Volksbank Rottweil trotz schwierigem Umfeld gut aufgestellt

Volksbank Rottweil trotz schwierigem Umfeld gut aufgestellt

„Morgen kann kommen“ – unter diesen Wahlspruch stellt die Volksbank Rottweil ihre Geschäftspolitik. Das Geldhaus sieht sich auch angesichts der aktuellen Krise gut aufgestellt. Und macht sogar in Bio-Produkten. Aber: Corona ist da.

Die Kennzahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr 2019 können sich laut einem Bericht der Bank sehen lassen – trotz anhaltendem Niedrigzinsumfeld und hohem administrativem Aufwand aufgrund der aufsichtsrechtlichen Regulatorik. So sei etwa die Zahl der Mitglieder auf 22.802 gesteigert worden. Auch das Kundenvolumen, das heißt Kundenkredite und Kundeneinlagen sowie Volumen bei Verbundpartnern, habe deutlich zugelegt.

Gespeist werde diese Entwicklung zum einen durch die hohe Liquidität bei Unternehmenskunden, die die Einlagen bei der Bank in die Höhe treiben, zum anderen durch die vielen Häuslebauer, die sich aktuell den Traum vom Eigenheim erfüllen. So jedenfalls die Darstellung der Bank, was sich nicht nach einer Krise anhört.

Und doch: Das Niedrigzinsniveau erschwere es der Volksbank trotz steigendem Kundenvolumen, Geld zu verdienen. So ist die Zinsspanne von 2,32 Prozent im Vorjahr auf 2,15 Prozent im vergangenen Jahr gesunken, wobei die Volksbank Rottweil im Vergleich zum baden-württembergischen Durchschnitt (1,63 Prozent) deutlich besser aufgestellt sei.

Auch im Bereich der Verwaltungsaufwendungen sei man deutlich besser unterwegs als der Durchschnitt der baden-württembergischen Volks- und Raiffeisenbanken, zeigten sich die Rottweiler zufrieden. Kostensteigerungen konnten durch Einsparpotenziale kompensiert werden, sodass sich die Verwaltungskostenspanne von 1,29 Prozent gegenüber dem Landesdurchschnitt von 1,58 Prozent sehen lassen könne.

„Dennoch zeigt sich, dass aufgrund des geringen Zinsüberschusses das Betriebsergebnis aus dem operativen Geschäft rückläufig ist“, berichtet die Bank weiter. Das operative Betriebsergebnis werde auch weiter unter Druck geraten. Denn Darlehen seien kaum noch kostendeckend anzubieten und nicht benötigte Einlagen müsse die Bank mit einem Minuszins von 0,5 Prozent bei der Europäischen Zentralbank, der EZB anlegen. Deshalb hat sich das Geldhaus entschieden, bei Einlagen ab einer Million Euro einen Minuszins von 0,35 Prozent zu verlangen. Kleinsparer seien von dieser Vereinbarung nicht betroffen.

Positiv sei, heißt es in dem Bericht weiter, dass die Volksbank Rottweil mit 148,1 Millionen Euro weiter über eine überdurchschnittliche Eigenkapitalausstattung verfüge. Diese halte alle Handlungsspielräume für die Zukunft offen, sodass es keine Notwendigkeit gebe zu fusionieren. Allerdings erwartet man vonseiten des Vorstands mit Henry Rauner an der Spitze, dass der Konzentrationsprozess weiter an Fahrt zunehme.

Aber nicht nur das derzeitige Zinsumfeld stellt die Bank vor Herausforderungen, die Zeiten selbst seien beunruhigend. Die Corona-Pandemie hat aktuell starken Einfluss auf die Bank: Mitgliederversammlungen und Kundenveranstaltungen mussten abgesagt werden. Unter normalen Umständen wäre die Vertreterversammlung bereits Mitte Juni abgehalten worden. Um alle Vertreter vor einer möglichen Infektion zu schützen, haben Vorstand und Aufsichtsrat beschlossen, die Vertreterversammlung in einem schriftlichen Verfahren abzuhalten. Diese findet vom 9. Oktober bis zum 3. November statt. Eine Präsenzveranstaltung wird es in diesem Jahr nicht geben.

Die Beschlussfassung sieht vor, die Entlastungen des Vorstands und des Aufsichtsrats sowie die Wahlen zum Aufsichtsrat auf die nächstjährige Vertreterversammlung zu vertagen, um direkte persönliche Aussprachen und persönliche Vorstellungen der Aufsichtsratskandidaten zu ermöglichen. Auch die Ausschüttung einer Dividende von 3 Prozent soll im nächsten Jahr nachgeholt werden, nachdem die Bafin eindringlich empfiehlt, dass im gesamten europäischen Raum bis 31.12.2020 kein Finanzinstitut Dividende für das Jahr 2019 ausschütten soll. „Die Volksbank setzt somit ein Zeichen der Solidarität in außergewöhnlichen Zeiten“, heißt es aus dem Institut.

Nicht nur in dieser Hinsicht übernehme die Bank Verantwortung. Auch im Hinblick auf langfristige und globale Herausforderungen wie beim Thema Klimaschutz engagiere sich die Volksbank Rottweil und lebe den Nachhaltigkeitsgedanken. Das „Bio-Banking“ der Volksbank betrifft nicht nur das Einsparen an Papier oder Strom, sondern zeigt sich auch ganz konkret bei Bio-Konten und -Krediten für die Kundschaft, die diesen Gedanken als Weg ebenso begleiten wollen.

Nicht nur das Klima verändert sich, auch politisch und gesellschaftlich steht die Welt vor großen Herausforderungen und Veränderungen. Dem begegnet die Volksbank Rottweil nach eigenen Angaben auch weiterhin mit Stabilität, Kontinuität und großer Veränderungsbereitschaft – getreu dem Volksbank-Slogan: „Morgen kann kommen.“

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Quelle: NRWZ.de – veröffentlicht am 5. Oktober 2020 von Pressemitteilung (pm). Erschienen unter https://www.nrwz.de/wirtschaft/volksbank-rottweil-trotz-schwierigem-umfeld-gut-aufgestellt/275835