Vermehrt treten derzeit Betrüger an die Mitarbeiter der Buchhaltungen mittelständischer Unternehmen heran und geben sich als deren Geschäftsführer aus, um anschließend täuschungsbedingte Zahlungen „ihrer Mitarbeiter“ zu veranlassen. „Bisher kam es bereits zu Überweisungen und Schäden von mehreren Millionen Euro“, warnt Rechtsreferentin Anja Schulze von der Industrie- und Handelskammer (IHK) Schwarzwald-Baar-Heuberg.

REGION (pm) – Die Täter nutzen hierbei gezielt die Abwesenheit der Geschäftsführung aus. Ist der wahre Geschäftsführer ortsabwesend, werden von den Tätern gefälschte E-Mails im Namen des wahren Geschäftsführers versendet. In der angeblich streng vertraulichen E-Mail gaukeln diese dann Insiderinformationen im Zusammenhang mit einem Firmenkauf vor. Der vermeintliche Geschäftsführer weist dabei „seine“ Mitarbeiter an, die Geldgeschäfte für ihn abzuwickeln. Er selbst sei telefonisch nicht erreichbar, kündigt aber an, dass es einen involvierten Rechtsanwalt oder einen Vermittler gebe, der anschließend weitere Anweisungen erteilen dürfe.

Kurz darauf meldet sich – wie von den Betrügern abgesprochen – dieser vermeintliche „Rechtsanwalt“ und weist den Mitarbeiter an Gelder für den vermeintlichen Firmenkauf zu transferieren. Das Landeskriminalamt hat die Ermittlungen nach den Tätern, der Herkunft der gefälschten E-Mail Nachrichten und den Kontoverbindungen aufgenommen.

Zum Schutz vor der Betrugsmasche rät die IHK:

Achten Sie auf Details und Veränderungen in der E-Mail-Adresse und informieren Sie bei verdächtigen E-Mail-Nachrichten Ihre Geschäftsleitung oder einen Vorgesetzten.

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Die Täter erhalten die für die Betrügermasche notwendigen Informationen zur Firmenstruktur und der handlungsbefugten Personen von der vom Unternehmen bereit gestellten Internetplattform. Überprüfen Sie diesbezüglich Ihren Internetauftritt.

Sensibilisieren Sie ihre Mitarbeiter sie auch als Geschäftsführer selbst Ihre Mitarbeiter und geben Sie diesen vorab klare Anweisungen, wie sich Ihre Mitarbeiter in solch einem Fall verhalten sollen.

Unterschätzen Sie die Täter nicht! Diese gehen professionell vor und nutzen auch bei der Annäherung an Ihre Mitarbeiter die üblichen Umgangsformen zwischen Leitungsebene und Mitarbeitern.

Lassen Sie bei größeren Geldgeschäften keine Mitarbeiter allein entscheiden, sondern nutzen Sie das „Vier-Augen-Prinzip“. Kommunizieren Sie in Ihrem Unternehmen auch deutlich, dass Sie als Geschäftsführer eine solch folgenschwere Entscheidung keinem einzelnen Mitarbeiter ohne persönliche Rücksprache übertragen würden. Denn das ist der Trick der Masche: Durch die vorgebliche Verpflichtung zur Verschwiegenheit in den betrügerischen Mails sollten gerade die firmeninternen Kotrollmechanismen außer Kraft gesetzt werden.

Wenden Sie sich bei Ungereimtheiten und Fragen an die örtliche Polizeidienststelle oder an IHK-Rechtsreferentin Anja Schulze, Telefon: 07721 922-139, Fax: 07721 922-9139 bzw. per E-Mail: schulze@vs.ihk.de.