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Regi­on (pm) – Die­se Woche begin­nen die Feri­en und so man­cher Arbeits­lo­se steht vor der Fra­ge, ob er in sei­ner Situa­ti­on auch ver­rei­sen kann. „Das ist mög­lich, kommt aber letzt­lich auf den Ein­zel­fall an“, heißt es dazu bei der Agen­tur für Arbeit Rott­weil – Vil­lin­gen-Schwen­nin­gen. „Es soll­te jedoch unter kei­nen Umstän­den jemand weg fah­ren, ohne dass der Arbeits­ver­mitt­ler der Orts­ab­we­sen­heit zuge­stimmt hat”, infor­miert die Agen­tur für Arbeit in einer Pres­se­mit­tei­lung.

Eigent­lich müs­sen Arbeits­lo­se, die Arbeits­lo­sen­geld als Ver­si­che­rungs­leis­tung nach dem drit­ten Buch Sozi­al­ge­setz­buch (SGB III) bekom­men, für die Agen­tur für Arbeit stän­dig erreich­bar sein, und zwar zeit- und orts­nah. Des­halb dür­fen sie nur mit aus­drück­li­cher Zustim­mung ihres Ver­mitt­lers auf Rei­sen gehen. Die gibt es aller­dings nur, wenn wäh­rend der geplan­ten Abwe­sen­heit vor­aus­sicht­lich weder Arbeit ange­bo­ten wer­den kann noch eine Bil­dungs- oder Trai­nings­maß­nah­me in Fra­ge kommt.

Weil zu Beginn der Arbeits­lo­sig­keit die Chan­cen auf einen neu­en Arbeits­platz erfah­rungs­ge­mäß grö­ßer sind, sind die Ver­mitt­ler in den ers­ten drei Mona­ten mit der Zustim­mung sehr zurück­hal­tend und stim­men nur in begrün­de­ten Ein­zel­fäl­len zu.

Für erwerbs­fä­hi­ge Leis­tungs­be­rech­tig­te in der Grund­si­che­rung (SGB II) gilt übri­gens Ähn­li­ches: Die Dau­er der mög­li­chen Orts­ab­we­sen­heit ist immer im Ein­zel­fall zu ent­schei­den. In der Regel soll­ten nur bis zu drei Wochen im Kalen­der­jahr geneh­migt wer­den. Der per­sön­li­che Ansprech­part­ner im Job­cen­ter kann auf Antrag des Bezie­hers von Arbeits­lo­sen­geld II einer Orts­ab­we­sen­heit vor­her zustim­men.

Die Zustim­mung darf es nur geben, wenn durch die Zeit der Abwe­sen­heit bei­spiels­wei­se die beruf­li­che Ein­glie­de­rung, die Teil­nah­me an einer ärzt­lich ver­ord­ne­ten Maß­nah­me der medi­zi­ni­schen Vor­sor­ge oder Reha­bi­li­ta­ti­on nicht beein­träch­tigt wird. Wer län­ger als drei Wochen ver­rei­sen möch­te, kann dies tun – wenn er sich zuvor aus dem Leis­tungs­be­zug abmel­det.

Ein teu­res Feri­en­ver­gnü­gen leis­ten sich Arbeits­lo­se, die ohne Wis­sen und Zustim­mung von Agen­tur für Arbeit oder Job­cen­ter auf­bre­chen, unab­hän­gig davon, wie lan­ge sie fort­blei­ben. Sie müs­sen näm­lich nicht nur das Arbeits­lo­sen­geld für die Zeit ihrer Abwe­sen­heit zurück­zah­len, son­dern unter Umstän­den auch noch mit einem Buß­geld rech­nen.