IG-Metall-Vertrauensleute trafen sich. Foto: pm

REGION (pm) – Höchst kämp­fe­risch gab sich die IG Metall bei der Ver­trau­ens­leu­te­kon­fe­renz zu den lau­fen­den Ver­hand­lun­gen in der Metall- und Elek­tro­in­dus­trie, berich­tet die Gewerk­schaft in einer Pres­se­mit­tei­lung.

Das soge­nann­te Arbeit­ge­ber­an­ge­bot von 0,9 Pro­zent sorg­te bei den gewerk­schaft­li­chen Ver­trau­ens­leu­ten nicht nur für Spott, son­dern zu der inne­ren Bestär­kung es zum Ende der Frie­dens­pflicht in den Betrie­ben am 28. April so rich­tig kra­chen zu las­sen. Nicht nur in Betrie­ben mit Tarif­bin­dung wird es kra­chen, auch die Ver­trau­ens­leu­te und Mit­glie­der der Fir­ma Schwei­zer Elec­tro­nic auf dem Sul­gen for­dern eine Tarif­bin­dung, um nicht wei­ter mit mehr als 20 Pro­zent vom Flä­chen­ta­rif­ver­trag abge­hängt zu sein. Unter ihrem Mot­to „Mehr ist fair, Tarif muss her“ bekräf­tig­ten die IG Metall Ver­trau­ens­leu­te von Schwei­zer ihre For­de­rung nach einem fai­ren und gerech­ten Ent­gelt­sys­tem.

In den Rede­bei­trä­gen rich­te­te sich die Auf­merk­sam­keit jedoch maß­geb­lich auf die Beschäf­tig­ten, die sich durch ihr ehren­amt­li­ches Enga­ge­ment in den Betrie­ben Tag um Tag um die Belan­ge der Beleg­schaft küm­mern – die gewerk­schaft­li­chen Ver­trau­ens­leu­te.
Die IG Metall fei­ert in die­sem Jahr ihr 125-jäh­ri­ges Jubi­lä­um, und die erkämpf­ten Tariferfol­ge der IG Metall wur­den und wer­den maß­geb­lich durch gewerk­schaft­li­che Ver­trau­ens­leu­te erkämpft.

Ein sol­ches gewerk­schaft­li­ches Enga­ge­ment kann müh­sam, kräf­te­zeh­rend und undank­bar sein. Es ist bis­wei­len ein har­tes Brot, doch die Gewerk­schaf­ten und Mit­be­stim­mungs­or­ga­ne haben ganz ent­schei­dend zum Wohl­stand und sozia­lem Frie­den in Deutsch­land bei­getra­gen“, beton­te Doro­thee Diehm, ers­te Bevoll­mäch­tig­te der IGM Freu­den­stadt. Sie ging in ihrer Rede hart mit ein­zel­nen Arbeit­ge­bern der Regi­on ins Gericht.

Immer mehr Arbeit­ge­ber ver­such­ten die Wahl eines gewerk­schaft­lich orga­ni­sier­ten und von der Beleg­schaft zu wäh­len­den Betriebs­rat zu ver­hin­dern. Schi­ka­nen und Ein­schüch­te­rungs­ver­su­che gegen­über akti­ven Beschäf­tig­ten sei­en heu­te kei­nes­falls mehr die Aus­nah­me, die­se wer­den immer mehr zur Regel, so Diehm.

Beschäf­tig­te, die sich in den Betrie­ben gewerk­schaft­lich enga­gie­ren, ste­hen unter dem Schutz des Grund­ge­set­zes. Das Recht auf Gewerk­schafts­wer­bung, Art. 9 Abs. 3 GG und das Recht auf Mei­nungs­frei­heit, Art. 5 Abs. 1 GG, sind durch das Grund­ge­setz geschützt. Der Arbeit­ge­ber muss die­se daher nicht nur tole­rie­ren, son­dern respektieren.Unerträglich sei es, so Diehm, dass vie­ler­orts den Men­schen immer öfter Mut gemacht wer­den müs­se, ihre Rech­te ein­zu­for­dern, um ihre Arbeits- und Lebens­be­din­gun­gen zum Bes­se­ren hin zu ver­än­dern.

Die Gewerk­schaf­ten müss­ten heu­te wie vor 125 Jah­ren dafür sor­gen, dass der Mensch nicht unter die Räder kommt. Gute Arbeit fal­le nicht vom Him­mel, kom­me nicht von selbst, wer­de nicht geschenkt, son­dern brau­che enga­gier­te Mit­glie­der und gewerk­schaft­lich orga­ni­sier­te Ver­trau­ens­leu­te, schloss sie ihre Rede.