Schwäbische Werkzeugmaschinen setzen aufs direkte Gespräch

Schwäbische Werkzeugmaschinen setzen aufs direkte Gespräch

Die Coronapandemie macht allen zu schaffen: den Familien, den Betrieben, dem Handel, den Schulen. Was sonst  zum Jahreslauf gehörte, ist plötzlich nicht mehr möglich. Zum Beispiel die eigentlich im Frühjahr gewohnten Ausbildungsmessen wie JAMS in Schramberg oder Jobs for Future in Schwenningen.

Und dennoch suchen die Firmen natürlich weiter junge Nachwuchskräfte. Manche versuchen es per Videokonferenz, ein Azubi-Speed-Dating ist geplant. Der Waldmössinger Maschinenbauer Schwäbische Werkzeugmaschinen (SW) ist am Samstag einen neuen Weg gegangen: Weil der inzwischen schon traditionelle Ausbildungstag in der klassischen Form nicht möglich war, hat sich das Unternehmen eine andere Möglichkeit einfallen lassen:

„Wir haben die Familien als Haushalt eingeladen“, berichtet Dirk Christen, bei SW verantwortlich für die Ausbildung und Personalplanung. „Ein Ausbilder nimmt die Familie zeitlich gestaffelt in Empfang, informiert über die verschiedenen Ausbildungsberufe und begleitet sie dann durch das Ausbildungszentrum.“

Wegen der Pandemie fallen ja nicht nur die Messen aus, so Christen. Auch die sonst so beliebten Praktika seien nicht möglich. Beim Bewerbertag wurden die Familien auch durch die Montagehallen geführt. Am Ende hat sich Christen selbst Zeit für ein Bewerbertraining mit den Jugendlichen genommen.

Trotz Corona sehr gute Resonanz

Klar, der klassische Ausbildungstag, bei dem die Jugendlichen richtig in der Werkstatt mitarbeiten konnten, wo Auszubildende direkt zeigten, was bei SW geht – und es am Ende noch „Cola und ‚ne rote Wurscht“ gab, das ist in diesem Jahr nicht drin gewesen, bedauert auch Christen. „Wichtig war uns, dass alle Hygieneregeln eingehalten wurden.“

Doch auch auf diese Form des Ausbildungstags sei die Resonanz sehr gut gewesen. Das sei SW auch wichtig, weil es – auch wegen Corona – schwieriger geworden sei, die Ausbildungsplätze zu besetzen. Man spüre, dass manche Jungendliche verunsichert sind: Soll ich eine Lehre machen oder weiter zur Schule gehen? Hinzu komme, dass nun  geburtenschwache Jahrgänge kämen, so Christen. Derzeit machen etwa 120 junge Leute bei SW eine kaufmännische, oder gewerbliche Ausbildung. Oder sie studieren an einer Dualen Hochschule. „Für diesen Herbst haben wir etwa 30 Ausbildungsplätze. Das sind einige mehr als im  vergangenen Jahr, die wir besetzen wollen“, so Personalentwickler Christen.

SW sucht wieder Fachkräfte.

Delle überwunden

Das habe auch damit zu tun, dass die  wirtschaftliche „Delle“ der Jahre 2019 und 2020 wohl überwunden sei, erklärt André Harter, seit Februar  bei SW Leiter für Marketing und Business Development.  „SW befindet sich wieder im Aufschwung, das erste Quartal war positiv.“ Die Firma habe weltweit neue Niederlassungen aufgebaut, um näher bei den Kunden zu sein. „Wir sind auf gutem Wege“, ist Harter optimistisch. Auch deshalb ist das Waldmössinger Unternehmen drauf angewiesen, die Fachkräfte von morgen zu gewinnen.

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Quelle: NRWZ.de – veröffentlicht am 26. April 2021 von Martin Himmelheber (him). Erschienen unter https://www.nrwz.de/wirtschaft/schwaebische-werkzeugmaschinen-setzen-aufs-direkte-gespraech/312435