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Mittwoch, 5. August 2020
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    Wirtschaftstag“ „Land in Sicht. Wie ländliche Regionen junge Menschen anziehen und halten können“

    Rund 90 Gäste kamen zur Veranstaltung der Wirtschaftsförderung Schwarzwald-Baar-Heuberg nach Königsfeld

    Region Schwarzwald-Baar-Heuberg/Königsfeld. Unter dem Motto „Land in Sicht. Wie ländliche Regionen junge Menschen anziehen und halten können“ trafen sich laut Pressemitteilung auf Einladung der Wirtschaftsförderung Schwarzwald-Baar-Heuberg rund 90 Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung im Haus des Gastes in Königsfeld.

    IHK-Hauptgeschäftsführer und stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender Thomas Albiez begrüßte die Teilnehmer zu Beginn der Veranstaltung. „Wir müssen aufpassen, dass der Begriff ‚ländliche Region‘ nicht Mitleidsregungen auslöst. Wir sind ein ländlicher Raum in einer bärenstarken Industrieregion mit prosperierender Wirtschaft. Jetzt kommt die Wirtschaft in eine Abschwungphase nach einer Zeit der Überhitzung. Es ist zu früh, von einer Rezession zu sprechen. Wir werden jetzt sehen, ob es bei einer Seitwärtsbewegung bleibt.“

    Auch Fritz Link, Bürgermeister der Gemeinde Königsfeld, begrüßte das Publikum. „Als Tourismusort sind wir gerne Gastgeber für eine Wirtschaftsveranstaltung in einer der industriedichtesten Region unseres Landes. Mit dem „Schwarzwald“ haben wir einen Namen, der international ausstrahlt.“

    Jürgen Guse, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung, dankte Herr Bürgermeister Link für die Gastfreundschaft in Königsfeld. Schwarzwald-Baar-Heuberg sei die einzige Region in Baden-Württemberg, die komplett aus „ländlichem Raum“ bestünde. Die Wirtschaftsförderung hätte es sich zum Ziel gemacht, die Region zu vermarkten und mithilfe des Welcome Centers auch zuwandernde Fachkräfte zu beraten.

    Danach begeisterte Zukunftsforscher Andreas Reiter vom ZTB Zukunftsbüro in Wien das Publikum mit seinem 50-minütigen Impulsvortrag zum Thema „Land in Sicht. Wie ländliche Regionen junge Menschen anziehen und halten können“. Im Spannungsfeld zwischen ländlichen Raum und Industrie komme es darauf an, ob die Region ein eigenes Narrativ – „eine Geschichte“ hat, die kreativ ist und Gefühle nach außen trägt. Laut Reiter müsse man sich fragen, wie stark die Region digitalisiert ist, wie gut Orte mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar sind und wie viel moderne Zusammenarbeit wie „Coworking“ die Region bietet? Neben der Stärke von Heimat, Geborgenheit und Überschaubarkeit müssten auch diese Aspekte gespielt und getrieben werden.

    Jürgen Guse bedankt sich bei den Referenten. Von links nach rechts: Bürgermeister Fritz Link, Jan-Jürgen Kachler, Geschäftsführer Jürgen Guse, Harald Kühne, Andreas Reiter, Clemens Maurer.  Nicht auf dem Bild ist Thomas Albiez.

    Bei der anschließenden Podiumsdiskussion, welche von Jürgen Guse moderiert wurde, berichteten Jan-Jürgen Kachler (Geschäftsführer Kachler GmbH in Königsfeld und Harald Kühne (Geschäftsführer Kühne Druck- & Werbetechnik) von ihren Erfahrungen. Jan-Jürgen Kachler bekommt jedes Jahr einige Anfragen bezüglich den Ausbildungsplätzen.

    Lebhafte Diskussion

    Anders sieht es bei Harald Kühne aus. Er sucht „händeringend“ nach einem Azubi als Schilder- und Lichtreklamehersteller. Als Hindernis sieht er, dass der Beruf nicht „modern“ ist. Für die Ausbildung zum Mediengestalter gab es dagegen viele Bewerbungen. Auch die Teilnehmer im Publikum brachten sich mit ihren Fragen, aktuellen Herausforderungen, Vorhaben und ihrer Expertise ein.

    „Zum Glück haben wir viele langjährige Angestellte, aber etwas schwieriger ist es, Führungskräfte zu bekommen. Diese müssen wir von weiter her anwerben,“ äußerten Paulina Hecht und Annika Gruber vom Nephrologischen Zentrum  VS.

    Markus Aydt von der Sozialstation St. Marien Raumschaft Triberg lobte die Region. „Wir können ruhig mal eine breite Brust machen und sagen: ‚Wir sind toll.‘ Denn unsere Region hat viel zu bieten, ist stark und super.“

    Mawuli Agboli, Berater in Triberg ergänzte: „Meine Frau und ich sind mit unseren Kindern aus Berlin hergekommen. Die Natur und das Leben, sowie die Nähe zur Schweiz, wo ich Kunden habe, schätze ich hier sehr.“

    Hannelore Holzer, vom Pflegedienst „Holzer Pflege aus einer Hand“ in Spaichingen zog ein positives Fazit. Sie und ihr Mann waren das erste Mal dabei und nehmen viele Anregungen mit nach Hause. Gut gewesen sei die Veranstaltung auch zum Netzwerken. 

    Zum Hintergrund:

    Die Wirtschaftsförderung Schwarzwald-Baar-Heuberg bietet Services für Unternehmen, Kommunen und Fachkräfte in den drei Landkreisen Rottweil, Tuttlingen und Schwarzwald-Baar-Kreis an. Veranstaltungen wie der jährliche Wirtschaftstag gehören dazu. Sitz der als GmbH organisierten und von 24 Gesellschaftern getragenen Wirtschaftsförderung ist Villingen-Schwenningen, Geschäftsführer Jürgen Guse.

     

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