Steim und Kretschmann waren die Antreiber

Duale Hochschule in Taicang eröffnet

Feierliche Eröffnung der neuen Dualen Hochschule in Taicang. Fotos: Kern-Liebers

TAICANG/SCHRAMBERG (him) – Die ers­te Dua­le Hoch­schu­le Chi­nas haben die­se Woche Ver­tre­ter der chi­ne­si­schen Regie­rung und aus Baden-Würt­tem­berg in Tai­cang eröff­net. Maß­geb­lich dar­an betei­ligt war Schram­bergs – und Tai­cangs – Ehren­bür­ger Dr. Hans-Jochem Steim.

Steim hat­te als Fir­men­chef 1993 eine ers­te Fir­men­fi­lia­le von Kern-Lie­bers in Tai­cang auf­ge­baut. Bei der Aus­bil­dung von Fach­kräf­ten setz­te Kern-Lie­bers  auf das Sys­tem der dua­len Aus­bil­dung:  Prak­ti­sche Arbeit im Betrieb und gleich­zei­tig Berufs­schul­un­ter­richt. Schon damals hat­ten die chi­ne­si­sche und die deut­sche Regie­rung ein Abkom­men geschlos­sen, wonach die­ses Aus­bil­dungs­sys­tem in Chi­na vor­an getrie­ben wer­den soll. „Seit 2001 betrei­ben wir eine Lehr­werk­statt in Tai­cang und bil­den etwa 100 jun­ge Leu­te  nach dem dua­len Sys­tem zu Werk­zeug­ma­chern aus“, berich­tet Steim der NRWZ. Nun soll die dua­le Hoch­schul­aus­bil­dung fol­gen.

Hand­schlag: Der Vize-Par­tei­se­kre­tär der Sou­the­ast Uni­ver­si­tät Nan­jing, Dr. Li Jian Ren, und der Prä­si­dent der DHBW, Pro­fes­sor Arnold van Zyl.

Im Lauf der Jah­re haben sich etwa 260 wei­te­re Betrie­be aus Deutsch­land in Tai­cang ange­sie­delt. Der Bedarf an höher qua­li­fi­zier­ten Mit­ar­bei­tern stieg. Bei einem Besuch von Minis­ter­prä­si­dent Win­fried Kret­sch­mann 2015 in Chi­na war die­ser sich mit Steim schnell einig, dass eine dua­le Hoch­schu­le wich­tig wäre, um höher qua­li­fi­zier­te Mit­ar­bei­ter für die Bedürf­nis­se der deut­schen Unter­neh­men zu gewin­nen. Die bei­den ken­nen sich aus dem Land­tag, dem Steim von 1996 bis 2006 ange­hör­te. In den fol­gen­den Jah­ren haben sich laut Steim die Geschäfts­füh­rer von Kern-Lie­bers, ins­be­son­de­re Dirk Heers, sehr für das Pro­jekt ein­ge­setzt.

Duale Bildung: Die „Geheimwaffe der deutschen Wirtschaft”

Bei der fei­er­li­chen Eröff­nung der Hoch­schu­le am Diens­tag in Tai­cang berich­te­te der Geschäfts­füh­rer des Ham­mer­werks Fri­din­gen, Frank Springo­rum: „Unter der Füh­rung von Minis­ter­prä­si­dent Kret­sch­mann und Steim haben eine Rei­he deut­scher Unter­neh­men mit gro­ßer Unter­stüt­zung der Baden-Würt­tem­ber­gi­schen Dua­len Hoch­schu­len (DHBW) und der Stadt­ver­wal­tung von Tai­cang das Pro­jekt  Dua­le Hoch­schu­le ver­wirk­licht.“

Das Dua­le Sys­tem in der beruf­li­chen Bil­dung, sei „die Geheim­waf­fe der erfolg­rei­chen deut­schen Wirt­schaft“, ver­si­cher­te Springo­rum. Die enge Ver­bin­dung von Theo­rie und Pra­xis sei das Ent­schei­den­de, und das  wer­de nun auch an der Tai­cang Dual Sys­tem Uni­ver­si­ty so gehal­ten.

Typisch Chi­na: Fest­li­cher Rah­men.

Unter­stüt­zung kom­me neben Kern-Lie­bers von Fir­men wie Trumpf, Mubea, Ebner, IMS Gear oder Chi­ron. Die­se Unter­neh­men böten einen  ”idea­len Nähr­bo­den“ für die neue Dua­le Hoch­schu­le. DHBW sor­ge für die Qua­li­täts­kon­trol­le, schick­ten aber auch Pro­fes­so­ren nach Tai­cang, so Springo­rum.

An die künf­ti­gen Stu­den­ten gewandt erläu­ter­te er, dass die dua­le Aus­bil­dung neben Fach­kennt­nis­sen auch sozia­le Fähig­kei­ten ver­mitt­le. Die Absol­ven­ten sei­en in einem brei­ten Feld kom­pe­tent und nicht nur auf eine Tätig­keit beschränkt qua­li­fi­ziert. Dies lege eine soli­de Basis für eine erfolg­rei­che Berufs­ka­rie­re.