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Sonntag, 8. Dezember 2019
Start Schram­berg Schwei­zer Elec­tro­nic bestä­tigt Zah­len für das 1. Halb­jahr 2019

Schweizer Electronic bestätigt Zahlen für das 1. Halbjahr 2019

Bestell­zu­rück­hal­tung der Auto­mo­bil­kun­den

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Schram­berg. Die Schwei­­zer-Grup­­pe hat das ers­te Halb­jahr 2019 mit einem Umsatz von 60,2 Mil­lio­nen Euro (2018: 63,9 Mil­lio­nen Euro) abge­schlos­sen. Dies ent­spricht einem Rück­gang von 5,7 Pro­zent. Hier­über infor­miert die Fir­ma in einer Pres­se­mit­tei­lung.

Das EBITDA (Ergeb­nis vor Zin­sen, Steu­ern und Abschrei­bun­gen) belief sich auf eine Mil­lio­nen Euro (2018: 6,6 Mil­lio­nen Euro), was einer EBITDA Quo­te von 1,7 Pro­zent (2018: 10,3 Pro­zent) ent­spricht. Das Kon­­zern-Erge­b­­nis vor Zin­sen und Steu­ern (EBIT) betrug ‑2,3 Mil­lio­nen Euro (2018: 2,8 Mil­lio­nen Euro) und ent­spricht einer EBIT Quo­te von ‑3,8 Pro­zent.
Schwei­zer war im ers­ten Halb­jahr 2019 von der sich bereits im vier­ten Quar­tal 2018 ein­ge­tre­te­nen Abschwä­chung der Nach­fra­ge im Auto­­mo­­bil- wie auch im Indus­trie­be­reich in star­kem Maße betrof­fen. Im zwei­ten Quar­tal setz­te sich der Umsatz­rück­gang zum Vor­jah­res­quar­tal mit einer deut­lich gerin­ge­ren Rück­stands­quo­te in Höhe von 2,9 Pro­zent fort, wäh­rend im ers­ten Quar­tal 2019 noch eine Ver­än­de­rung in Höhe von ‑8,5 Pro­zent im Ver­gleich zum ers­ten Quar­tal 2018 zu ver­zeich­nen war.

Aus dem Werk in Schram­berg wur­de ein Umsatz von 41,4 Mil­lio­nen Euro gene­riert, was einem Rück­gang im Ver­gleich zum Vor­jah­res­zeit­raum von 24 Pro­zent ent­spricht. Durch eine annä­hern­de Ver­dopp­lung unse­rer Umsät­ze von Pro­duk­ten über unser asia­ti­sches Part­ner­netz­werk konn­te der Rück­gang teil­wei­se kom­pen­siert wer­den. Ins­ge­samt wur­den 18,8 Mil­lio­nen Euro Umsatz mit Pro­duk­ten erzielt, die bei WUS Kunshan oder bei Mei­ko Elec­tro­nics Chi­na und Viet­nam her­ge­stellt wur­den. Somit stieg deren Umsatz­an­teil von 15 Pro­zent auf 31 Pro­zent. Hier sehen wir in Zukunft wei­te­res Stei­ge­rungs­po­ten­zi­al.

Trotz der Bestell­zu­rück­hal­tung unse­rer Auto­mo­bil­kun­den in der Brei­te, erhöh­te sich der Umsatz in die­sem Bereich um 2,7 Mil­lio­nen Euro auf 46,8 Mil­lio­nen Euro, was ins­­be-son­­de­­re auf einer bedeu­ten­den Aus­wei­tung der Geschäfts­ak­ti­vi­tä­ten mit zwei Key-Account-Kun­­­den beruht. Mit unse­ren Indus­trie­kun­den und den übri­gen Bran­chen erlös-ten wir im ers­ten Halb­jahr 13,4 Mil­lio­nen Euro Umsatz. Dies ent­spricht einem Rück­gang von 6,4 Mil­lio­nen Euro oder 32 Pro­zent gegen­über der Ver­gleichs­pe­ri­ode im Vor­jahr. Bei den Absatz­re­gio­nen erga­ben sich leich­te Ver­schie­bun­gen zu Guns­ten der asia­­ti-schen Märk­te. 78 Pro­zent der Umsät­ze wur­den in Euro­pa rea­li­siert, 12 Pro­zent in Asi­en und 10 Pro­zent in Ame­ri­ka und der übri­gen Welt.

Pro­fi­ta­bi­li­tät gesun­ken

Das Brut­to­er­geb­nis sank im ers­ten Halb­jahr 2019 im Ver­gleich zur Vor­jah­res­pe­ri­ode um
rund 39 Pro­zent auf 6,5 Mil­lio­nen Euro (2018: 10,6 Mil­lio­nen Euro), was einer Brut­to­mar­ge
von 10,8 Pro­zent ent­spricht (2018: 16,6 Pro­zent). Die nied­ri­ge­re Mar­gen­quo­te
wird durch eine selek­ti­ve Preis­po­li­tik zur Sti­mu­lie­rung der Absät­ze und einem ungüns­ti­ge­ren Mix im Pro­dukt­port­fo­lio beein­flusst. Um dem Ein­fluss aus rück­läu­fi­gem Geschäfts­vo­lu­men und dem sin­ken­den Mar­gen­er­trag ent­ge­gen­zu­wir­ken, wur­den zahl­rei­che
Ein­spar­maß­nah­men im Pro­duk­ti­ons­be­reich imple­men­tiert. Zu dem Akti­ons­pro­gramm zäh­len unter ande­rem die im März ein­ge­führ­te Kurz­ar­beit, signi­fi­kan­te Preis­re­du­zie­run­gen unse­rer Lie­fe­ran­ten sowie umge­setz­te Maß­nah­men zur Ver­bes­se­rung der Pro­duk­ti­vi­tät. Auch in den Vertriebs‑, Ent­­wick­­lungs- und Ver­wal­tungs­be­rei­chen wur­de ein umfang­rei­ches
Kos­ten­sen­kungs­pro­gramm umge­setzt. Neben einer restrik­ti­ven Ein­stel­lungs­po­li­tik tru­gen Kurz­ar­beit, defi­nier­te Sach­kos­ten­ein­spa­run­gen sowie selek­ti­ve Inves­ti­ti­ons­frei­ga­ben zu einer signi­fi­kan­ten Ergeb­nis­stüt­zung im ers­ten Halb­jahr 2019 bei. Die Kos­ten im Zusam­men­hang mit dem Auf­bau des neu­en Pro­duk­ti­ons­wer­kes in Chi­na belie­fen sich im ers­ten Halb­jahr 2019 auf 1,7 Mil­lio­nen Euro.

Auf­trags­be­stand redu­zier­te sich um 60 Pro­zent

Im Ver­lauf des 1. Halb­jah­res erga­ben sich zuneh­men­de Stor­nie­run­gen bzw. Ver­schie­bun­gen von Bestel­lun­gen der Kun­den im Auto­mo­bil­sek­tor. Dies reflek­tiert sich in dem Auf­trags­ein­gang, der mit 30,3 Mil­lio­nen Euro um 60,6 Pro­zent unter dem Niveau des Vor­jah­res lag. In Fol­ge redu­zier­te sich auch der Auf­trags­be­stand, der zum Ende Juni 143,0 Mil­lio­nen Euro (2018: 185,1 Mil­lio­nen Euro) betrug. Von die­sem Auf­trags­be­stand ste­hen für das zwei­te Halb­jahr 2019 noch rund 52 Mil­lio­nen Euro zur Aus­lie­fe­rung in den Büchern. Der Auf­trags­be­stand für 2020 beträgt noch über 90 Mil­lio­nen Euro. Die wei­te­re Ent­wick­lung der Nach­fra­ge der Auto­mo­bil­in­dus­trie erscheint kurz­fris­tig kaum vor­her­sag­bar.

Pro­jekt Chi­na

Der Bau eines Hoch­tech­no­lo­gie­wer­kes in Chi­na ist voll im Plan. Das Gebäu­de ist erstellt, der Innen­aus­bau ist in vol­lem Gan­ge. Die Anlie­fe­rung und Instal­la­ti­on der Maschi­nen wird im August begin­nen, so dass aus der­zei­ti­ger Sicht dem Pro­duk­ti­ons­start Anfang 2020 nichts ent­ge­gen­steht. Ende Juni waren 56 Mit­ar­bei­ter in Chi­na beschäf­tigt. Zur Vor­be­rei­tung des Pro­duk­ti­ons­starts wer­den wir im zwei­ten Halb­jahr plan­ge­mäß die
Mit­ar­bei­ter­zahl mehr als ver­dop­peln.

Aus­blick

Schwei­zer hat sich als unver­zicht­ba­rer Spe­zia­list für Leis­tungs­elek­tro­nik und Sen­so­rik eta­bliert. Eines von unse­ren zen­tra­len Zukunfts­pro­duk­ten ist die Embed­ding Tech­no­lo­gie. Durch das Ein­bet­ten von Leis­tungs­halb­lei­tern in die Lei­ter­plat­te wer­den dem Kun­den signi­fi­kan­te Vor­tei­le im Bereich von 48-Volt Bord­net­zen zur Reduk­ti­on von CO2-Aus­­sto­­ßes ermög­licht. In Zusam­men­ar­beit mit Infi­ne­on konn­te Schwei­zer ein enorm wich­ti­ges Leit­pro­jekt mit dem Auto­mo­bil­zu­lie­fe­rer Con­ti­nen­tal gewin­nen. Der Start der Mas­sen­pro­duk­ti­on ist für das Jahr 2021 geplant und erfolgt sowohl im Werk in Schram­berg als auch im neu­en chi­ne­si­schen Werk von SCHWEIZER. Wir sind damit ein wich­ti­ger Part­ner für unse­re Kun­den im Auto­mo­bil­be­reich zur zuver­läs­si­gen und kos­ten­op­ti­mier­ten Rea­li­sie­rung von Lösun­gen im Bereich E‑Mobilität und CO2 Effi­zi­enz sowie Auto­no­mes Fah­ren. Ins­be­son­de­re aber auch für Kun­den aus der Indus­trie­elek­tro­nik spie­len unse­re Tech­no­lo­gi­en für die The­men Auto­ma­ti­on und Sen­so­rik im Rah­men von Indus­trie 4.0 eine immer bedeut­sa­me­re Rol­le.

Der Aus­blick für die gesamt­wirt­schaft­li­che Ent­wick­lung ist für die nächs­ten Quar­ta­le sehr ver­hal­ten und wird u.a. durch den Han­dels­kon­flikt zwi­schen den USA und Chi­na, der dro­hen­den Eska­la­ti­on des Zoll­kon­flikts zwi­schen USA und der Euro­päi­schen Uni­on und der stei­gen­den Gefahr eines unge­re­gel­ten Bre­x­it geprägt. Die wirt­schaft­li­che Ent­wick­lung in Deutsch­land und die andau­ern­de Schwä­che bei den welt­wei­ten Auto­­mo­­bil- Absatz­zah­len wer­den auch im zwei­ten Halb­jahr unmit­tel­bar das Geschäft von Schwei­zer nega­tiv beein­flus­sen. Somit rech­nen wir nicht mehr mit einer Erho­lung des Geschäfts im zwei­ten Halb­jahr 2019. Aus der­zei­ti­ger Sicht ist jedoch auch nicht mit einer wei­te­ren Abschwä­chung der Geschäfts­la­ge zu rech­nen.

Umsatz- und Ergeb­nis­pro­gno­se nach unten kor­ri­giert

Auf die­ser Basis erwar­te Schwei­zer einen Umsatz von zwi­schen 120 Mil­lio­nen Euro und 125 Mil­lio­nen Euro, was einem Wachs­tum von zwi­schen minus 4 und 0 Pro­zent ent­spricht (bis­her zwi­schen minus 5 und plus 5 Pro­zent). Die Kon­kre­ti­sie­rung der Umsatz­pro­gno­se beruht auf einer kon­ser­va­ti­ve­ren Annah­me der Pro­duk­ti­ons­vo­lu­mi­na am Stand­ort Schram­berg, woge­gen die Umsät­ze, die über die asia­ti­schen Part­ner WUS und Mei­ko rea­li­siert wer­den, wei­ter­hin sta­bil blei­ben. Damit wird sich die Umsatz­struk­tur wei­ter­hin zuguns­ten der Han­dels­wa­re ver­schie­ben.

Die aus­blei­ben­de Erho­lung der Geschäf­te im zwei­ten Halb­jahr, die anhal­ten­de Schwä­che der Nach­fra­ge nach Lei­ter­plat­ten Made in Schram­berg sowie der plan­mä­ßig stei­gen­de Auf­wand in Chi­na auf Basis des anste­hen­den Pro­duk­ti­ons­starts wer­den auch im zwei­ten Halb­jahr die Ergeb­nis­si­tua­ti­on des Kon­zerns belas­ten. Auf Basis der der­zeit vor­lie­gen­den Infor­ma­tio­nen rech­net Schwei­zer für den Kon­zern mit einer EBITDA Quo­te zwi­schen null und vier Pro­zent (bis­he­ri­ge Pro­gno­se zwi­schen vier und sechs Pro­zent), was einem abso­lu­ten EBITDA von null bis vier Mllio­nen Euro ent­spricht.

 

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