REGION (pm) –Die IG Metall Freu­den­stadt berei­tet sich auf eine har­te Tarif­run­de vor. Anläss­lich der Dele­gier­ten­ver­samm­lung am Sams­tag, 6. Dezem­ber schwor der ers­te Bevoll­mäch­tig­te, Rei­ner Neu­meis­ter sei­ne Mit­glie­der auf eine inten­si­ve Aus­ein­an­der­set­zung um die berech­tig­ten For­de­run­gen der Gewerk­schaft ein, wie die IG Metall in einer Pres­se­mit­tei­lung berich­tet.

Mehr als 90 Dele­gier­te dis­ku­tier­ten auf der Dele­gier­ten­ver­samm­lung der IG Metall Freu­den­stadt unter dem Mot­to „Wir für mehr“ das For­de­rungs­pa­ket für die Tarif­run­de 2015 für die Metall- und Elek­tro­in­dus­trie. Neu­meis­ter ver­wies auf die Not­wen­dig­keit, die aus­lau­fen­de Alters­teil­zeit neu zu regeln und dabei Ver­bes­se­run­gen, ins­be­son­de­re für die unte­ren Ent­gelt­grup­pen, durch­zu­set­zen.

Neu­meis­ter ver­deut­lich­te die­se For­de­rung: „Die Beleg­schaf­ten wer­den in vie­len Betrie­ben der Regi­on immer älter, alters­ge­rech­te Arbeits­plät­ze sind jedoch Man­gel­wa­re. Arbeit­ge­ber reagie­ren auf die­se Situa­ti­on vie­ler­orts unter ande­rem mit fol­gen­den Ansa­gen: „Wer nicht mehr kann, soll mit Abfin­dung, oder auch ohne gehen!“ Neu­meis­ter ver­wies auf die Not­wen­dig­keit, die Alters­teil­zeit an die neu­en gesetz­li­chen Bestim­mun­gen der Ren­te mit 63 Jah­ren anzu­pas­sen und finan­zi­ell bes­ser aus­zu­stat­ten. Gera­de Beschäf­tig­te in den unte­ren Ein­kom­mens­grup­pen könn­ten sich einen vor­zei­ti­gen Aus­stieg aus dem Arbeits­le­ben nicht leis­ten. Es sei­en aber gera­de die­se Beschäf­tig­ten­grup­pen, die oft schwe­re kör­per­li­che Arbeit leis­te­ten und beson­ders dar­auf ange­wie­sen sei­en, vor­zei­tig aus­zu­schei­den. Auch Frau­en, deren Ent­gelt dem Ent­gelt der Män­ner oft­mals hin­ter­her hinkt, hät­ten Schwie­rig­kei­ten die Ren­ten­ab­schlä­ge zu ver­kraf­ten.

Anläss­lich der immer kom­ple­xer wer­den­den Arbeits­welt kom­me der For­de­rung zur Qua­li­fi­zie­rung von Beschäf­tig­ten eine wich­ti­ge Rol­le zu. Die zwei­te Bevoll­mäch­tig­te der IGM Freu­den­stadt, Doro­thee Diehm, for­der­te hier­zu eine Qua­li­fi­zie­rungs­of­fen­si­ve in den Betrie­ben: „Qua­li­fi­zie­rung kos­tet Zeit und Geld. Das kann man nicht nur den Beschäf­tig­ten abver­lan­gen. Wir stel­len uns einen Tarif­ver­trag vor, der eine Qua­li­fi­zie­rungs­zeit mit einer Arbeits- und Frei­stel­lungs­pha­se zu Bil­dung regelt.“ Eine Auf­zah­lung sol­le unter ande­rem dafür sor­gen, dass sich gera­de auch Beschäf­tig­te mit gerin­gem Ein­kom­men fort­bil­den kön­nen und damit die Grund­la­ge für sozia­len Auf­stieg haben.

Neu­meis­ter und Diehm berich­te­ten von den ers­ten Gesprä­chen mit dem Arbeit­ge­ber­ver­band Süd­west­me­tall, die nach­les­bar ver­bal auf­rüs­te­ten und ins­be­son­de­re zu den bei­den The­men­kom­ple­xen Alters­teil­zeit und Qua­li­fi­zie­rung eine star­ke Ver­wei­ge­rungs­hal­tung an den Tag leg­ten.

Wir rech­nen mit einer har­ten Tarif­aus­ein­an­der­set­zung“, so schwo­ren die Gewerk­schaf­ter die anwe­sen­den Ver­trau­ens­leu­te und Betriebs­rä­te ein, „wir tun gut dar­an, uns auf alle Even­tua­li­tä­ten der Aus­ein­an­der­set­zung gut vor­zu­be­rei­ten.“

Fabri­zio Tota­ro, Betriebs­rats­vor­sit­zen­der der Fir­ma Wagon in Nagold und Mit­glied der Gro­ßen Tarif­kom­mis­si­on in Baden Würt­tem­berg brach­te es auf den Punkt: „Wir haben mit unse­rer Geschäfts­füh­rung bereits geklärt, dass eine unter Umstän­den not­wen­di­ge Urab­stim­mung im Febru­ar im Betrieb statt­fin­den wird, wir sind auf alles vor­be­rei­tet und das muss den Arbeit­ge­bern, die mau­ern, klar wer­den.

In einer inten­si­ven Dis­kus­si­on unter den Dele­gier­ten ist nun­mehr davon aus­zu­ge­hen, dass die Arbeit­ge­ber in der Regi­on zum The­ma „Urab­stim­mung im Betrieb“ noch vor Weih­nach­ten Post von den IGM Ver­trau­ens­leu­ten bekom­men wer­den.
In der anste­hen­den Metall- und Elek­tro­ta­rif­run­de 2015 sind fol­gen­de For­de­run­gen beschlos­sen: 5,5 Pro­zent mehr Lohn und Gehalt, bei einer Lauf­zeit von zwölf Mona­ten – und kein Monat ohne Geld. Dazu kom­men die inhalt­li­chen For­de­run­gen nach einer Wei­ter­ent­wick­lung der Alters­teil­zeit und ver­bind­li­che Stan­dards in der indi­vi­du­el­len Wei­ter­bil­dung.

Der Tarif­ver­trag für Ent­gelt der Metall- und Elek­tro­in­dus­trie gilt bis zum 31. Dezem­ber 2014, die Frie­dens­pflicht endet vier Wochen spä­ter, also am 28 .Janu­ar 2015. „Bis dahin sind zwei Ver­hand­lungs­ter­mi­ne im Bezirk Baden Würt­tem­berg zwi­schen der IG Metall und dem Arbeit­ge­ber­ver­band Süd­west­me­tall ter­mi­niert. Es ist davon aus­zu­ge­hen das es bis zum 28. Janu­ar kein Ergeb­nis geben wird und die IG Metall somit ab dem 29. Janu­ar zu Warn­streiks auf­ru­fen wird”, heißt es abschlie­ßend in der IG-Metall-Mit­tei­lung.