REGION (pm) – Seit gerau­mer Zeit häu­fen sich den Aus­lands­han­dels­kam­mern in Chi­na Anfra­gen deut­scher Unter­neh­men bezüg­lich fal­scher Kon­to­in­for­ma­tio­nen von Lie­fe­ran­ten. Es scheint sich dabei um Hacker­an­grif­fe zu han­deln, die per E‑Mail gestell­te Zah­lungs­an­for­dun­gen des Lie­fe­ran­ten abfan­gen und dann die­se abge­än­dert mit gefälsch­ten Kon­to­in­for­ma­tio­nen an den Käu­fer wei­ter­lei­ten, heißt es in einer Pres­se­mit­tei­lung der IHK.

Dar­auf weist Jörg Herm­le, Außen­wirt­schafts­ex­per­te bei der IHK Schwarz­wald-Baar-Heu­berg, hin. So mach­te bei­spiels­wei­se eine deut­sche Fir­ma eine Bestel­lung bei einem süd­chi­ne­si­schen Schmuck­lie­fe­ran­ten mit Fir­men­sitz in Hong­kong und erhielt aber die Kon­to­da­ten eines kom­plett ande­ren Besit­zers, auf des­sen Kon­to der Rech­nungs­be­trag dann fälsch­lich über­wie­sen wur­de. Erst spä­ter wur­de der Feh­ler bemerkt, als die Hong­kon­ger Fir­ma beim deut­schen Käu­fer wegen der noch aus­ste­hen­den Zah­lung anfrag­te.

Wenn man bereits eine Zah­lung an ein fal­sches Kon­to getä­tigt hat, soll­te man umge­hend Kon­takt mit der Bank auf­zu­neh­men. Sofern die Über­wei­sung noch nicht auf der Gegen­sei­te gebucht wur­de, lässt sich die Trans­ak­ti­on bei­spiels­wei­se noch abbre­chen. Die Bank in Chi­na oder Hong­kong kön­nen lei­der sel­ten in sol­chen Fäl­len hel­fen. Falls es für einen Abbruch der Trans­ak­ti­on schon zu spät sein soll­te, kann even­tu­ell nur noch über eine Straf­an­zei­ge bei den ört­li­chen Behör­den etwas erreicht wer­den“, sagt Jörg Herm­le.

Wei­te­re Infor­ma­tio­nen erteilt IHK-Außen­wirt­schafts­ex­per­te Jörg Herm­le, Tele­fon: 07721 922–123 bzw. per E‑Mail: hermle@vs.ihk.de. Info: Fol­gen­des soll­te daher beach­tet wer­den:

1. Stammt die Zah­lungs­for­de­rung von der glei­chen E‑Mail-Adres­se, mit der auch vor­her bereits Kon­takt bestand?

2. Selbst wenn dies der Fall ist, soll­te beson­ders Vor­sicht gebo­ten sein, falls der Kon­takt ohne SSL-E-Mail Ver­schlüs­se­lung läuft, was häu­fig bei kos­ten­lo­sen E‑Mail Anbie­tern wie Yahoo, Hot­mail, 163.com, sohu.com und ande­ren der Fall ist.

3. Stim­men der Name des Kon­to­in­ha­bers und der Ort des Bank­kon­tos mit den ursprüng­lich über­mit­tel­ten Kon­takt- und Kon­to­da­ten des Lie­fe­ran­ten über­ein? Es soll­ten nie­mals Über­wei­sun­gen an Pri­vat­kon­ten erfol­gen.

4. Ist der Schreib­stil der E‑Mail auf­fäl­lig anders?

5. Deckt sich die (Proforma)-Rechnung mit der von der Fir­ma ver­wand­ten Schrift­art, dem Stil und der Kon­takt­adres­se?

6. Im Zwei­fels­fal­le soll­te unbe­dingt der Ein­gang der Rech­nung und Details der Rech­nung vom Lie­fe­ran­ten tele­fo­nisch noch ein­mal bestä­tigt wer­den.