Der Aufsichtsratsvorsitzende Wolfgang Schneider (rechts am Rednerpult) gibt im vollbesetzten Bärensaal das Ergebnis der Abstimmung bekannt. Foto: him

SCHRAMBERG (him) – Die Ver­tre­ter­ver­samm­lung der Volks­bank Schwarz­wald-Neckar hat am spä­ten Mitt­woch­abend der Fusi­on mit der Volks­bank Donau-Neckar mit Haupt­sitz in Tutt­lin­gen mit 76,71 Pro­zent der Stim­men zuge­stimmt. Erfor­der­lich war eine drei Vier­tel Mehr­heit. Die neue Bank soll Volks­bank Schwarz­wald-Donau-Neckar hei­ßen.

Im Bären-Saal in Schram­berg hat­ten die Ver­tre­ter der Bank zunächst die Berich­te des Vor­stands für das ver­gan­ge­ne Geschäfts­jahr gehört, die Vor­stän­de und Auf­sichts­rä­te ent­las­tet und neu gewählt.

Die Bank­vor­stän­de haben eine „Fusi­on auf Augen­hö­he“ zuge­sagt, die bei­den Haupt­nie­der­las­sun­gen in Tutt­lin­gen und Schram­berg sol­len erhal­ten blei­ben, es wer­de kei­ne fusi­ons­be­ding­ten Kün­di­gun­gen geben und die der­zeit 32 Stand­or­te sol­len für min­des­tens drei Jah­re erhal­ten blei­ben. „Kein Mit­glied wird durch die­se Ent­schei­dung Nach­tei­le erfah­ren, aber es wer­den Mehr­wer­te für Mit­glie­der, Kun­den, Mit­ar­bei­ter und die Bewoh­ner der Regi­on geschaf­fen“, so Vor­stands­spre­cher Udo Schlipf.

In der Dis­kus­si­on um die geplan­te Fusi­on mit der deut­lich grö­ße­ren Volks­bank Donau-Neckar zeig­ten sich eini­ge Ver­tre­ter skep­tisch, sie „wurm­te“ die zuvor beschlos­se­ne „mage­re Divi­den­de“ von zwei Pro­zent, sahen kei­ne Vor­tei­le einer grö­ße­ren Bank und ver­miss­ten die Syn­er­gie­ef­fek­te, wenn nicht auch der Vor­stand ver­klei­nert wer­de.

Für die Fusi­on hat­ten neben den Auf­sichts­rä­ten und Vor­stän­den auch der lang­jäh­ri­ge Vor­stands­vor­sit­zen­de der Volks­bank, Arn­hold Budick, gewor­ben, dem die aus­ge­han­del­ten Kon­di­tio­nen „schlüs­sig und ziel­füh­rend“ erschie­nen.

Aufsichtsratschef Schneider (Mitte) erfährt das knappe Ergebnis vom Wahlleiter, dem Leiter Interne Revision Daniel Schneider, links Roland Röhrich vom BWGV.
Auf­sichts­rats­chef Schnei­der (Mit­te) erfährt das knap­pe Ergeb­nis vom Wahl­lei­ter, dem Lei­ter Inter­ne Revi­si­on Dani­el Schnei­der, links Roland Röh­rich vom Baden-Würt­tem­ber­gi­schen Genoss­sen­schafts­ver­band.

Als schließ­lich der Auf­sichts­rats­vor­sit­zen­de Wolf­gang Schnei­der gegen 22 Uhr das denk­bar knap­pe Ergeb­nis – 112 Ja- und 34 Nein-Stim­men – ver­kün­de­te, war der Jubel bei den Vor­stän­den aber auch bei vie­len Mit­ar­bei­tern und Ver­tre­tern groß.

BU: Nach der Abstimmung große Erleichterung bei Vorstandschef Dr. Udo Schlipf und Vorstand Rainer Fader (von links). Foto: him
Nach der Abstim­mung gro­ße Erleich­te­rung bei Vor­stands­chef Dr. Udo Schlipf und Vor­stand Rai­ner Fader (von links). Foto: him

Der Vor­stands­vor­sit­zen­de Schlipf war sicht­lich erleich­tert, er nann­te die Ent­schei­dung ver­nünf­tig: “Ban­ken brau­chen ande­re Ein­hei­ten.“ Auch das Prü­fungs­gut­ach­ten sei zu dem Ergeb­nis gekom­men, dass eine gemein­sa­me Bank die Ver­sor­gung der Men­schen mit Bank­dienst­leis­tun­gen bes­ser gewähr­leis­tet.

Nach der Ent­schei­dung der Volks­bank Schwarz­wald-Neckar steht nächs­te Woche noch die Zustim­mung der Ver­tre­ter­ver­samm­lung in Tutt­lin­gen an. Wenn auch die­se grü­nes Licht geben, ist die Fusi­on juris­tisch beschlos­sen. Die tech­ni­sche Fusi­on mit der Umstel­lung aller Abläu­fe, der Kon­ten und beim Per­so­nal soll im kom­men­den Früh­jahr voll­zo­gen wer­den.

Info: Die Volks­bank Donau-Neckar weist für das Geschäfts­jahr 2015 eine Bilanz­sum­me von 1.228 Mil­li­ar­den Euro aus, die Volks­bank Schwarz­wald-Neckar hat eine Bilanzssum­me von 567 Mil­lio­nen.
Nach einer Fusi­on wür­de die neue Bank eine Bilanz­sum­me von 1,9 Mil­li­ar­den Euro aus­wei­sen, 45.294 Mit­glie­der und etwa 100.000 Kun­den haben. Die fusio­nier­te Bank wür­de mehr als 400 Mit­ar­bei­ter beschäf­ti­gen.