Puppen mit Puls: Im Labor des Parkview Mirro Research Center in Fort Wayne (Indiana) können an hochmodernen Dummys neue Therapiemethoden getestet und erste Praxiserfahrungen gesammelt werden – Jörg Trinkwalter (Medical Valley Nürnberg; links) und Yvonne Glienke (MedicalMountains) lassen sich die Technologie von Healthcare-Simulation-Specialist Adam Fischer erläutern.

REGION (pm) – Als eine von drei aus­ge­wähl­ten Clus­ter­initia­ti­ven hat die Medi­cal­Moun­tains AG die deut­sche Medi­zin­tech­nik in den USA reprä­sen­tiert: Im Rah­men der „Trans­at­lan­tic Clus­ter Roadshow“hätten ver­tre­ter von Medi­cal Moun­tains „im Mitt­le­ren Wes­ten bestehen­de Kon­tak­te ver­tieft und wei­te­re erfolg­ver­spre­chen­de Ver­bin­dun­gen geknüpft”, heißt es in einer Pressemitteilung:„Stets beglei­tet von dem urame­ri­ka­ni­schen Leit­ge­dan­ken ‚think big‘“.

Die ein­wö­chi­ge Dele­ga­ti­ons­rei­se war unter Feder­füh­rung der Deutsch-Ame­ri­ka­ni­schen Han­dels­kam­mer im Mitt­le­ren Wes­ten und im Rah­men der „Trans­at­lan­tic Clus­ter Initia­ti­ve“ orga­ni­siert wor­den. Schwer­punk­te lagen auf per­so­na­li­sier­ter Gesund­heits­ver­sor­gung, Digi­ta­li­sie­rung und inter­na­tio­na­ler Zusam­men­ar­beit. Dem­entspre­chend wur­de das eng getak­te­te Pro­gramm für die Ver­tre­ter der Medi­cal­Moun­tains AG, des Lan­des­zen­trums Gesund­heit Nord­rhein-West­fa­len und von Medi­cal Val­ley Nürn­berg gestal­tet.

Ein „Heim­spiel“ erwar­te­te die Tutt­lin­ger Abord­nung in Min­nea­po­lis. Die dor­ti­ge Clus­ter­or­ga­ni­sa­ti­on „Grea­ter MSP“ ist bes­tens bekannt, bringt sie ihre Kom­pe­ten­zen auf dem Feld der Addi­ti­ven Fer­ti­gung doch in das aktu­ell lau­fen­de Pro­jekt „MInD – Medi­cal Tech­no­lo­gy Inter­na­tio­nal and Digi­tal“ ein.

Neu­land“ war hin­ge­gen Nash­ville, Ten­nes­see. Hier inter­es­sier­te, da im Zuge der Digi­ta­li­sie­rung stets über Stan­dards gespro­chen wird, die deut­sche Abord­nung vor allem das Cen­ter für medi­zi­ni­sche Inter­ope­ra­bi­li­tät. Hin­ter dem sper­ri­gen Begriff ver­birgt sich einer der größ­ten Inno­va­ti­ons­hem­mer welt­weit: die noch immer nicht zufrie­den­stel­lend gelös­te Fra­ge, wie ein rei­bungs­lo­ser Daten­trans­fer zwi­schen ver­schie­de­nen medi­zi­ni­schen Sys­te­men und Tech­no­lo­gi­en erfol­gen kann.

Als letz­ter Ort der „Road­show“ wur­de Fort Way­ne ange­steu­ert. Im Nord­os­ten des Bun­des­staats India­na ist das „Welt­zen­trum der Ortho­pä­die“ zu Hau­se; in der Regi­on ansäs­si­ge Unter­neh­men kon­trol­lie­ren rund ein Drit­tel des inter­na­tio­na­len Ortho­pä­die­tech­nik­markts.

Dass in den USA stets ein biss­chen grö­ßer gedacht wird, war unter ande­rem am Park­view Mir­ro Rese­arch Cen­ter abzu­le­sen. In dem dor­ti­gen Test­la­bor kön­nen neue Behand­lungs­me­tho­den in einer voll aus­ge­stat­te­ten Kli­nik­um­ge­bung erprobt wer­den – an hoch­mo­der­nen Dum­mys, die auf ver­schie­de­ne Sze­na­ri­en pro­gram­miert wer­den kön­nen und nicht nur lebens­echt auf Ein­grif­fe reagie­ren, son­dern auch Fra­gen beant­wor­ten. Das Mul­ti­mil­lio­nen­pro­jekt ist allein durch pri­va­te Stif­tungs­gel­der finan­ziert wor­den.

Neben den offi­zi­el­len Besuchs­ter­mi­nen füll­ten Podi­ums­dis­kus­sio­nen und bila­te­ra­le Gesprä­che die Agen­da. Medi­cal­Moun­tains-Vor­stand Yvon­ne Gli­en­ke bilan­ziert: „Wir haben die Koope­ra­ti­on mit den MInD-Part­nern in Min­ne­so­ta wei­ter ver­tieft und vie­le neue Erkennt­nis­se gewon­nen, die unse­rem Clus­ter zugu­te­kom­men kön­nen.“ Die ange­nehms­te Über­ra­schung sei­en die Erfah­run­gen in Ten­nes­see und India­na gewe­sen.

Yvon­ne Gli­en­ke (4. von rechts) und Brit­ta Nor­wat (3. von rechts) von Medi­cal­Moun­tains mit Teil­neh­mern der Dele­ga­ti­ons­rei­se zu Besuch bei der Fir­ma Colo­plast in Min­nea­po­lis. Fotos: pm

Gut mög­lich also, dass sich das Netz­werk von Medi­cal­Moun­tains künf­tig noch wei­ter über den fla­chen Mitt­le­ren Wes­ten erhe­ben wird. Die Gegen­ein­la­dung an die Clus­ter in Min­nea­po­lis, Nash­ville und Fort Way­ne zum Inno­va­ti­ons­fo­rum für Medi­zin­tech­nik am 19. Okto­ber in Tutt­lin­gen ist jeden­falls aus­ge­spro­chen.