Wirtschaft wehrt sich gegen gesetzliche Testpflicht

Wirtschaft wehrt sich gegen gesetzliche Testpflicht

Die IHK-Organisation hat ihren Zwischenbericht unter dem Namen #wirtschafttestet veröffentlicht, in dem das Engagement der Unternehmen deutlich werde, die durch regelmäßige Testangebote ihren Beitrag zur Pandemie-Bekämpfung leisteten, heißt es in einer IHK-Pressemitteilung.

„Innerhalb von nur zwei Wochen – seitdem die Abgabe von Schnelltests an Unternehmen möglich ist – haben 87 Prozent der Unternehmen ein Testangebot geschaffen oder sind dabei dies auf die Beine zu stellen“, so Thomas Albiez, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Schwarzwald-Baar-Heuberg. „Das ist ein klares Signal an die politischen Entscheidungsträger: Das Engagement ist bereits da. Eine gesetzliche Testpflicht ist deshalb der falsche Weg, mehr Tests in der Fläche durchzuführen. Denn die Herausforderungen hierfür liegen an anderen Stellen.“

Der Zwischenbericht identifiziere vier zentrale Herausforderungen, deren Beseitigung eine Ausweitung des Testangebots in Unternehmen noch weiter möglich machen würde. Das sind laut IHK:

  1. Verbesserung der Beschaffung – die Marktverfügbarkeit von Schnell- und Selbsttests ist weiterhin eingeschränkt. Dies geht mit langen Lieferzeiten und hohen Preisen einher.
  2. Durchführung von Tests vereinfachen – die Durchführung von Schnelltests ist logistisch aufwendig und arbeitsrechtlich nicht eindeutig, die Dokumentation bürokratisch. Die schwer verfügbaren Selbsttests sind einfacher, kostengünstiger und arbeitsrechtlich sicherer durchzuführen.
  3. Annahme der Tests durch die Mitarbeitenden steigern – nur 23 Prozent nehmen das Angebot wöchentlich wahr. Hier liegt der Ansatzpunkt für ein Öffnungskonzept in den Innenstädten: Wenn mit einem negativen Test eingekauft werden kann, erhöht dies die Bereitschaft, das Angebot wahrzunehmen.
  4. Kosten senken – die deutsche Wirtschaft belastet das Angebot von zwei wöchentlichen Schnelltests mit bis zu einer Milliarde Euro pro Woche in wirtschaftlich bereits schwierigen Zeiten.

„Das breite Testangebot ist ein weiterer wichtiger Baustein für die Bekämpfung der Pandemie – zusätzlich zu den vorhandenen Home-Office-Möglichkeiten und den guten betrieblichen Hygienekonzepten. Dieses Engagement muss vonseiten der Politik unterstützt werden. Dazu zählt auch, Lockerungen ins Auge zu fassen, um selbstständiges Wirtschaften und die Finanzierung der Tests zu ermöglichen“, so Thomas Albiez.

Die IHK informiere interessierte Unternehmen auf ihrer Website unter www.ihk-sbh.de/coronatest. Dort fänden sich unter anderem Merkblätter, Podcasts und Webinare zur rechtlich und organisatorisch sicheren Durchführung von Tests. Die IHK Akademie biete außerdem professionelle Schulungen von Mitarbeitenden im Umgang mit Antigen-Schnelltests an. Auch der Zwischenbericht #wirtschafttestet sei dort abrufbar, heißt es abschließend.

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Quelle: NRWZ.de – veröffentlicht am 8. April 2021 von Pressemitteilung (pm). Erschienen unter https://www.nrwz.de/wirtschaft/wirtaschaft-wehrt-sich-gegen-gesetzliche-testpflicht/304400