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Samstag, 7. Dezember 2019
Start Wirt­schaft Unsi­cher­heit in der Wirt­schaft wächst

Unsicherheit in der Wirtschaft wächst

Auf­takt der IHK-Kon­junk­tur­ge­sprä­che: Struk­tur­wan­del in der Auto­mo­bil­in­dus­trie trifft Mit­tel­stand ins Mark

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„Der Struk­tur­wan­del in der Auto­mo­bil­in­dus­trie trifft den Mit­tel­stand ins Mark. Inter­na­tio­na­le Kon­flik­te schwä­chen den Han­del. Die klas­si­sche und digi­ta­le Infra­struk­tur erfüllt wei­ter­hin nicht die Anfor­de­run­gen unse­rer Betrie­be“, so die Ein­schät­zung von Dr. Harald Mar­quardt, Vize­prä­si­dent der Indus­­trie- und Han­dels­kam­mer (IHK) Schwar­z­­wald-Baar-Heu­berg zum Auf­takt der neu­en IHK-Rei­he „Kon­junk­tur­ge­sprä­che“ in Donau­eschin­gen. Wei­ter heißt es in der IHK-Pres­­se­­mit­­tei­­lung:

Gast­red­ner der Auf­takt­ver­an­stal­tung in der Alten Hof­bi­blio­thek war Dr. Hel­mut Becker, Geschäfts­füh­rer des Insti­tuts für Wirt­schafts­ana­ly­se und Kom­mu­ni­ka­ti­on in Mün­chen. Becker war zuvor unter ande­rem Chef­volks­wirt von BMW.

Bei einem Pres­se­ge­spräch im Vor­feld der Ver­an­stal­tung for­der­te Mar­quardt von der Poli­tik Rücken­wind statt Gegen­wind für die Auto­mo­bil­bran­che. Der hohe Indus­trie­an­teil von über 20 Pro­zent in Deutsch­land sei eine beson­de­re Ver­pflich­tung. In der Regi­on lie­ge die Quo­te mit über 50 Pro­zent sogar noch sehr viel höher.

„Die Auto­mo­bil­in­dus­trie hat nir­gend­wo eine so gro­ße Bedeu­tung wie in Deutsch­land, 400 Mil­li­ar­den Euro erwirt­schaf­te­te sie im letz­ten Jahr, jeder vier­te Euro geht auf das Auto­mo­bil zurück. Die Zulie­fe­rer sind dabei ein ech­ter Fak­tor: 60 Pro­zent aller Inno­va­tio­nen im Auto­mo­bil kom­men aus unse­ren deut­schen Zulie­fer­er­be­trie­ben. In unse­rer Regi­on gibt es fast 1.000 Zulie­fe­rer. Sie beschäf­ti­gen 60.000 Mit­ar­bei­ter und 1.800 Aus­zu­bil­den­de“, so der IHK-Vize­­prä­­si­­dent.

Des­halb müs­se ange­sichts der Dis­kus­si­on um die zukünf­ti­ge Mobi­li­tät die För­de­rung von For­schung und Ent­wick­lung im Mit­tel­stand aus­ge­baut wer­den, um die Arbeits- und Aus­bil­dungs­plät­ze im Auto­mo­bil­sek­tor zu sichern. Dies müs­se durch den Aus­bau der Infra­struk­tur beglei­tet wer­den. Ange­sichts des Defi­zits in der digi­ta­len Ver­sor­gung, einer not­wen­di­gen Steu­er­re­form und eines Umden­kens in der Bil­dungs­po­li­tik dür­fe man sich jetzt nicht weg­du­cken. „Die Defi­zi­te sind haus­ge­macht“, so Mar­quardt. „Wir müs­sen weit über die nächs­ten Tarif­ver­hand­lun­gen und die kom­men­de Bun­des­tags­wahl hin­aus­den­ken.“

Dass die Kon­junk­tur in Deutsch­land „gespal­ten ist“, beton­te Gast­re­fe­rent Dr. Hel­mut Becker. Wäh­rend die Auto­mo­bil­in­dus­trie in eine Rezes­si­on steue­re oder sich bereits dar­in befin­de, boo­me der Dienst­leis­tungs­sek­tor. „Die Dienst­leis­ter tra­gen das noch gerin­ge Wachs­tum“, sag­te der Insti­tuts­lei­ter. Die Poli­tik wer­de den Erfor­der­nis­sen der Indus­trie nicht gerecht, und dar­in lie­ge eine gro­ße Rezes­si­ons­ge­fahr für die gesam­te deut­sche Wirt­schaft.

Grund­sätz­lich, so Becker, wer­de der Ver­bren­nungs­mo­tor noch eine Zeit­lang auf dem Markt blei­ben. Ob die Poli­tik die rich­ti­ge Rich­tung in der künf­ti­gen Mobi­li­tät ein­ge­schla­gen hat, bezwei­felt der Öko­nom. „Die Abhän­gig­keit der deut­schen Wirt­schaft von der Auto­mo­bil­wirt­schaft ist sehr hoch. Wenn das mit der E‑Mobilität schief­geht, ver­lie­ren wir Arbeits­plät­ze in Höhe der Ein­woh­ner­zahl von Mün­chen.“




 

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