Birgit Hakenjos-Boyd. Foto: IHK

In einem nun ver­öf­fent­lich­ten Posi­ti­ons­pa­pier begrüßt die Indus­trie- und Han­dels­kam­mer (IHK) Schwarz­wald-Baar-Heu­berg die geplan­te Reform des Zuwan­de­rungs­rechts. Aus Sicht der Wirt­schaft gibt es – laut IHK Mit­tei­lung „aber auch noch Na-chbes­se­rungs­be­darf”.

IHK-Prä­si­den­tin Bir­git Haken­jos-Boyd freut sich über den Vor­stoß der Regie­rungs­ko­ali­ti­on: „Der Gesetz­ent­wurf geht in die rich­ti­ge Rich­tung: Er schafft vie­le büro­kra­ti­sche Hemm­nis­se bei der Ein­stel­lung von aus­län­di­schen Mit­ar­bei­tern ab und erleich­tert vor allem die Beschäf­ti­gung von Men­schen mit Berufs­aus­bil­dung. Bis­lang kon­zen­trier­te sich das Ein­wan­de­rungs­recht vor allem auf Aka­de­mi­ker. Ange­sichts der hie­si­gen Arbeits­markt­ver­hält­nis­se hal­te ich die­se Ände­rung für sehr sinn­voll.“

Die Regi­on Schwarz­wald-Baar-Heu­berg habe als wirt­schafts­star­ke Regi­on im länd­li­chen Raum beson­ders mit Fach­kräf­te­man­gel zu kämp­fen. „Wir sind daher auf die Beschäf­ti­gung von aus­län­di­schen Arbeit­neh­mern ange­wie­sen“, so Bir­git Haken­jos-Boyd wei­ter und fügt hin­zu: „Die aktu­el­le Rechts­la­ge ist für unse­re Mit­glieds­un­ter­neh­men in die­ser Hin­sicht sehr unbe­frie­di­gend.“

Wolf-Die­ter Bau­er, Jus­ti­ti­ar der IHK, kennt die Pro­ble­me bei der Ein­stel­lung von Aus­län­dern aus der Bera­tungs­pra­xis: „Wenn ein poten­zi­el­ler Mit­ar­bei­ter gefun­den wur­de, dau­ert es meist noch sehr lan­ge, bis er auch tat­säch­lich anfan­gen kann zu arbei­ten. Die Unter­neh­men wür­den stark von einer Ent­bü­ro­kra­ti­sie­rung pro­fi­tie­ren.“

Aktu­ell wer­de vor Ein­stel­lun­gen auf­wen­dig geprüft, ob aus­län­di­sche Abschlüs­se mit ihren deut­schen Pen­dants ver­gleich­bar sind. Dies sei aber oft über­haupt nicht erfor­der­lich, da sich die Anfor­de­run­gen an Mit­ar­bei­ter von Unter­neh­men zu Unter­neh­men stark unter­schei­den. „Ich bin über­zeugt, dass die Unter­neh­men selbst am bes­ten wis­sen, wer zu ihnen passt und die not­wen­di­gen Kennt­nis­se mit­bringt. Die betrieb­li­chen Beson­der­hei­ten müs­sen Deut­sche genau­so wie Aus­län­der ohne­hin im Arbeits­all­tag ken­nen­ler­nen.“

Der IHK ist es daher beson­ders wich­tig, dass die Chan­cen, die ein moder­nes Zuwan­de­rungs­recht bie­tet, nicht durch über­trie­be­ne Büro­kra­tie bei der Aner­ken­nung von Abschlüs­sen blo­ckiert wer­den. Die Berufs­bil­dung wird inter­na­tio­nal sehr unter­schied­lich gere­gelt, hier lässt sich kaum Ver­gleich­bar­keit her­stel­len.

Gleich­zei­tig sam­meln Arbeit­neh­mer natür­lich auch wäh­rend ihrer vor­an­ge­hen­den Berufs­tä­tig­keit Erfah­run­gen, die sie in Deutsch­land sinn­voll ein­brin­gen kön­nen. Dies macht es sehr auf­wen­dig für eine Behör­de, die Fähig­kei­ten eines Arbeit­neh­mers kor­rekt ein­zu­schät­zen. Die IHK schlägt daher vor, der Ein­schät­zung der Unter­neh­mer, dass ein Aus­län­der aus­rei­chend für sei­ne Stel­le qua­li­fi­ziert ist, ein­fach zu fol­gen.