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Dienstag, 22. September 2020

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Zukunftsfester Mobilfunk für den Industriestandort

IHK-Unternehmer im Austausch mit Digital-Staatssekretär Steffen Bilger

„Ein starker Industriestandort braucht eine starke Infrastruktur. Dazu gehört eine flächendeckende Versorgung mit Mobilfunk und Breitband. Der neue Mobilfunkstandard 5G kann die Basis für neue Innovationen sein. Ihn brauchen wir flächendeckend“, so das Fazit von Achim Scheerer, Vize-Präsident der Industrie- und Handelskammer (IHK) Schwarzwald-Baar-Heuberg, nach einem Austausch mit Steffen Bilger, dem Parlamentarischen Staatssekretär beim Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur.

Auf Einladung der IHK machten Unternehmer und Regionalpolitiker deutlich, wie existenziell die Digitalversorgung der hiesigen Industrieregion ist. Die gemeinsame Erwartungshaltung beim Mobilfunk-Ausbau lautete: flächendeckend, zukunftsfähig, sicher, kosteneffizient und zeitnah, so die IHK in einer Pressemitteiung.

Die große Produktionshalle des Maschinenbauers J.G. Weisser Söhne in St. Georgen war für den Austausch prädestiniert. Robert Rettich, Mitglied der Geschäftsführung, informierte über die neueste Maschinengeneration des Unternehmens, die unter dem Label „ARTERY“ vermarktet wird. Das Bearbeitungszentrum ist „Industrie 4.0 ready“, zudem bietet Weisser ein „Pay-per-use-Modell“ für Kunden an. Beides bedingt eine leistungsstarke Datenversorgung.

Damit wurde deutlich, dass insbesondere der heimische Mittelstand auf eine starke digitale Versorgung seiner Standorte angewiesen ist. Rettich: „Unser Maschinenpark wird jeden Tag smarter, unsere Prozesse werden produktiver, unsere Geschäftsmodelle individueller. Wenn Deutschland international den Anschluss halten will, muss der Standort digital wettbewerbsfähiger werden.“

Vizepräsident Achim Scheerer aus Aichhalden unterstrich den Druck des globalen Wettbewerbs: „Unsere Infrastruktur ist nicht auf Augenhöhe mit anderen Ländern.“ Die Unternehmen in der Region spürten den Druck ihrer Konkurrenten täglich „und sie nehmen die Aktivität anderer Standorte und Nationen sehr bewusst wahr“.

Steffen Bilger räumte ein, dass Deutschland beim Mobilfunk weit hinter dem eigenen Anspruch liegt: „Es gibt zu viele Funklöcher. Deshalb werden wir die Abdeckungsquote beim klassischen Mobilfunk in den kommenden Jahren auf 99 Prozent der Haushalte erhöhen.“ Der 5G-Ausbau werde zeitnah mindestens entlang von Straße, Schiene und Wasserwegen erfolgen.

Ein entsprechendes Konzept für einen Roll-Out in der Fläche werde das Ministerium bis zum Sommer vorlegen. Der Staatssekretär informierte, dass es bundesweit zunächst 50 Modell-Regionen geben solle. In welcher Form tatsächlich eine flächendeckende Versorgung des Bundesgebiets möglich und nötig sei, definiere die Bundespolitik in den kommenden Wochen. Klar sei, dass 5G deutlich mehr Sendemasten bedinge als bisher.

In der Diskussion verwies Rettich auf die Eigenleistung der Unternehmen beim Digitalausbau: „Wir bezahlen nicht nur den Breitbandanschluss, sondern auch die komplette Leitungserneuerung innerhalb unseres Gebäudes und die Ausstattung unserer multifunktionalen Drehzentren. Damit wächst der IT-Anteil in unserer Kostenstruktur. Den können wir nicht ins Unermessliche treiben.“

Martin Zimmermann von der Firma Imsimity  aus St. Georgen betonte zudem den Wettbewerbsnachteil zu Ballungszentren: „Die digitalen Standortbedingungen sind in Deutschland nicht gleichwertig. Wer die Innovationskraft im Schwarzwald und auf dem Heuberg halten will, hat als Staat einen Versorgungsauftrag. Wer Betriebe beim Zugang zur neuen 5G-Technologie ausschließt, wird in diesem Technologiebereich auch keine Innovation sehen.“

Dr. Thorsten Gerberich, Geschäftsführer der Schramberger Firma Carl Haas : „5G ist der Möglichmacher für Industrie 4.0. Es sind zwei Seiten derselben Medaille. Hier ist die Schweiz beispielsweise weiter. Das muss uns motivieren!“

Achim Scheerer formulierte abschließend die Botschaft: „5G ist für die Wirtschaftskraft des Mittelstandes unverzichtbar. Er vernetzt Betriebsstätten, ermöglicht Produktivitätssteigerungen und schafft gleichwertige Lebens- und Arbeitsverhältnisse. Damit hat der Bund hat einen Versorgungsauftrag.“

 

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