Zukunftsfester Mobilfunk für den Industriestandort

IHK-Unternehmer im Austausch mit Digital-Staatssekretär Steffen Bilger

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Ohne digitale Infrastruktur kein Erfolg. Staatssekretär Steffen Bilger (links) im Austausch mit Miriam Häring (Anton Häring KG, Bubsheim), IHK-Vizepräsident Achim Scheerer, Christian Schneider (Schneider Schreibgeräte, Tennenbronn), IHK-Geschäftsbereichsleiter Philipp Hilsenbek und Geschäftsführer Robert Rettich von J.G. Weisser. Foto: pm

Ein star­ker Indus­trie­stand­ort braucht eine star­ke Infra­struk­tur. Dazu gehört eine flä­chen­de­cken­de Ver­sor­gung mit Mobil­funk und Breit­band. Der neue Mobil­funk­stan­dard 5G kann die Basis für neue Inno­va­tio­nen sein. Ihn brau­chen wir flä­chen­de­ckend“, so das Fazit von Achim Schee­rer, Vize-Prä­si­dent der Indus­trie- und Han­dels­kam­mer (IHK) Schwarz­wald-Baar-Heu­berg, nach einem Aus­tausch mit Stef­fen Bil­ger, dem Par­la­men­ta­ri­schen Staats­se­kre­tär beim Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Ver­kehr und digi­ta­le Infra­struk­tur.

Auf Ein­la­dung der IHK mach­ten Unter­neh­mer und Regio­nal­po­li­ti­ker deut­lich, wie exis­ten­zi­ell die Digi­tal­ver­sor­gung der hie­si­gen Indus­trie­re­gi­on ist. Die gemein­sa­me Erwar­tungs­hal­tung beim Mobil­funk-Aus­bau lau­te­te: flä­chen­de­ckend, zukunfts­fä­hig, sicher, kos­ten­ef­fi­zi­ent und zeit­nah, so die IHK in einer Pres­se­mit­tei­ung.

Die gro­ße Pro­duk­ti­ons­hal­le des Maschi­nen­bau­ers J.G. Weis­ser Söh­ne in St. Geor­gen war für den Aus­tausch prä­de­sti­niert. Robert Ret­tich, Mit­glied der Geschäfts­füh­rung, infor­mier­te über die neu­es­te Maschi­nen­ge­nera­ti­on des Unter­neh­mens, die unter dem Label „ARTERY“ ver­mark­tet wird. Das Bear­bei­tungs­zen­trum ist „Indus­trie 4.0 rea­dy“, zudem bie­tet Weis­ser ein „Pay-per-use-Modell“ für Kun­den an. Bei­des bedingt eine leis­tungs­star­ke Daten­ver­sor­gung.

Damit wur­de deut­lich, dass ins­be­son­de­re der hei­mi­sche Mit­tel­stand auf eine star­ke digi­ta­le Ver­sor­gung sei­ner Stand­or­te ange­wie­sen ist. Ret­tich: „Unser Maschi­nen­park wird jeden Tag smar­ter, unse­re Pro­zes­se wer­den pro­duk­ti­ver, unse­re Geschäfts­mo­del­le indi­vi­du­el­ler. Wenn Deutsch­land inter­na­tio­nal den Anschluss hal­ten will, muss der Stand­ort digi­tal wett­be­werbs­fä­hi­ger wer­den.“

Vize­prä­si­dent Achim Schee­rer aus Aich­hal­den unter­strich den Druck des glo­ba­len Wett­be­werbs: „Unse­re Infra­struk­tur ist nicht auf Augen­hö­he mit ande­ren Län­dern.“ Die Unter­neh­men in der Regi­on spür­ten den Druck ihrer Kon­kur­ren­ten täg­lich „und sie neh­men die Akti­vi­tät ande­rer Stand­or­te und Natio­nen sehr bewusst wahr“.

Stef­fen Bil­ger räum­te ein, dass Deutsch­land beim Mobil­funk weit hin­ter dem eige­nen Anspruch liegt: „Es gibt zu vie­le Funk­lö­cher. Des­halb wer­den wir die Abde­ckungs­quo­te beim klas­si­schen Mobil­funk in den kom­men­den Jah­ren auf 99 Pro­zent der Haus­hal­te erhö­hen.“ Der 5G-Aus­bau wer­de zeit­nah min­des­tens ent­lang von Stra­ße, Schie­ne und Was­ser­we­gen erfol­gen.

Ein ent­spre­chen­des Kon­zept für einen Roll-Out in der Flä­che wer­de das Minis­te­ri­um bis zum Som­mer vor­le­gen. Der Staats­se­kre­tär infor­mier­te, dass es bun­des­weit zunächst 50 Modell-Regio­nen geben sol­le. In wel­cher Form tat­säch­lich eine flä­chen­de­cken­de Ver­sor­gung des Bun­des­ge­biets mög­lich und nötig sei, defi­nie­re die Bun­des­po­li­tik in den kom­men­den Wochen. Klar sei, dass 5G deut­lich mehr Sen­de­mas­ten bedin­ge als bis­her.

In der Dis­kus­si­on ver­wies Ret­tich auf die Eigen­leis­tung der Unter­neh­men beim Digi­tal­aus­bau: „Wir bezah­len nicht nur den Breit­band­an­schluss, son­dern auch die kom­plet­te Lei­tungs­er­neue­rung inner­halb unse­res Gebäu­des und die Aus­stat­tung unse­rer mul­ti­funk­tio­na­len Dreh­zen­tren. Damit wächst der IT-Anteil in unse­rer Kos­ten­struk­tur. Den kön­nen wir nicht ins Uner­mess­li­che trei­ben.“

Mar­tin Zim­mer­mann von der Fir­ma Imsi­mi­ty  aus St. Geor­gen beton­te zudem den Wett­be­werbs­nach­teil zu Bal­lungs­zen­tren: „Die digi­ta­len Stand­ort­be­din­gun­gen sind in Deutsch­land nicht gleich­wer­tig. Wer die Inno­va­ti­ons­kraft im Schwarz­wald und auf dem Heu­berg hal­ten will, hat als Staat einen Ver­sor­gungs­auf­trag. Wer Betrie­be beim Zugang zur neu­en 5G-Tech­no­lo­gie aus­schließt, wird in die­sem Tech­no­lo­gie­be­reich auch kei­ne Inno­va­ti­on sehen.“

Dr. Thors­ten Ger­be­rich, Geschäfts­füh­rer der Schram­ber­ger Fir­ma Carl Haas : „5G ist der Mög­lich­ma­cher für Indus­trie 4.0. Es sind zwei Sei­ten der­sel­ben Medail­le. Hier ist die Schweiz bei­spiels­wei­se wei­ter. Das muss uns moti­vie­ren!“

Achim Schee­rer for­mu­lier­te abschlie­ßend die Bot­schaft: „5G ist für die Wirt­schafts­kraft des Mit­tel­stan­des unver­zicht­bar. Er ver­netzt Betriebs­stät­ten, ermög­licht Pro­duk­ti­vi­täts­stei­ge­run­gen und schafft gleich­wer­ti­ge Lebens- und Arbeits­ver­hält­nis­se. Damit hat der Bund hat einen Ver­sor­gungs­auf­trag.“

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