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Freitag, 28. Februar 2020

Sensoren ertasten die Zukunft

Innovation Forum Smarte Technologien und Systeme / Verbraucher-Feedback liefert Entwicklern Input

Produkte und Anwendungen werden kleiner, schlauer, kommunikativer – im privaten wie im industriellen Umfeld. Dass beide Bereiche immer mehr zusammenwachsen, war eine Erkenntnis des 10. Innovation Forum für Smarte Technologien und Systeme in Donaueschingen. Darüber berichten die  Veranstalter TechnologyMountains , Industrie- und Handelskammer Schwarzwald-Baar-Heuberg und Hahn-Schickard-Gesellschaft für angewandte Forschung in einer Pressemitteilung:

Sie konnten in den Donauhallen rund 200 Besucher aus dem In- und Ausland begrüßen, die sich bei mehr als 20 Fachvorträgen, bei der forumsbegleitenden Ausstellung und in persönlichen Gesprächen mit der digitalen Welt von morgen auseinandersetzten.

Beim Eröffnungstalk gefragt, wohin diese Entwicklung sich genau bewege, gab Professor Alfons Dehé, Institutsleiter bei Hahn-Schickard in Villingen-Schwenningen, eine ehrlich offene Antwort: „Ich wäre froh, wenn ich das sagen könnte.“ Erkenntnisse und Entwicklungen lösen sich in atemberaubendem Tempo ab, sodass das „Wohin“ eine vage Vorstellung bleibt.

Anders hingegen das „Wie“. Das „Internet der Dinge“ hat sich als Wegbereiter herauskristallisiert. Zwar hake es hier und da noch, sagte Alfons Dehé, aber es gebe genug Ideen, Produkte dank „eingebauter Intelligenz“ noch schlauer zu machen. Innovationen seien jedoch kein Selbstzweck, ergänzte TechnologyMountains-Vorstandsvorsitzender Dr. Harald Stallforth. Letztlich gehe es um die Umsetzung auf dem Markt. Um neue Geschäftsfelder.

Was diese Wertschöpfungspotenziale angeht, kann die produzierende Industrie einiges aus den Gewohnheiten privater Verbraucher lernen: Dr. Rolf Birkhofer von der Endress+Hauser Process Solutions AG sprach in einem der Eröffnungsvorträge über „Consumerization“. Anders formuliert: von Kunden lernen.

Für jeden Smartphone-Nutzer sei es heutzutage selbstverständlich, Anwendungen mobil starten zu können, Informationen in Echtzeit abzurufen und ein optisch ansprechendes Gerät in Händen zu halten. Bedeutet: Was früher ein analoger, schlicht gestalteter Durchflussmesser war, ist heute per App ansteuerbar, mit Design-Auszeichnungen prämiert und so gestaltet, dass sich das Display je nach Einbaulage dreht. Also ganz im Sinne der Generation Y, so Rolf Birkhofer, die mit dieser Technologie groß geworden sei. Und die Generation Z stehe schon in den Startlöchern: „Was diese einmal von der Industrie verlangen wird, kann ich mir noch gar nicht vorstellen.“

Vielleicht werden es die biegsamen, nahezu transparenten Folien sein, auf die sich bereits Tastaturen, Heizelemente und Leuchten drucken lassen. Oder Mikrosysteme, die, wie eine Tablette eingenommen, Vitaldaten aus dem menschlichen Körper funken werden. Klar wurde jedenfalls: Sensoren agieren immer mehr als selbstständige und mitteilungsfreudige Individuen. Nicht selten reden sie noch aneinander vorbei.

Bei der Maschinenkommunikation herrsche derzeit ein babylonisches Sprachengewirr, machte Professor Axel Sikora von Hahn-Schickard deutlich. Daher bestehe eine wesentliche Aufgabe darin, einheitliche Protokolle beziehungsweise passende Übersetzer zu finden, um die Daten richtig verstehen und interpretieren zu können. Übertragen auf die Gesellschaft und Industrie und Gänze: Das Innovation Forum nahm für die Teilnehmer eben diese Rolle eines „Übersetzers“ ein, Trends zu erkennen, die zugrundeliegenden Technologien zu verstehen und für sich zu nutzen. Auch wenn letztlich noch unklar ist, wohin die Reise genau gehen wird.

 

Weitere Informationen zu TechnologyMountains unter technologymountains.de

 

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