REGION (pm) – Nach dem Bekannt­wer­den des Aus­tritts Groß­bri­tan­ni­ens aus der Euro­päi­schen Uni­on hat die IHK-Orga­ni­sa­ti­on betrof­fe­ne Unter­neh­men zu ihren Erwar­tun­gen und Ein­schät­zun­gen befragt. Ins­ge­samt haben laut Pres­se­mit­tei­lung aus der Regi­on 58 Unter­neh­men mit Import- und Export­be­zie­hun­gen an einer Blitz­um­fra­ge der IHK Schwarz­wald-Baar-Heu­berg teil­ge­nom­men, bun­des­weit waren es etwa 5.700 Betrie­be.

Nach den IHK-Ergeb­nis­sen wach­sen in den Unter­neh­men nun die Unsi­cher­hei­ten in den Geschäfts­be­zie­hun­gen mit Groß­bri­tan­ni­en. Rund 52 Pro­zent der befrag­ten Betrie­be aus der Regi­on Schwarz­wald-Baar-Heu­berg sind vom Export nach Groß­bri­tan­ni­en geprägt, rund 16 Pro­zent die­ser Fir­men füh­ren als Impor­teur Pro­duk­te aus Groß­bri­tan­ni­en in die Regi­on ein.

Wäh­rend in der jetzt anste­hen­den zwei­jäh­ri­gen Ver­hand­lungs­pha­se zwi­schen der EU und dem Ver­ei­nig­ten König­reich die Mehr­heit der Unter­neh­men noch kei­ne gro­ßen Ver­än­de­run­gen erwar­tet oder sogar mit dem Aus­bau der Bezie­hun­gen rech­net, zeich­net sich für die Zeit danach schon ein kri­ti­sche­res Bild ab.

Bei den von uns befrag­ten Unter­neh­men hier in der Regi­on rech­nen unter den Impor­teu­ren rund 40 Pro­zent mit einem Rück­gang der ein­ge­führ­ten Waren und Güter, bei den Expor­teu­ren ist es schon fast jeder Zwei­te, der gerin­ge­re Aus­fuh­ren nach Groß­bri­tan­ni­en erwar­tet,“ so IHK-Außen­wirt­schafts­ex­per­te Jörg Herm­le.

Für acht von zehn Unter­neh­men bil­den dabei die Erstel­lung von Zoll­do­ku­men­ten, zusätz­li­che Büro­kra­tie, die Ein­füh­rung von Quo­ten oder die unter­schied­li­che Recht­set­zung die größ­ten Unbe­kann­ten, gefolgt von Zöl­len und Steu­ern. Außer­dem befürch­tet mehr als die Hälf­te der Unter­neh­men zukünf­tig stär­ke­ren Wech­sel­kurs­ri­si­ken aus­ge­setzt zu sein und dass wei­te­re Län­der dem Bei­spiel Groß­bri­tan­ni­ens fol­gen könn­ten. Immer­hin noch jedes drit­te Unter­neh­men rech­net mit neu­en Hür­den beim Erbrin­gen von Dienst­leis­tun­gen wie bei­spiels­wei­se Mon­ta­ge­ar­bei­ten oder War­tun­gen“, so der IHK-Exper­te wei­ter.

Die IHK wird in den nächs­ten Mona­ten die Ver­hand­lun­gen zwi­schen der EU und Groß­bri­tan­ni­en inten­siv ver­fol­gen und die hei­mi­schen Unter­neh­men regel­mä­ßig über den aktu­el­len Stand infor­mie­ren. „Wich­tig ist vor allem, dass die EU in die­sem Über­gangs­pro­zess nicht die Kon­fron­ta­ti­on mit dem Ver­ei­nig­ten König­reich sucht und unbe­dingt ver­hin­dert wird, dass neue Büro­kra­tiehin­der­nis­se für die Wirt­schaft auf­ge­baut wer­den. Die­se behin­dern nicht nur den frei­en Waren- und Dienst­leis­tungs­ver­kehr, son­dern füh­ren zu neu­en Kos­ten und gefähr­den am Ende Arbeits­plät­ze auf bei­den Sei­ten“, so Herm­le abschlie­ßend.

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