Die Metall- und Elek­tro­in­dus­trie in der Regi­on Schwarz­wald-Hegau ste­he im Zuge der Digi­ta­li­sie­rung und dem Wech­sel zu neu­en Antriebs­for­men wie der Elek­tro­mo­bi­li­tät vor gro­ßen Her­aus­for­de­run­gen, heißt es in einer Pres­se­mit­tei­lung von Süd­west­me­tall. Wei­ter schreibt der Arbeit­ge­ber­ver­band:

„Das wird auch die Arbeits­welt tief­grei­fend ver­än­dern“, sag­te der Geschäfts­füh­rer der Bezirks­grup­pe Schwarz­wald-Hegau des Arbeit­ge­ber­ver­bands Süd­west­me­tall, Ralph Wurs­ter, am Diens­tag in Vil­lin­gen-Schwen­nin­gen „Im Zuge der Trans­for­ma­ti­on unse­rer Indus­trie wer­den sich vie­le Auf­ga­ben­be­rei­che stark ver­än­dern. Es wer­den Jobs weg­bre­chen, gleich­zei­tig wer­den neue ent­ste­hen. Die Wei­ter­bil­dung bekommt in die­sem Struk­tur­wan­del eine zen­tra­le Bedeu­tung. Sie ist der Schlüs­sel zur Fach­kräf­te­si­che­rung und zur Siche­rung der Beschäf­ti­gungs­fä­hig­keit jedes Ein­zel­nen.“

Des­halb haben sich die Metall­ar­beit­ge­ber und wei­te­re Wirt­schafts­ver­bän­de jüngst gemein­sam mit dem Bund, den Län­dern, den Gewerk­schaf­ten und der Bun­des­agen­tur für Arbeit (BA) dar­auf ver­stän­digt, im Rah­men einer Natio­na­len Wei­ter­bil­dungs­stra­te­gie ihre Anstren­gun­gen für Wei­ter­bil­dung und Qua­li­fi­zie­rung zu bün­deln. „Ins­be­son­de­re sol­len auch klei­ne und mitt­le­re Unter­neh­men ver­stärkt unter­stützt wer­den, die kei­ne gro­ßen Per­so­nal­ab­tei­lun­gen haben, um Wei­ter­bil­dungs­kon­zep­te zu ent­wi­ckeln“, sag­te Wurs­ter: „In Baden-Würt­tem­berg wur­de dazu jüngst gemein­sam vom Wirt­schafts­mi­nis­te­ri­um, der Regio­nal­agen­tur Baden-Würt­tem­berg der BA sowie von Süd­west­me­tall und Süd­west­tex­til das Pilot­pro­jekt Qua­li­fi­zie­rungs­ver­bün­de gestar­tet.“

Der Arbeit­ge­ber­ver­tre­ter lob­te in die­sem Zusam­men­hang auch das neue Qua­li­fi­zie­rungs­chan­cen­ge­setz. Wenn bei Unter­neh­men Geschäfts­mo­del­le weg­bre­chen und Pro­duk­ti­ons­pro­zes­se umge­stellt wer­den, kann die BA nun Wei­ter­bil­dungs­maß­nah­men von Beschäf­tig­ten bezu­schus­sen, die durch die Qua­li­fi­zie­rung wei­ter­hin eine Per­spek­ti­ve im Unter­neh­men haben.

Kri­ti­scher sieht Wurs­ter den Vor­schlag der Gewerk­schaft IG Metall für ein soge­nann­tes Trans­for­ma­ti­ons-Kurz­ar­bei­ter­geld. Beschäf­tig­te sol­len bei Weg­bre­chen von bis­he­ri­gen Geschäfts­mo­del­len oder Auf­ga­ben­be­rei­chen im Betrieb wei­ter­qua­li­fi­ziert wer­den und in die­ser Zeit von der BA bis zu 24 Mona­te ein Trans­for­ma­ti­ons-Kurz­ar­bei­ter­geld erhal­ten. „Auch wenn über­haupt nicht klar ist, ob sie danach im Betrieb wei­ter­be­schäf­tigt wer­den kön­nen. Hier besteht die Gefahr, dass mit einem hohen finan­zi­el­len Auf­wand ver­sucht wird, einen Sta­tus-quo in den Unter­neh­men zu erhal­ten, der an einer wett­be­werbs­fä­hi­gen Aus­rich­tung der Unter­neh­men vor­bei­geht.“

In die­ser Form sei der Gewerk­schafts­vor­schlag des­halb abzu­leh­nen, befand der Bezirks­grup­pen-Geschäfts­füh­rer: „Statt­des­sen soll­te man jetzt erst ein­mal Erfah­run­gen mit dem Qua­li­fi­zie­rungs­chan­cen­ge­setz sam­meln und die bestehen­den Kurz­ar­bei­ter­geld­re­ge­lun­gen auf etwai­ge Anpas­sungs­not­wen­dig­kei­ten hin über­prü­fen.“

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