die neue Seri­en­fer­ti­gung und erfuh­ren, war­um die neu­en Stahl­kol­ben, obwohl schwe­rer als ihre Vor­gän­ger aus Alu­mi­ni­um, beim Die­sel­mo­tor einen wesent­li­chen Bei­trag leis­ten kön­nen, Emis­sio­nen zu sen­ken.

Dr. Nor­bert Dicks: „Wesent­li­che Vor­tei­le erge­ben sich aus der Reibleis­tung. Dar­über hin­aus bie­ten ther­mo­dy­na­mi­sche Zusam­men­hän­ge aber auch Vor­tei­le in der Ver­bren­nung, die zu einer Redu­zie­rung des Kraft­stoff­ver­brauchs und der Emis­sio­nen füh­ren. Die nied­ri­ge­re Kom­pres­si­ons­hö­he von Stahl­kol­ben kann zudem für eine Hub­raum­er­hö­hung oder auch nied­ri­ge­re Motor­bau­hö­hen genutzt wer­den.“ Zu den Kun­den der neu­en Stahl­kol­ben zählt u.a. Renault.

Ein­ge­la­den zur Ver­an­stal­tung hat­te das Inno­va­ti­ons­netz­werk Schwarz­wald-Baar-Heu­berg e.V. (www.innovationsnetzwerk-sbh.de)

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