Hoch, runter und quer: "Multi" in einer Visalisierung des Herstellers. Grafik: Thyssenkrupp

Nicht Rott­weil, nicht das dor­ti­ge Indus­trie­ge­biet Ber­ner Feld, nicht der dor­ti­ge Auf­zugs­test­turm von Thys­sen­krupp – son­dern das neue Auf­zugs­sys­tem „Mul­ti”, das dar­in getes­tet und zur Seri­en­rei­fe gebracht wer­den soll, gilt jetzt als soge­nann­ter „aus­ge­zeich­ne­ter Ort”. Mul­ti spa­re Platz und ver­kür­ze die War­te­zeit für Pas­sa­gie­re, fan­den die Juro­ren, die die Aus­zeich­nung aus­ge­spro­chen haben. Damit ist die Tech­no­lo­gie sogar mehr­fa­cher Preis­trä­ger. 

Das seil­lo­se und auch hori­zon­tal fah­ren­de Auf­zug­sys­tem „Mul­ti” von Thys­sen­krupp Ele­va­tor hat den „2018 Inno­va­ti­on Award” im Rah­men der ers­ten jähr­li­chen CTBUH Tall + Urban Inno­va­ti­on Con­fe­rence gewon­nen. Das ver­mel­de­te Thys­sen­krupp am Mor­gen. Die Kon­fe­renz fand dem­nach am 30. und 31. Mai im Aqua Tower in Chi­ca­go statt. Der Gewin­ner des Inno­va­ti­on Awards sei von einem unab­hän­gi­gen Exper­ten­pa­nel aus­ge­zeich­net wor­den. Grund­la­ge dafür war die Tech­no­lo­gie, die den wohl größ­ten Ein­fluss auf die Ent­wick­lung von Hoch­häu­sern haben wer­de – und auf die­je­ni­gen, die sie bewoh­nen bezie­hungs­wei­se nut­zen.

Dar­über hin­aus haben die Initia­ti­ve „Deutsch­land – Land der Ide­en” und die Deut­sche Bank „Mul­ti” am Mon­tag zu einem der 100 wich­tigs­ten „Aus­ge­zeich­ne­ten Orte 2018” in Deutsch­land erklärt.

Gegrün­det wur­de die Initia­ti­ve von der Bun­des­re­gie­rung und der deut­schen Wirt­schaft, ver­tre­ten durch den Bun­des­ver­band der Deut­schen Indus­trie (BDI). Unter dem Jah­res­mot­to „Wel­ten ver­bin­den – Zusam­men­halt stär­ken“ wer­den her­aus­ra­gen­de Ide­en und Inno­va­tio­nen prä­miert, die zur Bil­dung einer offe­nen Gesell­schaft bei­tra­gen. Die Initia­to­ren wol­len damit die jewei­li­gen Inno­va­tio­nen nicht nur lokal pro­mo­ten, son­dern auch das Land als leis­tungs­fä­hi­gen und nach­hal­ti­gen Indus­trie­stand­ort auf inter­na­tio­na­ler Ebe­ne prä­sen­tie­ren.

In der Lau­da­ti­on auf das Gerät heißt es:

Ein Auf­zug, der nicht nur nach oben, son­dern auch seit­wärts fährt? Mit sei­ner Tech­no­lo­gie hat thys­sen­krupp Ele­va­tor den welt­weit ers­ten Fahr­stuhl ohne Seil ent­wi­ckelt. Mit­hil­fe des Sys­tems las­sen sich im sel­ben Schacht meh­re­re Kabi­nen hori­zon­tal und ver­ti­kal betrei­ben. Fahr­gäs­te müs­sen mit gerin­ge­ren War­te­zei­ten rech­nen und kön­nen sich auf einer Eta­ge von Zim­mer zu Zim­mer brin­gen las­sen. Davon pro­fi­tie­ren ins­be­son­de­re auch Men­schen mit ein­ge­schränk­ter Mobi­li­tät: ein Plus für mehr Inklu­si­on. Der Auf­zug bringt sei­ne Pas­sa­gie­re in Zukunft zudem mühe­los bis in die Spit­ze der höchs­ten Wol­ken­krat­zer – die her­kömm­li­che Seil­tech­nik stößt bei einer Höhe von 400 bis 500 Metern bereits an ihre Gren­zen.

Bereits im ver­gan­ge­nen Jahr hat­te „Mul­ti” meh­re­re Aus­zeich­nun­gen bekom­men, dar­un­ter “Gold” bei den Edi­son Awards, den Ger­man Design Award sowie den Inno­va­ti­on Award im Rah­men des Deut­schen Inno­va­ti­ons­prei­ses. Nicht zuletzt darf sich das Sys­tem zu den „Top 25 Inven­ti­ons of the Year” zäh­len, die vom TIME Maga­zi­ne benannt wor­den sind.

Der Öffent­lich­keit vor­ge­stellt wur­de „Mul­ti” im Juni 2017. Ort der Prä­sen­ta­ti­on war der 246 Meter hohe Test­turm in Rott­weil. Die ent­schei­den­den Vor­tei­le laut Her­stel­ler: Das Sys­tem benö­ti­ge weni­ger und klei­ne­re Schäch­te als her­kömm­li­che Auf­zü­ge, wodurch sich die ver­füg­ba­re Nutz­flä­che um bis zu 25 Pro­zent ver­grö­ßern kön­ne – mit den ent­spre­chen­den Optio­nen zur ander­wei­ti­gen pro­fi­ta­blen Ver­wen­dung. Das sei umso gra­vie­ren­der, als dass der­zeit gan­ze 40 Pro­zent der Grund­flä­che eines Hoch­hau­ses vom Auf­zug in Anspruch genom­men wer­den kön­nen.

Anstel­le einer ein­zi­gen Kabi­ne, die im Schacht hoch und run­ter fährt, bewe­gen sich bei „Mul­ti” laut Her­stel­ler meh­re­re Kabi­nen in einer Dau­er­schlei­fe – ein Sys­tem, das eher einem U-Bahn-Sys­tem inner­halb eines Gebäu­des als einem klas­si­schen Lift ähne­le. Damit erge­be sich eine erheb­lich höhe­re Trans­port­ka­pa­zi­tät – mög­lich sei­en bis zu 50 Pro­zent – sowie eine deut­lich gerin­ge­re War­te­zeit für die Fahr­gäs­te.