Trumpf baut um: Mehr Arbeit für den Sulgen?

Starker Franken kostet Jobs bei Trumpf in der Schweiz

Gewohntes Bild: Bei Trumpf Laser auf dem Sulgen wird gebaut. Foto: Trumpf-Laser

BAAR/SCHRAMBERG  (him) –  Im Schwei­ze­ri­schen Baar ver­lie­ren 150 Arbei­ter ihre Jobs – und Schram­berg könn­te davon pro­fi­tie­ren. Trumpf will an sei­nem Schwei­zer Stand­ort Baar im Kan­ton Zug etwa zwei Drit­tel aller 232 Beschäf­tig­ten bis zum kom­men­den Som­mer ent­las­sen. Das berich­tet die „Luzer­ner Zei­tung“.

Im Kan­ton Zug ist die Trumpf Maschi­nen AG seit mehr als 50 Jah­ren ver­tre­ten. Seit 1978 fer­tigt das Unter­neh­men Bau­grup­pen und Laser und ist damit „der größ­te Indus­trie­ar­beit­ge­ber der Regi­on“, so die Zei­tung Ende Okto­ber. Ein wesent­li­cher Grund für die Ver­la­ge­rungs­ent­schei­dung sei­en die hohen Arbeits­kos­ten in der Schweiz, zitiert das Blatt den Geschäfts­füh­rer von Trumpf in Baar, Hans Mar­furt. Die Ent­schei­dung der Schwei­zer Natio­nal­bank, den Min­dest­kurs des Fran­ken auf­zu­he­ben, habe die Lage noch ver­schärft. Trumpf wol­le sich auf sei­nen Stand­ort im bünd­ne­ri­schen Grüsch kon­zen­trie­ren, schreibt die Zei­tung.

Von der Ent­schei­dung der Trumpf-Zen­tra­le in Dit­zin­gen wird Trumpf Laser  in Schram­berg pro­fi­tie­ren: „Es wer­den mög­li­cher­wei­se auch Tei­le der Fer­ti­gung an den Stand­ort Schram­berg ver­la­gert“, erklärt  der Lei­ter Unter­neh­mens­kom­mu­ni­ka­ti­on und Poli­tik der Trumpf-Grup­pe, Andre­as Möl­ler auf Nach­fra­ge der NRWZ. Im Rah­men des Ver­la­ge­rungs­kon­zep­tes spie­le der Stand­ort Schram­berg aber eine unter­ge­ord­ne­te Rol­le. „Ein zusätz­li­cher Auf­bau von Kapa­zi­tä­ten in Schram­berg im Zusam­men­hang mit Baar ist dar­um nicht geplant.“ Zu deutsch: Neue Arbeits­plät­ze ent­ste­hen nicht in Schram­berg, aber bestehen­de wer­den mög­li­cher­wei­se siche­rer.

Ärger in der Schweiz

In der Schweiz ist der Ärger über die Ent­schei­dung groß. Die Gewerk­schaft Unia wirft Trumpf vor, jah­re­lang vom guten Stand­ort Zug pro­fi­tiert zu haben  und „jetzt, wo es schwie­ri­ger wird, spart das Unter­neh­men auf Kos­ten der Arbeit­neh­mer zu Guns­ten der Aktio­nä­re“. Aber auch die Natio­nal­bank hät­te wegen der Poli­tik des star­ken Fran­ken die Jobs  gefähr­det.  Ins­ge­samt 7000 Arbeits­plät­ze sei­en in andert­halb Jah­ren in der Zen­tral­schweiz ver­lo­ren gegan­gen, so die Gewerk­schaft.

Immer­hin wird Trumpf einen groß­zü­gi­gen Sozi­al­plan umset­zen. Zehn Mil­lio­nen Fran­ken las­se sich die Fir­ma das kos­ten, so die Luzer­ner Zei­tung vor eini­gen Tagen.

Dies­seits des Rheins pro­fi­tie­ren die Unter­neh­men und ihre Beschäf­tig­ten von der Poli­tik des teu­ren Fran­ken. Aber auch unab­hän­gig von der Ent­wick­lung in der Schweiz gel­te gene­rell, dass Schram­berg wach­se „und inner­halb der Trumpf-Grup­pe auch dies­be­züg­lich ein beson­ders expo­nier­ter Stand­ort“ sei, so Unter­neh­mens­spre­cher Moel­ler.

Standort Schramberg wächst

Wir wach­sen wei­ter“, sagt auch Trumpf-Laser Spre­che­rin Sil­ke Vil­lin­ger. Das Ent­wick­lungs­zen­trum auf dem Sul­gen wur­de auf­ge­stockt: „Der­zeit läuft der Innen­aus­bau.“ Und ein wei­te­res Pro­duk­ti­ons­ge­bäu­de ist im Bau. Für die Pro­duk­ti­on suche das Unter­neh­men lau­fend Mit­ar­bei­ter, sowohl Fach­kräf­te als auch Anlern­kräf­te.

Das spürt auch die Kom­mu­nal­po­li­tik. Einer­seits durch erfreu­li­che Ein­nah­men aus der Gewer­be­steu­er. Ande­rer­seits wegen der lau­fen­den Erwei­te­rungs­plä­ne der Fir­ma am Stand­ort an der Aich­hal­der Stra­ße auf dem Sul­gen.