Reform des Reiserechts: Minister Wolf trifft Vertreter der IHK

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Treffen in der Hansgrohe Aquademie in Schiltach zum Thema EU-Pauschalreiserichtlinie. Von links: IHK-Hauptgeschäftsführer Thomas Albiez, Elke Schönborn (Tourismusreferentin, IHK Nordschwarzwald), IHK-Tourismusreferentin Anne Spreitzer, Martin Keppler (Hauptgeschäftsführer, IHK Nordschwarzwald), Minister Guido Wolf, Alexandra Limberger (Geschäftsführerin Hotel Am Solegarten, Bad Dürrheim), Michael Steiger (Vorsitzender des IHK-Tourismusausschusses) und Hans-Peter Finke (Geschäftsführer Reisebüro Bühler, Schramberg). Foto: pm

SCHILTACH (pm) – Anlässlich der Veranstaltung „FutureHotel – Das Hotel der Zukunft“ in der Hansgrohe Aquademie in Schiltach hat sich Minister Guido Wolf mit Hoteliers und anderen Reiseunternehmern sowie Vertretern der Industrie- und Handelskammer (IHK) Schwarzwald-Baar-Heuberg getroffen. Der CDU-Politiker hat  laut IHK-Pressemitteilung die anstehende Umsetzung der EU-Pauschalreiserichtlinie erörtert.

Guido Wolf ist als Justiz- und Europaminister des Landes auch für die Belange des Tourismus in Baden-Württemberg zuständig. „Der zugehörige Gesetzentwurf sieht in seiner aktuellen Fassung einige Verschärfungen vor, durch die Serviceleistungen erschwert würden. So sollen etwa Hoteliers, wenn sie ihren Gästen zusätzliche Angebote wie etwa Wellness-Behandlungen verkaufen, wie ein Reiseveranstalter behandelt werden. Da ein Reiseveranstalter einer zusätzlichen Versicherungspflicht unterliegt, würde dies zu höheren Kosten für die Hotels und letztendlich für die Gäste führen. Dem steht aber kein erhöhter Verbraucherschutz gegenüber, das Buchen einer solchen Zusatzleistung ist nicht mit einer als Paket gebuchten Reise zu vergleichen. Auch Reisebüros könnten in der aktuellen Entwurfsfassung leicht in die Rolle eines Reiseveranstalters rutschen, obwohl sie nur von Dritten angebotene Leistungen vermitteln“, sagt IHK-Hauptgeschäftsführer Thomas Albiez.

Angesichts der großen Bedeutung, die der Tourismus für die Wirtschaft der Region hat, setze sich die IHK für eine maßvolle Umsetzung der Richtlinie ein. Derartige Belastungen der Unternehmen, die keinerlei Mehrwert für die Verbraucher mit sich bringen, seien sinnlos. Guido Wolf betonte ebenfalls die Wichtigkeit des Tourismus für Baden-Württemberg. „Es muss auch im Interesse der Gäste darauf geachtet werden, dass flexible und umfangreiche Angebote möglich bleiben.“

Die in dieser Sache von Beginn an geleistete Überzeugungsarbeit scheint sich auch schon auszuzahlen, so hat das Justizministerium bereits Änderungen am Gesetzentwurf angekündigt, die die Einwände der Interessenverbände berücksichtigen. Das ist schon ein guter Erfolg, so Thomas Albiez. „Entscheidend ist aber, was tatsächlich am Ende im verabschiedeten Gesetz steht. Daher muss das Vorhaben weiter kritisch begleitet werden.“