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Samstag, 7. Dezember 2019
Start Wirt­schaft Süd­west­me­tall: IG Metall muss auf Gewerk­schafts­tag Wei­chen für Tarif­run­de mit Augen­maß stel­len

Südwestmetall: IG Metall muss auf Gewerkschaftstag Weichen für Tarifrunde mit Augenmaß stellen

Fink: „Abschwung und Struk­tur­wan­del stel­len M+E‑Unternehmen vor enor­me Her­aus­for­de­run­gen“

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Die Metall­ar­beit­ge­ber in der Regi­on haben die Ver­tre­ter der IG Metall dazu auf­ge­for­dert, auf ihrem der­zeit lau­fen­den Gewerk­schafts­tag den Fokus auf die Siche­rung des Pro­duk­ti­ons­stand­or­tes und der Beschäf­ti­gung zu legen. „Unse­re Unter­neh­men ste­hen kon­junk­tu­rell und struk­tu­rell vor enor­men Her­aus­for­de­run­gen“, sag­te der Geschäfts­füh­rer der Bezirks­grup­pe Schwar­z­­wald-Hegau des Arbeit­ge­ber­ver­bands Süd­west­me­tall, Mar­kus Fink, am Mon­tag in Vil­­lin­gen-Schwen­­nin­­gen

Wei­ter erklär­te er laut Pres­se­mit­tei­lung des Ver­ban­des: „Nach fast zehn Jah­ren Wachs­tum schei­nen die fet­ten Jah­re für die Metall- und Elek­tro­in­dus­trie nun erst ein­mal vor­bei zu sein. Ich appel­lie­re daher an die IG Metall, die Erwar­tungs­hal­tung ihrer Mit­glie­der zu dämp­fen.“

Fink ver­wies dar­auf, dass die M+E‑Produktion in Deutsch­land in den ers­ten bei­den Quar­ta­len geschrumpft sei, nach Exper­ten­de­fi­ni­ti­on damit eine Rezes­si­on in der Bran­che vor­lie­ge. Auch im drit­ten Quar­tal sei noch kei­ne Trend­wen­de zu erken­nen. Zudem befin­de sich die M+E‑Industrie auf­grund der fort­schrei­ten­den Digi­ta­li­sie­rung und dem Umstieg auf Elek­tro­mo­bi­li­tät in einem Umbruch bis­her kaum erleb­ten Aus­ma­ßes.

„Für vie­le unse­rer Unter­neh­men ist selbst die nähe­re Zukunft mit enor­men Unsi­cher­hei­ten befrach­tet“, sag­te er: „Unter kei­nen Umstän­den darf es daher zu wei­te­ren finan­zi­el­len oder ande­ren Belas­tun­gen kom­men. Die Unter­neh­men benö­ti­gen finan­zi­el­len Spiel­raum, um die rich­ti­gen Zukunfts­in­ves­ti­tio­nen täti­gen zu kön­nen.“

Auch die IG Metall trei­be die Sor­ge um die Zukunft der Bran­che um, ist sich der Bezirks­­grup­­pen-Geschäfts­­­füh­­rer sicher: „Wir müs­sen daher jetzt gemein­sam die Wei­chen rich­tig stel­len – auch in der Tarif­po­li­tik. Es muss auch im Inter­es­se der IG Metall lie­gen, die Unter­neh­men in der kom­men­den Tarif­run­de zu ent­las­ten.“

Dies sei umso wich­ti­ger, da der letz­te Tarif­ab­schluss bei vie­len Süd­­wes­t­­me­­tall-Mit­­­glie­­dern für gro­ßen Unmut gesorgt habe. Die Kri­tik, die den Ver­band errei­che, zie­le dabei sowohl auf die enor­me Gesamt­kos­ten­be­las­tung des letz­ten Abschlus­ses von mehr als sie­ben Pro­zent, als auch auf das Ele­ment T‑ZUG, also das Wahl­recht zwi­schen Ein­mal­zah­lung oder frei­en Tagen, das vie­le Unter­neh­men in der Umset­zung schlicht über­for­dert habe.

„Schon in den vor­an­ge­gan­ge­nen Tarif­run­den ist der IG Metall bei den Tarif­stei­ge­run­gen das Augen­maß ver­lo­ren­ge­gan­gen. Der letz­te Abschluss war dann für vie­le Unter­neh­men der Trop­fen, der das Fass zum Über­lau­fen gebracht hat“, sag­te Fink: „Die IG Metall tut daher gut dar­an, ihren Tarif­kurs zu über­den­ken, wenn sie nicht mut­wil­lig Arbeits­plät­ze und die Tarif­bin­dung zer­stö­ren will. Die IG Metall-Mit­­­glie­­der haben es jetzt auf ihrem Gewerk­schafts­tag selbst in der Hand, den rich­ti­gen Kurs fest­zu­le­gen.“

Info: Die Süd­­wes­t­­me­­tall-Bezirks­­grup­­pe Schwar­z­­wald-Hegau mit Sitz in Vil­lin­gen ist eine von lan­des­weit 13 Bezirks­grup­pen des Ver­ban­des der Metall- und Elek­tro­in­dus­trie Baden-Wür­t­­te­m­berg (Süd­west­me­tall), dem größ­ten indus­tri­el­len Arbeit­ge­ber­ver­band Deutsch­lands. Die Bezirks­grup­pe ver­tritt gemein­sam mit dem Unter­neh­mens­ver­band Süd­west e. V. rund 200 Mit­glieds­fir­men mit knapp 51.000 Beschäf­tig­ten  in den Land­krei­sen Schwar­z­­wald-Baar, Rott­weil, Tutt­lin­gen, Kon­stanz und Walds­hut.

 

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