SULZ (him) – Der Sulzer Möbelhersteller Wössner wird von der Parramatta Capital Holding aus Wolfsburg übernommen. Das ist die gute Nachricht, die schlechte ist, von den derzeit 170 Arbeitsplätzen werden gut 100 verloren gehen, nur etwa 50 Arbeitsplätze in Verwaltung und Entwicklung sollen in Sulz bleiben. Damit endet die Produktions-Geschichte des 1906 gegründeten Herstellers in Sulz.

Die Produktion werde ins Ausland verlagert, so Stefan Prutscher von der IG-Metall Freudenstadt zur NRWZ. Er vermutet, dass künftig in Bosnien-Herzegowina gefertigt werde. Die Möbelfabrik im Sulzer Stadtteil Kastell fertigt Möbel für Küchen, Eckbänke und Tische, die über Einkaufsverbände vertrieben werden.

Das Unternehmen habe seit Jahren Verluste eingefahren, die die Hauptgesellschafterin Angelika Wössner jahrelang ausgeglichen habe, so Prutscher. Wössner hatte vor zwei Jahren die Geschäftsführung an Oliver Gutekunst abgegeben. Sie hatte das Unternehmen von 1979 an geleitet. Angelika Wössner sei „altersbedingt seit Längerem auf der Suche nach einer Fortführungslösung für ihr Unternehmen“ gewesen, meldete das Branchenportal Euwid Möbel am 7. Januar.

Die Investoren hatten den geplanten Kauf dem Bundeskartellamt kurz vor Weihnachten gemeldet, am 19. Januar kam die Freigabe. Die Parramatta-Holding gehört zur Prevent-Gruppe, die im Automobilzulieferer und Textilbereich aktiv ist.

Mit den neuen Eigentümern hatte die IG-Metall Mitte Januar Sozialplanverhandlungen aufgenommen. „Wir haben innerhalb von zwei Wochen abgeschlossen“, so Prutscher zur NRWZ. Es sei leider nicht viel zu verteilen da gewesen. Deshalb werden alle, die ihren Job verlieren, für drei bis maximal zehn Monate in einer Transfergesellschaft unterkommen, damit sie sich für eine neue Arbeit fit machen können. „Wer da nicht rein will, kann sich die Kosten für die Transfergesellschaft auch als Abfindung auszahlen lassen“, erläutert Prutscher.

Bis Ende September können die Schreiner und Polsterer noch in Sulz arbeiten, dann soll die Produktion verlegt werden. In Sulz wäre eine profitable Produktion nur mit Investitionen von mehreren Millionen Euro zu schaffen, so Prutscher, der für die IG-Metall am Verhandlungstisch saß. Geschäftsführer Gutekunst war am Dienstag geschäftlich unterwegs und für eine Stellungnahme nicht zu erreichen, so sein Büro auf Nachfrage der NRWZ.

 

 

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