Ein Drohnenbild von der eröffneten Aussichtsplattform des TKE-Testturms. Das Foto zeigt TKE-Chef Schierenbeck, den CDU-Bundestagsabgeordneten Kauder, Architekt Jahn, Ministerpräsident Kretschmann, OB Broß und TKE-Manager Hiesinger. Foto: ThyssenKrupp

Lässt sich thyssenkrupp Ele­va­tor, eine Tochter der thyssenkrupp AG, für den Test­turm in Rot­tweil feiern und schmeißt gle­ichzeit­ig Mitar­beit­er raus? In einem Bericht der „Wirtschaftswoche“ ist vom Abbau von bis zu 500 Arbeit­splätzen die Rede. Schnell macht­en Speku­la­tio­nen die Runde, das betr­e­ffe vor allem das Aufzugswerk in Neuhausen auf den Fildern mit seinen rund 1100 Arbeit­splätzen.  Doch dieses Gerücht stimmt so nicht, wie Jür­gen Groß, zweit­er Bevollmächtigter der IG Met­all Esslin­gen, die für Neuhausen zuständig ist, auf Anfrage erk­lärt.

Bere­its im Mai hat­te die Gew­erkschaft gewarnt, dass in allen Unternehmen des Aufzugs- und Fahrtrep­penkonz­erns gravierende Ein­schnitte zu erwarten sind und zu ein­er Demon­stra­tion am Rot­tweil­er Test­turm aufgerufen, wo der Auf­sicht­srat der thyssenkrupp Ele­va­tor AG tagte. Inzwis­chen haben sich die Parteien für das Werk in Neuhausen geeinigt.

Die Aufzugss­parte ist eigentlich  eine Geld­druck-Mas­chine“, sagt Jür­gen Groß, die Gewinne stiegen seit Jahren stetig. Allerd­ings fordere der Mut­terkonz­ern, der wegen des in die Krise ger­ate­nen Stahl-Kerngeschäfts  ums Über­leben kämpft, Einsparun­gen von allen Tochterge­sellschaften.  Und weil das Werk in Neuhausen rote Zahlen schreibe, sei es beson­ders in den Fokus ger­at­en.

Doch die Fol­gen sind weniger drastisch als zunächst befürchtet: Die Eini­gung sieht vor, dass es bis 2022 keine betrieb­s­be­d­ingten Kündi­gun­gen geben wird, dass aber 84 Stellen bis zum Jahr 2020 abge­baut wer­den sollen (die 150 Arbeit­splätze im Forschungs- und Entwick­lungs­bere­ich bleiben voll erhal­ten). Aber selb­st das könne wom­öglich noch ver­hin­dert wer­den, wenn die Auf­tragslage weit­er­hin so gut bleibe wie bish­er, hofft Groß. Derzeit müssten in Neuhausen rund 70 Lei­har­beit­er beschäftigt wer­den, um die Nach­frage befriedi­gen zu kön­nen.

Neuhausen ist nach Angaben des Gew­erkschafters bish­er der einzige Stan­dort, an dem es eine Eini­gung gebe. Trotz har­ter Ver­hand­lun­gen sind Atmo­sphäre und Zusam­me­nar­beit mit den Ver­ant­wortlichen von thyssenkrupp nach seinen Erfahrun­gen „bess­er als ander­swo“. 

Im Fahrtrep­pen­werk Ham­burg sei nach jet­zigem Stand der Weg­fall von rund 50 Arbeit­splätzen vorge­se­hen. Weit­ere 20 Mitar­beit­er wären von inter­nen Ver­set­zun­gen betrof­fen. 

In der Fel­dor­gan­i­sa­tion, die Aufzüge und Fahrtrep­pen ein­baut, wartet und repari­ert, und mit vie­len Nieder­las­sun­gen bun­desweit vertreten ist, sollen Ver­wal­tungstätigkeit­en in Berlin und Mün­ster zen­tral­isiert wer­den. Davon wären 220 Arbeit­splätze betrof­fen, wobei  70 Arbeit­splätze in diesem Zuge gle­ich ganz einges­part wer­den sollen.

Und auch in der Zen­trale der in Essen sollen durch Restruk­turierungs­maß­nah­men Arbeit­splätze weg­fall­en. In allen drei Unternehmen laufen die Ver­hand­lun­gen noch, betont Jür­gen Groß.